Grund-, Mittel- und Förderschüler aus Starnberg, die im Stadtgebiet zur Schule gehen, erhalten künftig kostenlos das 365-Euro-Ticket.
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Grund-, Mittel- und Förderschüler aus Starnberg, die im Stadtgebiet zur Schule gehen, erhalten künftig kostenlos das 365-Euro-Ticket.

Eltern können rückwirkend Anträge stellen – CSU warnt vor Ausgaben

365-Euro-Ticket für alle Grundschüler

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Das ist eine gute Nachricht für alle Grund-, Mittel- und Förderschüler aus Starnberg und den Ortsteilen, die im Stadtgebiet zur Schule gehen: Sie erhalten künftig kostenlos das 365-Euro-Ticket, auch wenn sie gar nicht beförderungspflichtig sind.

Starnberg – Das hat der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Hintergrund war ein Vorschlag der Verwaltung, die meisten Schüler gleichzustellen. Auf Vorschlag von Eva Pfister (BMS) wurden daraus alle Schüler der betreffenden Jahrgangsstufen.

Etwa 200 Schüler, die mit dem Bus zur Schule fahren, haben zum Beginn des neuen Schuljahres das 365-Euro-Ticket erhalten. Die Kosten dafür in Höhe von gut 80 000 Euro jährlich übernimmt die Stadt. Bislang hatte die Stadt auch den Schülern, die zwar nicht beförderungspflichtig, aber trotzdem mit dem Bus gefahren sind, die MVV-Wochen- oder Monatskarten erstattet, wenn die Eltern einen entsprechenden Antrag gestellt hatten.

Genau so wollte die Verwaltung nun auch mit dem 365-Euro-Ticket verfahren. Die Verwaltung ging in ihrer Beschlussvorlage von etwa 70 Schülern aus, die das Angebot nutzen werden. Die Kosten dafür kalkulierte das Rathaus mit rund 28 000 Euro. „Wir würden Ihnen empfehlen, die Schüler gleichzustellen“, warb Amtsleiter Ludwig Beck für den Vorschlag. Ausgeschlossen waren demnach jedoch die Schüler von Privat- und Förderschulen, also beispielsweise Kinder, die die Montessori- oder die Fünfseenschule besuchen.

Das empfand Eva Pfister als „etwas unglücklich“, wie sie in der Sitzung sagte. Die MVV-Verbundlandkreise hätten das 365-Euro-Ticket für Schüler und Auszubildende zwar auch eingeführt, um eine kostengünstige Schülerbeförderung zu ermöglichen. Vor allem gehe es aber darum, bereits Kinder und Jugendliche vom guten Angebot des MVV zu überzeugen. Davon die Schüler von Privat- oder Förderschulen auszuschließen, sei schade. Pfister warb mit Eifer dafür, die Erstattung des 365-Euro-Tickets auf alle Grund-, Mittel- und Förderschüler auszuweiten. „Finanziell hält sich das in Grenzen“, sagte sie.

Eine große inhaltliche Debatte entspann sich um das Thema nicht. Ludwig Jägerhuber (CSU) gab jedoch zu bedenken, dass es sich bereits bei den kalkulierten Kosten von 28 000 Euro um eine freiwillige Leistung handele. Das sieht er vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage als kritisch an. „Irgendwo muss das Füllhorn auch eine Grenze haben“, sagte Jägerhuber und erinnerte daran, dass die Stadt Starnberg bereits über die an den Landkreis zu entrichtende Kreisumlage an der Finanzierung des 365-Euro-Tickets beteiligt sei.

Dieses Argument ließ Eva Pfister nicht gelten. Bei dem bisherigen Abrechnungssystem habe die Stadt mehr als 400 Euro pro Kind und Jahr bezahlt, fahre mit dem 365-Euro-Ticket also günstiger. Und außerdem: „Wenn wir wollen, dass Kinder Busfahren als Normalität erkennen, dann ist das gut angelegtes Geld.“ Am Ende folgten bis auf CSU und UWG alle anderen Fraktionen und auch Bürgermeister Patrick Janik Pfisters Vorschlag, der mit 7:4 Stimmen angenommen wurde. Die Eltern der betreffenden Schüler müssen einen Antrag stellen und bekommen dann rückwirkend die 365 Euro für das Jahresticket überwiesen.  

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