Preise für Vielleser: Martha (10), Zauberin Julia Espenberger alias „Frau Rund“, Sophie (8), Emilia (8), Büchereileiterin Ilona Obermeier und Ginar (7, v.l.) bei der Preisverleihung des „Sommerferien-Leseclubs“.
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Preise für Vielleser: Martha (10), Zauberin Julia Espenberger alias „Frau Rund“, Sophie (8), Emilia (8), Büchereileiterin Ilona Obermeier und Ginar (7, v.l.) bei der Preisverleihung des „Sommerferien-Leseclubs“.

Beeindruckende Bilanz

52 Bücher in 57 Sommertagen: Rekorde beim „Sommerferien-Leseclub“ der Starnberger Stadtbücherei

52 Bücher in 57 Sommertagen verschlagen Starnberger Kinder beim Sommerferien-Leseclub der Stadtbücherei. Sie stellten so einige Rekorde auf.

Starnberg – Mehr Kinder als jemals zuvor haben beim vierten „Sommerferien-Leseclub“ mindestens drei Titel aus der Starnberger Stadtbücherei entliehen und gelesen. „Wir haben einen neuen Rekord erzielt“, sagte Bücherei-Leiterin Ilona Obermeier zur Abschlussfeier und korrigierte sich gleich: „Genauer gesagt: Nicht wir, ihr habt für diesen Rekord gesorgt.“

Der Dank ging direkt an die Leseclub-Kinder, deren Fleiß am Samstag in der Schlossberghalle Anlass für eine anderthalbstündige Feier gab. Von 179 Angemeldeten (im Vorjahr 152) hatten 126 das Drei-Buch-Ziel erreicht oder sogar übertroffen – rund zwölf Prozent mehr als 2019, als 113 Kinder über die Zielzahl gekommen waren. Teilnehmen konnten Schüler von der ersten bis zur sechsten Klasse, wobei der Anteil der Grundschüler 78 Prozent betragen hatte – ganz im Sinne der Initiatoren, die vor allem Jungleser ans Schmökern heranführen wollen.

Die Entdeckerfreude in Büchern war auch Thema der ersten Veranstaltungshälfte. Die Clownin „Frau Rund“ spielte – mit fantasievollen Luftballon-Verschlingungen ausstaffiert – wechselnde Charaktere in ihrer Story „Ein Buch, ein Wurm, ein Loch“, worin ganz verschiedene Texttypen vorkamen: ein Mittelalterthema, eine Fantasygeschichte, ein Abenteuer und sogar eine Kochanleitung. Immer wieder band die Münchnerin geschickt das junge Publikum in ihre Bühnenhandlung ein und belebte das bunte Geschehen durch Fragen und Zurufe der Kinder.

Leseclub besteht aus 62 Prozent Mädchen

Von den Finalisten waren rund zwei Drittel gekommen und – ausnahmsweise ohne Eltern – mit jeweils zwei Stühlen Abstand platziert worden, um den Corona-Regeln zu genügen. Auch sah man deutlich die zahlenmäßige Überlegenheit der weiblichen Jungleser, tatsächlich waren unter den Qualifizierten 62 Prozent Mädchen. Aber egal ob Mädchen oder Jungen, alle staunten gemeinsam über die immer ausgefeilter werdenden Jonglierkünste der Clownin. Am Ende des Theaterstücks spekulierten die Kinder über das Ende der kurz angerissenen Abenteuergeschichte. „Nein, hier bei mir im Buch kommen jetzt wirklich nur lauter leere Seiten“, sagte die Entertainerin und demonstrierte so augenfällig: Ohne Lesestoff, da fehlt etwas.

Den Kindern fehlten nun bloß noch die Auszeichnungen: Starnbergs zweite Bürgermeisterin Angelika Kammerl zog aus der abgedeckten Kiste der Büchereiausweise die Losgewinner. Unter diesen wurden unter anderem Eintrittskarten in den Bayernpark und ins Seebad vergeben, Gutscheine für die Eisdiele und das Spielgolf und natürlich Bücher. Sonst gab es für jeden eine Urkunde und mindestens einen Trostpreis: Puzzles, Überraschungstaschen, Handtücher oder Flummi-Bälle. Gesondert hervorgehoben wurden Kinder, die ihre Teilnahmekarte besonders kreativ gestaltet hatten – und natürlich der Meistleser: 52 Bücher hatte Sungmin Park an 57 Tagen bewältigt.

Urkunden sind in der Bücherei abzuholen

„Ich habe gar nicht jeden Tag gelesen“, sagte der Neunjährige. „Dafür an manchen Tagen gleich drei Bücher auf einmal.“ Seine Lektüre habe er meist selber ausgesucht. Leider wurde er per Los nur mit einem Handtuch bedacht. „Ein Bücher-Preis wäre natürlich besser gewesen“, so der Lese-Fan, der das zweite Mal teilnahm. Mutter Sunghyun Sun ergänzte: „Das hat sehr viel Spaß gemacht mit den Büchern – gerade in den Corona-Zeiten, wo man nicht überall hin konnte.“

Erstmals beim Sommerleseclub dabei war Raphael Altendorfer. „Ich würde es meinen Freuden auf jeden Fall empfehlen mitzumachen“, versicherte der Siebenjährige. Weil er noch nicht so viele Bücher kannte, habe er sich über die Lese-Empfehlungen aus der Stadtbücherei gefreut. „Manchmal bekam man so auch eine echte Überraschung.“ Wer am Samstag nicht konnte, kann seine Urkunde ab Montag in der Bücherei abholen.

Andreas Bretting

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