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Abfallentsorgung im Landkreis Starnberg

Tonnenkontrolle gegen Plastik auf Äckern

Im Landkreis Starnberg werfen Müllwerker künftig schon einmal einen Blick in Biotonnen. Grund: Es ist zu viel Plastik darin.

Landkreis – Den Haushalten im Landkreis Starnberg stehen bei der Abfallentsorgung einige Änderungen ins Haus. Die wichtigste: Ab 2020 könnte das Kommunalunternehmen AWISTA gezwungen sein, die Gebühren anzuheben. Ob und wie stark, werden die nächsten Monate zeigen müssen. Faktisch ab sofort werden Biotonnen bei der Abholung geprüft, ob sie Plastik enthalten.

Das Finanzielle zuerst: Wie schon lange absehbar, wird der AWISTA demnächst seine Rücklagen aus früheren Jahren aufgebraucht haben. Da er zur Kostendeckung bei den Entsorgungsgebühren verpflichtet ist, dämmert eine offiziell „Anpassung“ genannte Erhöhung herauf. Denn: Die Kosten, etwa für den Transport, steigen, die Einnahmen aus dem Verkauf von Wertstoffen sinken – vor allem beim Papier. „Wir haben noch einen kleinen Sparstrumpf“, sagte AWISTA-Vorstand Peter Wiedemann bei der Vorlage des Jahresberichts in Starnberg. Der werde aber nicht reichen. Deswegen sei recht sicher, dass eine Gebührenerhöhung nötig wird. Genaueres wisse man erst in einigen Monaten, wenn Kosten für das zweite Halbjahr 2019 bekannt sind und das Unternehmen für 2020 kalkulieren kann.

AWISTA rät: In Papier wickeln

Mit Geld hat auch die zweite Maßnahme zu tun: die Kontrolle von Biotonnen. Der gesamte Biomüll – 2018 waren es 10 222 Tonnen (+ 5,7 Prozent) – wird bei der Vergärung zur Stromerzeugung genutzt. Der verbleibende Gärrest dient als Dünger. Jedoch: Da viele immer noch Bioabfälle in Plastiktüten, bevorzugt in den so genannten Hemdchen-Tüten von Obst- und Gemüsetheken in die Tonne schmeißen, kann der Kunststoff auf Felder gelangen. Die Vergärung kann dem Plastik nichts anhaben, technisch aussortieren kann man die Tüten praktisch nicht. Daher könnte ein „Acker zur Kunststoffdeponie“ werden, warnt Wiedemann – und das geht gar nicht. Deswegen komme man um Kontrollen nicht herum. Biotonnen mit Plastik bleiben stehen und bekommen einen Hinweiszettel. Wird nicht nachsortiert, lässt der AWISTA den Inhalt als Restmüll entsorgen – und schickt eine Rechnung.

Wiedemann unterstellt niemandem böse Absichten, er will für den Verzicht auf Plastik sensibilisieren. Er empfiehlt eine Trennung des Biomülls in Eimern und eine Verpackung in Zeitungspapier. Angeblich kompostierbare Plastikbeutel seien Unfug, weil sie die Vergärung überstehen. Papiertüten seien kompostierbar. 

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Arno Burg i

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