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Mit der Familie beim Landrat: Ingeborg Blenke bekommt von Landrat Karl Roth das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten. Es freuen sich Sohn Peter, Schwiegertochter Heike und Enkelin Jessica (v.l.).

Patienten-Besuchsdienst

93-Jährige mit Freude für andere da

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Seit 33 Jahren ist Ingeborg Blenke im Besuchsdienst tätig – in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Und mit 93 Jahren ist die Starnbergerin immer noch aktiv. Dieses Engagement hat der Bayerische Ministerpräsident mit dem Ehrenzeihen für ehrenamtlich tätige Frauen und Männer gewürdigt.

Starnberg – Werden Sie mal so alt wie ich.“ Nicht einmal hat Ingeborg Blenke diesen Spruch aus dem Mund ihrer Klienten gehört. Wenn ihr das im Begleit- und Besuchsdienst 65-, 70- oder 75-Jährige Männer und Frauen sagten, musste die Starnbergerin stets schmunzeln. War sie doch selbst schon bis zu 20 Jahre älter als ihre Kunden.

1984 hat sich Ingeborg Blenke beim Malteser Hilfsdienst gemeldet und ihre Mitarbeit im Patientenbegleitdienst angeboten. Sie half den Kranken, sich im Klinikum Großhadern zu orientieren. Gehbehinderten Patienten hat sie geholfen, die richtige Station zu finden, hat ihnen den Koffer getragen. „Sie hatten immer ein offenes Ohr für Fragen und Anliegen der ihr anvertrauten Personen“, sagte Starnbergs Landrat Karl gestern Nachmittag, als er Ingeborg Blenke das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten für ehrenamtlich tätige Mitbürger aushändigte. Aber nicht nur um die Patienten hat sich Ingeborg Blenke gekümmert – auch um deren Angehörige. Wenn die von außerhalb kamen und ihnen ein Hotel-Aufenthalt zu teuer war, hat sie sie kurzentschlossen mit nach Hause genommen, sie beköstigt und ihnen das Nachtlager bereitet – alles ehrenamtlich. Damals lebte sie mit ihrer Familie noch in Planegg und bewohnte eine geräumige Villa.

Noch Pläne für die Zukunft

Mit 80 Jahren hat die Starnbergerin den Patientenbegleitdienst verlassen, um im stationären Besuchsdienst der Krebsstation des Universitäts-Klinikums aktiv zu sein. Zehn Jahre engagierte sich dort die aus dem Sudetenland stammende Frau. Und ihr wurde das Ehrenamt immer noch nicht zu viel. Seit 2016 macht sie beim Besuchsdienst im Rummelsberger Stift in Starnberg mit. Wohnt gegenüber und besucht an Geburtstagen die in dem Alten- und Pflegeheim lebenden Menschen. „Das ist keine Arbeit, sondern macht mir Freude“, antwortete die mittlerweile 93-Jährige, als der Landrat sie fragte, ob sie sich diese Last denn noch immer zumuten will.

Und damit nicht genug: Ingeborg Blenke hat noch Pläne für die Zukunft. Sie steht im Kontakt mit dem evangelischen Pfarrer Dr. Stephan Koch, der im Klinikum Starnberg eine Besuchsgruppe gründen möchte. Da will auch die 93-Jährige mitmischen.

In den mehr als 30 Jahren Besuchsdienst hat Ingeborg Blenke unzählige Menschen betreut und besucht. Haben sich da auch länger währende Kontakte entwickelt? Durchaus, verrät die Seniorin. Einige kennt sie noch und erinnert sich. Andere schreiben ihr zum Geburtstag oder zu Weihnachten: „Die habe ich vor zehn oder 15 Jahren besucht. Da fällt die Erinnerung schwer, aber es tut dem Herzen gut.“

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