Tablet im Unterricht: An der Schule Finsing wird die Digitalisierung vorangetrieben. Dafür will man Fördermittel aus dem „Digitalpakt Schule 2019 bis 2024“ nutzen.
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Tablets werden am Starnberger Gymnasium regelmäßig im Unterricht eingesetzt. Nun wurden 80 Stück gestohlen, die der Schule gehören. :

Hoher Schaden

94 Tablets am Starnberger Gymnasium gestohlen: „Wir sind ratlos, wütend und traurig“

  • Tobias Gmach
    VonTobias Gmach
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94 Tablets erbeuteten Unbekannte im Starnberger Gymnasium. Der Schaden ist deutlich höher als ursprünglich von der Polizei kommuniziert.

Starnberg – „Wir sind schockiert und traurig“, sagt Uta Lechner, die stellvertretende Leiterin des Starnberger Gymnasiums. In der Nacht auf Freitag voriger Woche, irgendwann zwischen 21.30 und 6.30 Uhr, brachen bisher unbekannte Täter in die Schule an der Rheinlandstraße ein. Sie drangen laut Polizei über ein Fenster im Erdgeschoss ein – um einen abgesperrten Raum im Lehrer-Arbeitsbereich aufzubrechen und dort 94 Tablets zu stehlen. Die speziellen Ladekoffer, in denen die Geräte für den Unterricht lagerten, hievten die Diebe ins Freie und leerten sie dort aus. Die Koffer liefen danach mit Regenwasser voll und sind nun teils unbrauchbar. Der Schaden ist insgesamt deutlich höher als ursprünglich von der Polizei vermeldet.

Die Beamten hatten in ihrem Bericht 38 000 Euro genannt. Vizeschulleiterin Lechner schätzt den Verlust aber auf 60 000 Euro – alleine fürs Gymnasium, dem 80 der Tablets gehörten. 14 weitere waren Eigentum der Stiftung Startchance, die in der Schule einen Raum nutzt und Schülern aus weniger begünstigten Familien digitales Lernen ermöglicht. Von 18 000 Euro spricht Michaela von Buchholtz, Pädagogische Koordinatorin der Stiftung in Starnberg und gleichzeitig Lehrerin am Gymnasium. „Wir sind ratlos, wütend und traurig. Die Tablets sollten ein Kernelement unserer Lernförderung werden. Die Wiederbeschaffung wird viel Zeit und Geld kosten – wenn sie denn überhaupt möglich ist“, sagt sie. Startchance-Vorsitzende Sylvia Philipp betont: „Besonders für die Summer School im August wären die Tablets dringend benötigt worden, um Rückstände durch Corona aufzuholen.“ Ohnehin schon benachteiligten Schülern hätten die Täter die Startchance genommen. Nur vier Geräte sind der Stiftung geblieben – sie sind gerade an Kinder ausgeliehen.

Kripo Fürstenfeldbruck ermittelt und wertet Spuren aus

Die Kripo Fürstenfeldbruck ermittelt in der Sache. „Derzeit werden noch die Spuren ausgewertet“, sagt Polizeisprecher Karl Höpfl auf Nachfrage. Wenn die Beamten die Geräte nicht funktionstüchtig wieder auftreiben, was wahrscheinlich ist, stellt sich die Frage: Werden neue im gleichen Umfang gekauft? Und war die Stadt als sogenannter Sachaufwandsträger gegen den Einbruch und Diebstahl versichert? Marie Babst von der Pressestelle antwortet: „Der entstandene Schaden wurde bereits bei der Versicherung gemeldet. Die Stadtverwaltung hofft auf Regulierung der Gesamtsumme. Da die Tablets Teil des Medienkonzeptes des Gymnasiums sind, müssen diese wiederbeschafft werden.“

Die Stiftung hat laut von Buchholtz fest vor, ihre 14 Tablets zu ersetzten: „Wir wissen aber noch nicht, wie wir das finanzieren sollen.“ Als Lehrerin nutzt sie die Geräte für Projekte, zuletzt ließ sie Neuntklässler Präsentationen anfertigen. Auch wenn es ein schwacher Trost ist: Die Ergebnisse hatten die Schüler vor dem Diebstahl in eine Datenbank geladen.

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