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Symbolbild

43-Jährige flippt im Vollrausch aus

Starnberg – Der Alkohol hat sie fest im Griff: Siebenfach vorbestraft, musste sich eine 43-jährige Frührentnerin aus Starnberg erneut vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten.

Laut Anklage lebte die Alkoholikerin ihren 2,47-Promille-Rausch im vergangenen Sommer derart aggressiv aus, dass sie sich sowohl des vierfachen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte als auch der mehrfachen Beleidigung samt Körperverletzung, Bedrohung und versuchter Körperverletzung schuldig gemacht hat. Vor dem Richter zeigte die Angeklagte Reue und schilderte, wie finanzielle Sorgen und die Einsamkeit sie immer wieder zur Flasche greifen ließen.

Unmittelbar vor ihrem Absturz Anfang Juni war die Starnbergerin nach einem erfolgreichen Entzug zunächst zwei Jahre lang abstinent. Erst der negative Bescheid des medizinischen Gutachtens riss sie in ein seelisches Tief und führte zu einem Rückfall: „Aus Enttäuschung über das negative Gutachten und aus Wut auf mich selber habe ich wieder getrunken.“ An den weiteren Verlauf der Nacht kann sich die Angeklagte nicht mehr erinnern.

Umso lebhafter schilderte eine Beamtin im Zeugenstand das chaotische Gebaren der Starnbergerin. Als Nachbarn die betrunkene 43-Jährige schlafend vor der Haustür vorfanden, riefen sie zunächst die Sanitäter. Mit den Aggressivität der Alkoholikerin völlig überfordert, zogen die Rettungskräfte Polizisten hinzu, die sich in Folge nicht nur üble Beschimpfungen anhören mussten.

Mehrfach versuchte die Angeklagte, die Polizeibeamten zu treten und drohte: „Ich werde euch die Kanone an den Kopf halten. Ihr werdet alle sterben.“ Unter Mühen konnte die Frau gefesselt und in die Klinik transportiert werden. Dort versuchte die Starnbergerin, nach der Blutabnahme zu entkommen. Nach vereiteltem Fluchtversuch trat sie auf der Krankenliege erneut um sich und pöbelte unflätig. Ernsthaft verletzt wurde keiner der Beamten. Eine Polizistin erlitt leichte Schmerzen durch die Tritte gegen ihren Oberschenkel.

Diverse Eintragungen im Bundeszentralregister ließen bei der Vergangenheit der Frau tief blicken. „Sie rasten unter Alkoholeinfluss immer aus“, stellte Richterin Christine Conrad fest. Warnende Worte gab es auch seitens der Staatsanwaltschaft: „Sie sind auf dem besten Weg, dahin zu kommen, wo man keinen Alkohol bekommt. Allenfalls Apfelsaft mit Hefe versetzt.“

Auch wegen der Suchtproblematik bleibt die 43-Jährige kraft Urteil einstweilen auf freiem Fuß. Richterin Conrad verhängte eine zehnmonatige Bewährungsstrafe und ordnete einen Bewährungshelfer sowie 200 Sozialstunden an. Zudem ist die Angeklagte gehalten, ihre bereits begonnene ambulante Alkoholtherapie fortzuführen.  nh

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