+
Welche Rolle spielt das Würm-Wehr für den Wasserstand des Starnberger Sees? Diese Frage ist derzeit wieder aktuell.

Starnberger See

19 Zentimeter bis zum Hochwasser

Nach den starken Niederschlägen vom Wochenende ist der Pegel des Starnberger Sees binnen weniger Tage um mehr als zwölf Zentimeter gestiegen. Ob Starnberg das nächste Hochwasser ins Haus steht, ist allerdings nicht absehbar. 

StarnbergIm Einzugsgebiet des Starnberger Sees hat es am Wochenende ordentlich geregnet. Am Nordende waren es um die 75 Liter je Quadratmeter, im Süden an die 90. Zwischen Freitagmittag und Sonntag stieg der Pegel in Starnberg um rund zwölf Zentimeter – was verhältnismäßig viel ist. Am Dienstag blieb der Pegel zunächst fast unverändert und lag 19  Zentimeter unter der mehr oder minder offiziellen Hochwassermarke, ab der es zu kleinen Überflutungen in Starnberg kommt. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass es Tage, ja Wochen dauert, bis sich starke Niederschläge im Einzugsgebiet des Sees bemerkbar machen. Und das auch nicht immer. Das hängt vom generellen Grundwasserstand ab, der Sättigung des Bodens oder weiteren Niederschlägen.

Deswegen kann das Wasserwirtschaftsamt Weilheim keine Prognose für mehr als eine Woche abgeben – für diese Zeit gibt es recht genaue Wettervorhersagen. Für die nächsten Tage rechnet Karlheinz Daamen von der Weilheimer Behörde mit keinem weiteren Pegelanstieg, weil es nicht stark regnen soll. Für alles weitere „haben wir kein Rechenmodell“, weil eine Vorhersage „sehr komplex“ wäre. Dass noch Wasser in den See nachläuft, ist aber sicher – nur wie viel? Sollte der September ein eher trockener Monat werden, besteht also keine Gefahr.

Neue Debatte um Würm-Wehr

See-Kenner wie Werftbesitzer Anton Dreher gehen davon aus, dass der Pegel steigen wird. Wie sehr, kann niemand sagen. Dreher jedoch hat wieder ein Auge auf die Wehre bei Leutstetten, denen er und andere Seeanrainer eine Schlüsselrolle beim Abfluss aus dem See zuordnen. Das Wasserwirtschaftsamt sieht das nach einem Versuch im vorigen Jahr allerdings ganz anders – die Wehre seien ohne Wirkung auf den Abfluss. Dreher stellte daraufhin Landrat Karl Roth schon im Juli die Frage, warum die Wehre dann nicht geöffnet würden. Als er vor wenigen Tagen an der Würm war, seien alle Klappen am Wehr bis auf eine geschlossen gewesen; mithin sei die Würm angestaut gewesen.

Das Landratsamt kann erst in der kommenden Woche eine Aussage zu den Wehren treffen, sagte Sprecherin Barbara Beck auf Anfrage. Die Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes sei erst am Montag eingegangen und müsse nun – auch rechtlich – bewertet werden. Dafür benötige die Kreisbehörde mehrere Tage Zeit.

An anderen Seen und Bächen im Kreis gibt es nach dem Dauerregen keine Hochwassergefahr. Der Ammersee-Pegel ist zwar kräftig gestiegen, blieb aber unter der Meldestufe. Zudem läuft aus dem Ammersee viel mehr ab: Gestern waren es über die Amper 43 Kubikmeter je Sekunde, am Starnberger See über die Würm gerade einmal 7,3. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mord in Hüterich: Neue SOKO-München-Folge entsteht in Starnberg
In Starnberg laufen derzeit Dreharbeiten für eine neue Folge der ZDF-Krimiserie „SOKO München“. Worum es in der Episode geht, wie demTV-Team Starnberg gefällt und wer …
Mord in Hüterich: Neue SOKO-München-Folge entsteht in Starnberg
Letzter Akt der Generalsanierung
Die Sanierung der Münchener Straße in Gauting geht weiter. Nun beginnen die Arbeiten im schwierigsten Abschnitt. Ab Mai gilt eine provisorische Streckenführung.
Letzter Akt der Generalsanierung
Gemeinde erteilt Auftrag zum Heckenschnitt - doch dann werden Bäume gerodet
Entlang der S6 bei Pöcking sind Bäume gefällt worden. Die Gemeinde hatte aber nur einen Auftrag erteilt, Hecken zu schneiden. 
Gemeinde erteilt Auftrag zum Heckenschnitt - doch dann werden Bäume gerodet
Debatte um Sicherheit im Tunnel
Bürgermeisterin Eva John hat das Staatliche Bauamt schriftlich zur Vorlage eines Gesamtsicherheitskonzepts für den B2-Tunnel aufgefordert – und damit die Behörde in …
Debatte um Sicherheit im Tunnel

Kommentare