Wieder im Dienst: Der 42 Jahre alte „Tanker“ stand zuletzt im Feuerwehrhaus in Hanfeld, ist nun aber wieder in Starnberg im Einsatz, wenn größere Mengen Löschwasser benötigt werden.
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Wieder im Dienst: Der 42 Jahre alte „Tanker“ stand zuletzt im Feuerwehrhaus in Hanfeld, ist nun aber wieder in Starnberg im Einsatz, wenn größere Mengen Löschwasser benötigt werden.

Feuerwehr Starnberg

42 Jahre alter „Tanker“ wieder im Dienst

Die Feuerwehr Starnberg hat ein 42 Jahre altes Fahrzeug wieder in den Einsatzdienst gestellt. Der robuste Tanker soll als „Wasserfass“ dienen, bis die Stadt ein seit 2013 vorgesehenes Fahrzeug anschaffen kann.

Starnberg – Wer die Starnberger Feuerwehr derzeit beim Ausrücken beobachtet, der stellt fest: Es fährt seit Kurzem ein weiteres Löschfahrzeug mit, das ausschaut wie aus den 1970er-Jahren. Der Eindruck täuscht nicht, denn das Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 stammt aus dem Jahr 1978. „Oldtimer“ will Kommandant Markus Grasl nicht hören über den „Tanker“, vielmehr sei es „robuste Technik“ und ein Beitrag der Wehr zu den Sparbemühungen der Stadt.

Die Starnberger Feuerwehr verfügt seit 2014 über zwei moderne Hilfeleistungslöschfahrzeuge (HLF 20), die Arbeitstiere der Wehr, die bei praktisch jedem Einsatz ausrücken. Sie haben jeweils 1600 Liter Wasser dabei, zusammen also 3200 Liter. Das reicht aber nicht immer, etwa wenn bei einem Brand größere Mengen Löschwasser benötigt werden und der Aufbau von Schlauchleitungen aus Hydranten aufwendiger ist. Deswegen hat die Feuerwehr den „Tanker“ wieder in Betrieb genommen, der die vergangenen Jahre in Hanfeld bei der dortigen Feuerwehr stationiert war.

Ein vor fast zehn Jahren beschlossenes Fahrzeugkonzept für die Wehren der Stadt sah für die Starnberger die Anschaffung eines TLF 4000 vor, eines großen Tanklöschfahrzeugs mit 4000 Liter Fassungsvermögen. Ein solches gibt es bei der Feuerwehr Söcking, das jedoch dem Landkreis gehört und Teil des Katastrophenschutzes ist.

Für Löscheinsätze im B 2-Tunnel sind zwei dieser Fahrzeuge nötig – eines fürs Südportal, eines fürs Nordportal. Das hatte vor Jahren auch die Kreisbrandinspektion bestätigt. Große Wassermengen sind insbesondere bei Fahrzeugbränden erforderlich, um diese schnell zu löschen. „Uns fehlt ein TLF“, stellt Grasl fest – denn das TLF 4000 wurde bisher nicht beschafft. Es kostet mehr als 400 000 Euro, wird aber gefördert.

Da die Wehr sehr wohl die finanzielle Lage der Stadt im Blick hat, hat sie sich selbst geholfen. Das TLF von 1978 wurde in Hanfeld wenig genutzt und litt ein wenig unter dem Stillstand. Also holte es Grasl in Absprache mit den Hanfeldern zurück nach Starnberg, die Hanfelder Wehr erhielt im Gegenzug ein Ersatzfahrzeug, ein kleines TSF. Das hat zudem den Vorteil, dass die Fahrer keinen Lkw-Führerschein benötigen. Für die Feuerwehr Hanfeld ist ein neues LF10 bestellt. Das alte TLF wurde in Starnberg überholt und in Dienst gestellt. „Das ist ein Sparbeitrag der Feuerwehr zur Haushaltslage der Stadt“, sagt der Kommandant. Das große TLF solle bestellt werden, wenn sich die Lage verbessert hat.

„Florian Starnberg 21/1“, so der Funkrufname des TLF, rückt mit aus, wenn mehr Wasser gebraucht werden könnte. Die beiden HLF bleiben die Hauptfahrzeuge. Bei Kameraden, die schön länger dabei sind, kommen im TLF Erinnerungen auf, denn der „Tanker“ war jahrelang in Starnberg im Einsatz, bevor er nach Hanfeld verlegt wurde. Die Technik sei „hoch funktionell“, sagt Grasl, und den Anforderungen nach wie vor gewachsen.

Neu angeschafft hat die Wehr mithilfe des Feuerwehrvereins derweil Tagesdienstkleidung für die Einsatzkräfte. Dabei geht es nicht nur ums gute Aussehen. Die Tagesdienstkleidung soll zwar vor allem bei Ausbildungen und Dienstveranstaltungen getragen werden, aber möglichst auch unter der Einsatzkleidung. Sie wird nach einem Einsatz, wenn Einsatz- und Tagesdienstkleidung etwa nach Rauch stinken, zentral gewaschen und kommt wieder ins Lager. Die Feuerwehrfrau oder der Feuerwehrmann bekommen im Gegenzug einen frischen Satz, der stets aus Sicherheitsschuhen, Funktionshose, Gürtel und Feuerwehr-Poloshirt besteht. Der Kleidungswechsel gehört zum Hygienekonzept der Feuerwehr.

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