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Symbolbild.

Polizeibericht

Sekundenschlaf? Fahrgast greift Busfahrer ins Lenkrad

Gleich mehrere Unfälle haben sich am Donnerstagnachmittag auf der A 95 zugetragen, zwei davon in der Nähe des Starnberger Dreiecks.

Starnberg – Gegen 16.30 Uhr kam ein Omnibus aus Italien im Baustellenbereich von der Fahrbahn ab. Erst prallte er links gegen die Fahrbahnteiler aus Beton und schob sie auf einer Länge von etwa 50 Metern auf die Gegenfahrbahn – dann krachte er auf der rechten Fahrbahnseite gegen die Leitplanke. Erst im Bereich Sindelsdorf konnte die Polizei den Bus anhalten, nachdem ein aus Russland stammender Fahrgast ins Lenkrad gegriffen hatte. Es besteht der Verdacht, dass italienische Fahrer (53) kurz eingeschlafen ist. Die nur fünf Insassen des Busses blieben unverletzt.

Gegen 20 Uhr kam dann ein 39 Jahre alter Porschefahrer aus Gauting ins Schleudern. Bei Starkregen berührte er – in Richtung München unterwegs – erst die Mittelleitplanke, touchierte dann einen Pkw, einen Kleintransporter und die rechte Leitplanke. Auch hier blieb es beim Blechschaden: rund 20 000 Euro. 

Was sich insgesamt auf der A 95 zugetragen hat lesen Sie im Bericht der Verkehrspolizeiinspektion Weilheim:

- Gegen 15.50 Uhr fuhr eine 28-jährige Frau aus Wackersberg mit ihrem Skoda Fabia auf dem rechten von zwei Fahrstreifen im Gemeindebereich von Icking in nördliche Richtung. Schräg hinter ihr fuhr auf dem linken Fahrstreifen eine 26-jährige Frau aus Regensburg mit ihrem VW-Golf. Die Wackersbergerin wechselte den Fahrstreifen von rechts nach links, ohne offenbar auf den rückwärtigen Verkehr zu achten. Die Regensburgerin konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und „krachte“ mit ihrem Golf dem Skoda ins Fahrzeugheck. Nach der Kollision kamen beide Fahrzeuge auf dem linken Fahrstreifen zum Stehen. An beiden Fahrzeugen entstand erheblicher Schaden (Skoda: ca. 12.000 Euro, Golf: ca. 15.000 Euro). Die beiden Fahrzeugführerinnen kamen verletzt in die Krankenhäuser nach Starnberg und Großhadern. Während der Dauer der Unfallaufnahme war die A 95 in nördliche Richtung für ca. eine Stunde komplett gesperrt, die Ableitung erfolgte über die Anschlussstelle Wolfratshausen. An der Unfallstelle war auch die Feuerwehr Wolfratshausen mit zwei Fahrzeugen im Einsatz.

- Gegen 16.30 Uhr ereignete sich ein Unfall mit einem Omnibus, der glücklicherweise ohne größere Folgen blieb. Ein italienischer Omnibus (ausgelegt für 57 Fahrgäste), besetzt mit dem italienischen Fahrer (53) sowie einem russischen Ehepaar, einer Italienerin und einer Deutschen, war von München in Richtung Bozen unterwegs. Kurz nach dem Autobahndreieck Starnberg, im Bereich der hier eingerichteten Baustelle, kam der Bus nach links und prallte gegen die schweren Fahrbahnteiler aus Beton. Auf ca. 50 Meter Länge wurden die Fahrbahnteiler teilweise bis zu einen Meter auf die Gegenfahrbahn geschoben. Etwa 400 Meter weiter kam der Bus nach rechts von der Fahrbahn ab und berührte hier die Schutzplanke, wodurch 4 Felder beschädigt wurden. Der Bus, der links und rechts erhebliche Kratzspuren hatte, konnte erst im Bereich der Anschlußstelle Sindelsdorf von einer Polizeistreife der Operativen Ergänzungsdienste angehalten werden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatte der russische Fahrgast dem Fahrer ins Lenkrad greifen müssen, um größeren Schaden zu vermeiden. Es besteht der Verdacht, der Busfahrer könnte kurzzeitig eingeschlafen sein. Außerdem wird gegen den italienischen Fahrer wegen des Verdachts des unerlaubten Entfernens vom Unfallort ermittelt. Zur Sicherung des Verfahrens wurde nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft München II ein größerer Geldbetrag von dem Fahrer einbehalten, bevor er seine Fahrt fortsetzen durfte. Alle Fahrgäste verließen den Bus und kümmerten sich selbst um eine andere Weiterfahrgelegenheit.

- Gegen 19.00 Uhr ereignete sich ein weiterer Unfall im Gemeindebereich von Münsing, Fahrtrichtung Süden. Vermutlich aufgrund Aquaplanings verlor eine 27-jährige Frau aus Bichl die Kontrolle über ihr Fahrzeug, einen Mini, und schleuderte gegen die rechte Schutzplanke, bevor das Auto auf der rechten Spur zum Stehen kam. Zwei weitere Fahrzeuge, deren Lenker offenbar dem Auto der Bichlerin ausweichen wollten, kamen ebenfalls ins Schleudern und kollidierten schließlich miteinander. Beide Fahrzeuge, ein BMW und ein Opel, prallten danach in die rechte Schutzplanke. Der BMW kam auf der linken Spur zum Stehen, der Opel wurde über die rechte Schutzplanke geschleudert und kam etwa 6 Meter abseits der Planke an einem Baum zum Stehen. Die Mini-Fahrerin kam zur Überprüfung ihres Gesundheitszustandes ins Krankenhaus Penzberg, der BMW-Fahrer (66 Jahre aus München) kam mittelschwerverletzt ins Unfallklinikum Murnau und der Opel-Fahrer (39 Jahre aus Farchant) schwerverletzt, ebenfalls ins Unfallklinikum Murnau. Insgesamt entstand Sachschaden von ca. 90.000 Euro, an der Unfallstelle waren die Feuerwehren aus Beuerberg mit 23 Mann und 4 Fahrzeugen, aus Seeshaupt mit 17 Mann und 3 Fahrzeugen und aus Münsing mit 20 Mann und 3 Fahrzeugen eingesetzt, ebenso wie die Autobahnmeisterei mit einer Kehrmaschine zur Reinigung der Fahrbahn. Während der Unfallaufnahme und Bergung der Fahrzeuge war die Autobahn ca. zweieinhalb Stunden in Richtung Süden gesperrt, an der Anschlußstelle Seeshaupt wurde der Verkehr abgeleitet.

- Gegen 20.00 Uhr gab es schließlich einen weiteren Unfall. Ein 39jähriger Gautinger kam bei Starkregen im Gemeindebereich von Neuried, Richtung München, mit seinem Auto, einem Porsche, ins Schleudern. Er berührte zunächst die Mittelschutzplanke, kollidierte dann mit einem anderen Fahrzeug, einem Kleintransporter und prallte dann hefig in die rechte Schutzplanke, wo das Auto auch zum Stehen kam. Es entstand Sachschaden von insgesamt über 20.000 Euro, verletzt wurde niemand. Zur Absicherung waren die Feuerwehren aus Wangen und Hohenschäftlarn mit 4 Fahrzeugen und 20 Mann im Einsatz. Die Autobahnmeisterei sicherte die Unfallstelle mit schwerem Gerät ab.

 

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