Sie sind die Hochberghauser Tanlzmusi (hinten v.l.): Wolf Birk, Toni Hofer, Thomas Buchner, (vorne v.l.) Leo Schulz, Liesi Buchner, Manfred Schulz und Conny Schulz, alle zwischen 57 und 64 Jahren jung.
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Sie sind die Hochberghauser Tanlzmusi (hinten v.l.): Wolf Birk, Toni Hofer, Thomas Buchner, (vorne v.l.) Leo Schulz, Liesi Buchner, Manfred Schulz und Conny Schulz, alle zwischen 57 und 64 Jahren jung.

40 Jahre im Dienst der Musi

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Die Hochberghauser Tanzlmusi wird heuer 40 Jahre alt. Ein großes Jubiläumsfest wird es aus Corona-Gründen nicht geben. Bei einem „kleinen Musikantentag“ im Museum Starnberger See spielt die Musi aber am Sonntag auf.

Starnberg – Einmal erklärt Manfred Schulz es noch. „Nein, auf einer Landkarte kann man den Ort Hochberghausen nicht finden“, sagt der Kreisheimatpfleger. „Hochberghausen ist ein Kunstname, es ist die Heimat von sieben Musikanten aus Hoch-stadt, Starn-berg und Unter-hausen bei Weilheim, die sich im Sommer 1980 kennengelernt haben.“ Und seitdem spielen die Hochberghauser boarische Tanzmusi.

Landler und Polka, Boarischer und Zwiefacher – die Musik ist ewig jung und angesagt. Gewiss: Die vielen Tanzabende in Pfarrsälen und Wirtshaussälen wie früher beim „Plonner“ in Oberpfaffenhofen, als die Marie noch bedient und der Ölofen geheizt hat, die sind selten geworden. Phasenweise hätten sie an jedem Wochenende irgendwo auf der Bühne gestanden, erzählt Schulz im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Aber auch jetzt gibt es noch genügend musikalische Gelegenheiten.

Angefangen hat alles Ende der 1970er Jahre. Manfred Schulz (Tuba), sein Bruder Leo (Gitarre) und Liesi Buchner (Akkordeon) lernten sich in der Jugend des Heimat- und Volkstrachtenvereins Starnberg kennen. Wenig später kam Wolf Birk (Basstrompete, Flügelhorn) dazu. Die vier bildeten zunächst die Starnberger Jugend-Tanzlmusi – ehe Manfred Schulz während seines Wehrdienstes Toni Hofer (Flügelhorn) aus Unterhausen kennenlernte, dessen Schwester Conny zu allem Überfluss auch noch Klarinette spielte. Als wenig später Thomas Buchner (ebenfalls Klarinette) aus Hochstadt dazustieß, waren die Hochberghauser komplett.

„Die eigentliche Geburtsstunde war im August 1980 im Sarntal in Südtirol“, erzählt Manfred Schulz. Im dortigen Gasthof „Edelweiss“ in Weissenbach erklangen die ersten Musikstücke. Im Herbst 1980 folgten die ersten Auftritte, im November 1981 bestritten sie im Freizeitheim in Hochstadt den ersten öffentlichen Tanzabend.

Bis dahin war einiges zu tun. „Unsere Besetzung mit Flügelhorn und zwei Klarinetten ist schwierig. Fertige Noten gab es da nicht“, erinnert sich Schulz. Also schrieben er, Wolf Birk und Toni Hofer die entsprechenden Arrangements – und wenn ihnen etwas gefiel, brachten sie auch mal spontan ein Lied aus dem Radio nach Gehör zu Papier. Das Können der Hochberghauser machte rund um Starnberg und Weilheim schnell die Runde. Zweimal nahm die Gruppe sogar am Alpenländischen Volksmusikwettbewerb in Innsbruck teil, wurde dort 1984 mit dem Prädikat „ausgezeichnet“ bewertet.

Wie oft sie in den vier Jahrzehnten ihres Bestehens auf der Bühne standen? Manfred Schulz hat die Auftritte nie gezählt. Tausend werden es bis jetzt nicht ganz gewesen sein, schätzt er. Aber bis heute sind sie gefragt – im Landkreis genauso wie bei der Trachtenvereinigung Huosigau. „Es gibt viele schöne Gelegenheiten zu spielen“, sagt Schulz.

„Die Musik ist ein Teil meines Lebens“, schwärmt er. „Das ist Heimat im besten Sinn.“ Und Musik verbindet: die Musikanten mit ihren Zuhörern – und die Musikanten untereinander. So ist aus Conny Hofer längst Conny Schulz geworden, die Ehefrau von Manfred Schulz. Und die nächste Generation ist auch schon lange am Start: Etwa zehn junge Leute der Hochberghauser musizieren selbst, als Starnberger Fischerbuam, als Fischerbuam Tanzlmusi, als 2/3-Musi oder als Johannigsang. „Es bedeutet mir viel, etwas aufgebaut zu haben, was andere weitermachen“, sagt Manfred Schulz. Und die Tanzlmusi selbst? „In den letzten Jahren wird wieder verstärkt geprobt und Neues ausprobiert. Die Musi klingt auch nach vierzig Jahren weder altmodisch und verstaubt, sondern frisch, lebensfroh und zeitgemäß.“

Wer sich davon überzeugen will: An diesem Sonntag, 4. Oktober, gestalten die Hochberghauser einen „kleinen Musikantentag“ im Garten des Museums Starnberger See (Possenhofener Straße 5). Beginn ist um 13.30 Uhr, das Ende gegen 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um die Einhaltung der Abstandsregeln wird gebeten.

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