+
Das Innere der Starnberger Friedenskirche wird ab dieser Woche umgestaltet.

Evangelische Gemeinde

Nach der Feier wird ausgeräumt

Das Jubiläum der Friedenskirche wird der evangelischen Gemeinde noch lange im Gedächtnis bleiben – wegen einer neuen Altarbibel, einem denkwürdigen Gottesdienst, einer geschichtlichen Aufarbeitung, dem Beginn des Umbaus und wegen einer besonderen Ankündigung.

Starnberg – Das war schon ein besonderer Festgottesdienst, den die evangelische Kirchengemeinde einen Tag vor dem 125. Geburtstag ihrer Friedenskirche am gestrigen Sonntag feierte: Der scheidende Pfarrer Hans Martin Schroeder empfand es als „ehrenvolle Aufgabe“, zum ersten Mal die neue Altarbibel in Gebrauch zu nehmen. Ist das nun eine Bibelweihe? „Weihen kann man eine Bibel nicht“, klärte er die Kirchengemeinde auf. „Das wäre doppelt gemoppelt.“ Aber die neue Lutherbibel, die Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler der Kirchengemeinde geschenkt hatte, stand dennoch im Mittelpunkt dieses Festgottesdienstes.

Äußerlich ist sie schlicht, zurückhaltend gestaltet mit einem grauen Leinenumschlag. Im Inneren aber präsentiert sich die Dünndruckausgabe überaus nobel und aufwendig gestaltet mit zweifarbigem Druck und einem klaren, übersichtlichen Layout. Und inwiefern unterscheidet sie sich inhaltlich? „Um Unterschiede zu lesen, muss man schon genau hinschauen“, sagt Pfarrersgattin Elke-Maria Schroeder. „Sie liegt für den Gebrauch für alle auf dem Altar“, betont Pfarrer Schroeder und empfiehlt: „Gut ist es, sie zu lesen.“

Er hatte zusammen mit seinem Kollegen Dr. Stefan Koch den Gottesdienst gestaltet. Die Kirchenbänke waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Zum letzten Mal. Denn am heutigen Montag werden sie wegen Renovierung des Kircheninnenraums abgebaut und übergangsweise durch eine einfach Bestuhlung ersetzt. Es war nicht nur die neue Bibel, die diesen Gottesdienst zu einem bleibenden Ereignis machte. Felix Heidelberg hatte finanziell die Uraufführung einer Komposition für Orgel und Mezzosopran von Dr. Harald Feller ermöglicht, der den Psalm 125 vertonte, der an diesem Tag auch in der Predigt im Mittelpunkt stand. Die Sängerin Victoria Real, eine junge Mezzosopranistin, die an der Musikhochschule München studiert, beeindruckte bei der Uraufführung durch Stimmgewalt und Feinsinnigkeit in den leisen Partien.

Ein Heft voller Geschichte

Die Festreden wurden in der Kirche gehalten. Nicht von der Kanzel herab, wie der Pfarrer predigt, sondern vom Rednerpult im Altarraum. Bürgermeisterin Eva John beglückwünschte „den Mut, neu zu denken und die Innensanierung umzusetzen“ und hofft, dass bei der Renovierung keine böse Überraschungen auftauchen. Für den katholischen Pfarrgemeinderat dankte Veronika Pfefferer-Kraft für die gute ökumenische Zusammenarbeit. Elke Mattschas vom Kirchenvorstand hob die vielen Sponsoren hervor, die die notwendige Renovierung überhaupt ermöglicht haben.

Schlicht und lesenswert: Pfarrer Hans Martin Schroeder mit der neuen Altarbibel, ein Geschenk von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler.

Besonders stolz ist der Pfarrer, dass er anlässlich des Jubiläums eine vierfarbige Broschüre über die Geschichte des Kirchenbaus präsentieren konnte, die beim anschließenden Empfang verteilt wurde. Ein Erinnerungsheft, das bleibt und das durch 125 Jahre evangelische Kirchengemeinde Starnberg führt. Angekündigt wurde, dass am Buß- und Bettag (22. November) die Gläubigen den ersten ökumenischen Auftritt mit dem neuen katholischen Pfarrer Andreas Jall erleben können. Der noch sehr junge Pfarrer verlässt im September Westendorf und kommt nach Starnberg. „Er wird er ein Zeichen setzen“, verspricht sich Pfarrer Koch. (ak)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Spatenstich und eine Scheibe Salami
Die Arbeiten liegen im Zeitplan, die Kosten im Rahmen. Das ist der aktuelle Stand beim Haus der Bürger und Vereine Pöcking. Derweil entschied sich der Gemeinderat für …
Spatenstich und eine Scheibe Salami
Bauausschuss lehnt Umbaupläne der Kreissparkasse ab – vorerst
Der Starnberger Bauauschuss hat den geplanten Umbau des Kreissparkassen-Foyers zunächst zurückgestellt. Es soll erst noch verhandelt werden, um die Belebung der Halle zu …
Bauausschuss lehnt Umbaupläne der Kreissparkasse ab – vorerst
Spatenstich für Erlinger Kinderhaus
Endlich geht es los: Die Bauarbeiten am Erlinger Kinderhaus und an der Turnhalle haben begonnen – nach 24 Jahren.
Spatenstich für Erlinger Kinderhaus
Ute Nicolaisen-März tritt zurück
CSU-Politikerin Ute Nicolaisen-März tritt nach einer Abstimmung in nichtöffentlicher Sitzung aus dem Pöckinger Gemeinderat zurück.
Ute Nicolaisen-März tritt zurück

Kommentare