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Bedankte sich für die Arbeit der Klinik-Angestellten an Heiligabend: Landrat Karl Roth übergab einen Geschenkkorb an Pflegeleiter Lars Wunderlich. 

Weihnachten im Krankenhaus

300 Fleißige und jede Menge Christkinder: So lief Heiligabend im Klinikum Starnberg

Landrat und Stadtkapelle besuchen an Heiligabend traditionell das Klinikum Starnberg. Sie trafen auf fleißige Mitarbeiter und jede Menge Christkinder. 

Starnberg – Als die Stadtkapelle Starnberg um 12.30 Uhr im Foyer des Kreisklinikums „O du fröhliche“ anstimmt, wird gerade das fünfte Weihnachtsbaby geboren. Juliana, das 3000. Neugeborene in diesem Jahr in Starnberg, hat sich Heiligabend als Geburtstermin ausgesucht. Am Ende des Rundgangs mit Landrat Karl Roth, der auch heuer wieder die Klinik besuchte, sind es schon sieben Neugeborene – und weitere Christkinder befänden sich „in der Pipeline“, erzählt Margret Stumpf.

Die Hebamme ist seit 7 Uhr im Dienst und hat bereits einem Buben und einem Mädchen auf die Welt geholfen. „Mütter und Kinder sind wohlauf“, freut sich die 56-Jährige. Um 19 Uhr fährt sie nach Hause, wo der geschmückte Weihnachtsbaum auf sie wartet. „Wir essen Lachs“, sagt sie. Die fleißigen Weihnachtsgeister sind Ehemann und Tochter.

Manuel und Caroline Pfanzelt schieben derweil ihren Erstgeborenen zu den Klängen von „Fröhliche Weihnacht überall“ in den Lift. Drei Tage ist Bastian jetzt alt und verbringt mit seinen Eltern zusammen den Heiligen Abend in Sauerlach. „Wir versuchen, alle zu entlassen, bei denen wir es verantworten können“, sagt Heiner Kelbel. Der 56-jährige Geschäftsführer des Klinikums feiert später in Mühldorf mit seiner Familie. Bei Grünkohl mit Bratkartoffeln und Wurst.

Das Menü am Heiligen Abend? „Schnitzel mit Kartoffelsalat“

Anna-Maria und Andreas Steber aus Finning lauschen vor der Kinderstation „Kling Glöckchen klingelingeling“. Die frisch gebackenen Eltern bleiben mit ihrem Ludwig noch da. Das Frühchen sei wohlauf. „Er braucht aber noch ein bisschen Zeit“, sagt die Mutter.

Das Menü am Heiligen Abend? „Schnitzel mit Kartoffelsalat“, sagt Gabriele Gmeiner-Vogt. Nach Dienstschluss erwartet die Stationsleiterin Kürbistorte mit Salat, zubereitet vom 17-jährigen Sohn und ihrem Ehemann. Auch Pflegedienstleiterin Manuela Meiler setzt sich später „an den gedeckten Tisch“. Den Kochlöffel schwingt der Lebensgefährte. In der emanzipierten Pflegerinnenwelt schmeißen die Männer an Weihnachten den Haushalt, während die Frauen ihre Patienten versorgen.

An Heiligabend arbeiteten im Klinikum rund 300 Kräfte in drei Schichten, die um 6 Uhr beginne und um 7 Uhr morgens ende, sagt der Geschäftsführer, während die Musiker vor der Unfallchirurgie spielen. Zu diesem Zeitpunkt wurden laut Kelbel bereits zwei Patienten mit einem Herzinfarkt eingeliefert.

Pflegeleiter versorgt Notfallpatienten bis 21 Uhr

Lars Wunderlich (47) ist Pflegeleiter und versorgt die Notfallpatienten bis 21 Uhr. „Das Arbeiten ist mein Weihnachten“, sagt der Alleinstehende, bevor er mit seinem Team den Früchtekorb vom Landrat entgegennimmt. Als Dank dafür, dass „Sie für die da sind, die das Haus nicht verlassen können“, sagt Karl Roth. Für ihn ist es der letzte Rundgang im Klinikum. „Langsam kommt Wehmut auf“, gesteht der scheidende Landrat. Zu Hause in Andechs richtet seine Frau Elisabeth das Weihnachtszimmer her. Noch. „Nächstes Jahr helfe ich mit“, sagt Roth.

In der Geburtsstation wartet die schwangere Sandra Schinnagl (33) aus Weilheim auf einen Termin beim Frauenarzt. „Das wird kein Weihnachtsbaby“, hofft die Journalistin. Der errechnete Geburtstermin ist der 3. Januar. Ein Geschwisterkind für den dreijährigen Bruder, der gerade in Weilheim aufs Christkind wartet. Seine Mutter freut sich in Starnberg über die Melodien der Kapelle. Martin Rück bläst schon seit 28 Jahren beim Klinik-Rundgang ins Saxofon. Daheim sei schon alles weihnachtlich hergerichtet, sagt er, bevor die Truppe zum nächsten Termin aufbricht und sich ein weiteres Weihnachtsbaby für seine Geburt rüstet.

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