Aufwendige Suche im April 2015: Erst sechs Tage nach seinem Verschwinden wurde die Leiche des 13-Jährigen damals geborgen.
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Aufwendige Suche im April 2015: Erst sechs Tage nach seinem Verschwinden wurde die Leiche des 13-Jährigen damals geborgen.

Bisher kein Prozess zu Unglück vom Starnberger See

13-Jähriger starb vor sechs Jahren beim Rudertraining: Gericht soll Tragödie nun endlich klären

Vor sechs Jahren ertrank ein 13-Jähriger beim Rudertraining auf dem Starnberger See. Bis heute gab es gegen die möglicherweise verantwortlichen Betreuer keinen Strafprozess. Die Eltern drängen auf Aufklärung, der Fall liegt zum dritten Mal am Starnberger Amtsgericht.

Starnberg – Fast sechs Jahre nach dem Tod eines 13-Jährigen beim Rudertraining auf dem Starnberger See muss sich das dortige Amtsgericht erneut mit dem Fall befassen. Damit steht nach einigen juristischen Umwegen erneut ein Strafprozess gegen die mutmaßlich verantwortlichen Übungsleiter im Raum.

Das Landgericht München II als zuständige Beschwerdekammer habe einen Beschluss des Amtsgerichts zur Einstellung des Verfahrens gegen die Betreuer der Rudergruppe aufgehoben und verfügt, dass die Akten wieder nach Starnberg übersandt werden, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts. Ein Termin für die Verhandlung steht noch nicht fest.

Was genau am 19. April 2015 geschah, als der Ruderanfänger allein auf dem See unterwegs war, ist bis heute nicht ganz geklärt. Die beiden Leiter hatten an jenem Apriltag mit 20 Kindern ein Training absolviert. Der Wind war böig und produzierte auf dem See Wellen, die Ruder-Anfängern generell zu schaffen machen. Zwei Mädchen wurde es durch den Wellengang so übel, dass sie freiwillig das Training beendeten und nach Hause fuhren. Der 13-Jährige übte dagegen ohne Schwimmweste oder Neoprenanzug in einem Einer-Rennboot, zunächst in der Nähe eines Stegs. Abseits der Gruppe ertrank er im acht Grad kalten Wasser. Das Fehlen des Buben wurde erst bemerkt, als der Vater ihn am Abend nach dem Training abholen wollte. Erst sechs Tage später wurde seine Leiche geborgen, aus 35 Metern Tiefe, 425 Meter vom Starnberger Ufer entfernt.

Eltern drängen seit Jahren auf Verhandlung

Die Eltern sind Nebenkläger und fordern seit Jahren, dass sich die Betreuer in einem Strafprozess verantworten. „Das ist ein Skandal“, kommentierte Rechtsanwältin Annette von Stetten das Hin und Her im Sommer 2019 gegenüber dem Merkur. Sie vertrat zum damaligen Zeitpunkt die Mutter des verunglückten Buben.

Der Fall liegt nun zum dritten Mal beim Starnberger Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft hatte die Sache ursprünglich zum Landgericht München II angeklagt – das aber ans Amtsgericht verwies. Vor einem Jahr, Mitte März 2020, hatte eine Amtsrichterin dann das Verfahren gegen die beiden Betreuer gegen Geldauflagen von 50 000 Euro und 12 000 Euro zugunsten gemeinnütziger Einrichtungen eingestellt.

Die Staatsanwaltschaft München II und die Nebenklage legten dagegen Beschwerde ein. Damit lag der Ball wieder bei der Amtsrichterin: Sie musste sich damit befassen, ob sie die Einstellung zurücknimmt. Da sie dies abgelehnte, war das Landgericht München II am Zug, das die Einstellung wieder aufhob. dpa/mm

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