Die Titelseite des Magazins „dahoam“, das im April zum ersten Mal überhaupt erschien.

Werbebroschüre der Stadt Starnberg

32 000 Euro für „dahoam“

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Starnbergs Bürgermeisterin Eva John nennt erstmals die Kosten ihrer Image-Broschüre von Mitte April: Das Heft „dahoam“ kostete 32000 Euro.

Starnberg – Jetzt ist die Zahl draußen: Die Broschüre „dahoam in Starnberg“ hat 32 000 Euro gekostet. Diese Summe nannte Bürgermeisterin Eva John am Montagabend auf Anfrage von Gertraud Stretz. Die Beisitzerin im Vorstand der Starnberger CSU hatte in der Bürgerfragen-Runde zu Beginn der Stadtratssitzung die Kosten bereits zum zweiten Mal nachgefragt. In der Sitzung vor drei Wochen hatte John noch keine Zahl genannt.

Die 52 Seiten starke Broschüre war Mitte April flächendeckend in Starnberg verteilt worden. Im Vorwort schrieb John: „Sie halten den ersten Jahresbericht der Stadt Starnberg in Ihren Händen – und damit einen Überblick, was sich 2016 getan hat und welche Projekte Stadtverwaltung und Stadtrat für Sie initiiert und realisiert haben.“ Wirklich nur ein Rechenschaftsbericht? Oder doch eher ein Werbeheft in eigener Sache, wie Kritiker der Bürgermeisterin vorwerfen?

Vor allem im Internet hatten das Heft und die darin abgedruckten Themen Kritik hervorgerufen. So war John im Innenteil der Broschüre groß als „Die Macherin“ bezeichnet worden. Im Vorspann zu diesem Text hieß es: „Sie ist voller Tatendrang und hat Lust, etwas zu bewegen. Sie will gestalten und die Voraussetzungen schaffen, dass sich die Menschen in Starnberg wohlfühlen.“ Mehr als ein Dutzend Mal wurde die Bürgermeisterin auf Fotos in der Broschüre abgebildet.

Darüber hinaus wurden städtische Mitarbeiter vorgestellt und Projekte wie das Seebad, die Westumfahrung, die Barrierefreiheit, aber auch die Musikschule, die Stadtbücherei, der Seniorenbeirat, der Jugendtreff Nepomuk, die Feuerwehren, der Kulturbahnhof oder das Starnberger Sozialwerk. Wie genau sich die 32 000 Euro Kosten aufschlüsseln – Redaktion, Herstellung, Vertrieb – sagte John am Montag nicht.

„Es ist noch nicht schlussgerechnet“, erklärte die Bürgermeisterin, sagte Fragenstellerin Stretz aber weitere Auskünfte schriftlich zu. Beteiligt an dem Projekt waren sowohl interne als auch externe Mitarbeiter. Als Verantwortliche im Sinne des Pressegesetzes ist Johns Referentin Lena Choi angegeben, für die Realisierung waren demnach eine Agentur in Gauting und eine Druckerei in Miesbach zuständig.

Im Stadtrat selbst blieb Johns Kosten-Aussage am Montag ohne Reaktion. Aus Reihen der Stadträte wurde in der fast vierstündigen öffentlichen Sitzung nicht darauf eingegangen. Dabei sind Diskussionen um städtische Veröffentlichungen nichts Neues. Bereits zu Zeiten von Ferdinand Pfaffinger, Johns Vorgänger als Bürgermeister, gab es Debatten um das damalige „Stadtgespräch“ – vor allem, wenn es um den B2-Tunnel ging oder Wahlkampf war. Das „Stadtgespräch“ wurde mit dem Amtsantritt Eva Johns Anfang Mai 2014 eingestellt. 1

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