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Richtfest bei 30 Grad: Die Beteiligten am Projekt Kinderhaus trafen sich am Freitag in Perchting. Im ersten der drei Gebäudeteile zieht die Krippe ein, dahinter Kindergarten- und Hortgruppe.

Details wurden beim Richtfest bekannt

64-Meter-Spielflur und Bobbycar-Straße: Das hat das Kinderhaus in Perchting zu bieten

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Was das neue Kinderhaus in Perchting alles bieten wird, zeigte sich beim Richtfest. Im April soll das 4,5-Millionen-Euro-Projekt fertig sein. Es könnte aber eines Tages noch größer werden: Wegen des erwarteten Zuzugs von Familien behält sich die Stadt eine Erweiterungsoption vor.

Perchting Innenhöfe mit Holzsäulen für jede Gruppe, ein 64 Meter langer Spielflur, viel Glas im Innenbereich und außen eine Bolzwiese und eine Bobbycar-Straße: Eine 0815-Einrichtung wird das neue Kinderhaus in Perchting ganz sicher nicht. Dafür sprechen die Details, die Architekt Walter Waldrauch am Rande des Richtfests verriet. Rund 40 Gäste – Stadträte, Stadtmitarbeiter, Handwerker, Anwohner, Kindergärtnerinnen und Kinder – fanden sich am Freitag vor dem Gebäude ein. Etwa halb so viele waren es Mitte März beim so genannten „Baggerbiss“ gewesen. 145 Tage, also keine fünf Monate später, steht das Kinderhaus. Im April soll es fertig sein.

Das Gebäude besteht aus drei Gliedern: Vorne, an der Jägerbrunner Straße, zieht eine Krippengruppe für Ein- bis Dreijährige ein, im Mittelbau eine Kindergartengruppe für Drei- bis Sechsjährige und hinten eine Hortgruppe für Sechs- bis Zehnjährige. Derzeit steht jeder Abschnitt für eine Bauphase. Während der vordere Teil im Rohbauzustand ist, sieht der hintere von außen fast fertig aus. Jedenfalls sind die Holzlamellen schon angebracht.

Die nachhaltige Bauweise betonte Zimmerer Wolfgang Maurus beim Richtspruch: „Der Neubau möge als Anreiz wirken, dass man den Holzbau wieder ehrt, wie es sich in unseren Bezirken seit alter Zeit gehört.“ Die Holzsäulen auf Betonfundamenten seien eine Herausforderung gewesen, sagte Bauleiter Rainer Hoffmann. „Beim Betongießen war hohe Präzision gefragt, weil die Holzteile fertig geliefert werden. Das muss ja bis auf den Zentimeter zusammenpassen.“

Bürgermeisterin John: „Die Einrichtung ist auf Zuwachs ausgerichtet“

Neben den Gruppenräumen wird es einen Bewegungs-, einen Werk- und einen Essraum mit Küche sowie Zimmer für Verwaltung, Personal und Elterngespräche geben. Geheizt wird mit Pellets, auf den Süddächern wird eine Fotovoltaikanlage installiert.

„Die Einrichtung ist auf Zuwachs ausgerichtet. Wir rechnen mit starkem Zuzug von Familien“, sagte Bürgermeisterin Eva John. Die Stadt behält sich vor, eines Tages zu erweitern: Auf Nachfrage sagte Architekt Waldrauch, dass im südlichen Bereich Platz für einen vierten Bau sei.

Im April will die Stadt das Kinderhaus an die katholische Kirche übergeben. Der Perchtinger Anton Liebich hatte das Grundstück am Ortsrand Ende 2013 der Kirche geschenkt, die wiederum der Stadt das Erbbaurecht eingeräumt hatte. Während der Planung hatten Anwohner Sorgen zur Verkehrssicherheit geäußert. Die Jägersbrunner Straße sei zu schmal, Autos müssten auf den Gehweg ausweichen. John sagte beim Richtfest, dass eine Verbreiterung nicht möglich sei, weil Privatbesitzer ihre Grundstücke nicht hergeben würden. „Wir müssen uns damit arrangieren, aber ich denke, das wird sich einspielen.“ Sie betonte, dass es – im Gegensatz zu einer Schule – keine Stoßzeiten gebe und an der Kreuzung mit der Pöckinger Straße ein Zebrastreifen geplant sei.

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