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Ein Beispiel für eine kaputte Leitung: Durch Risse tritt unerwünschtes Wasser ins Kanalsystem ein. 

Abwasserverband Starnberger See

Mit Wachstum gegen höhere Gebühren

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Das Schmutzwasser im Landkreis Starnberg wird teurer. 

Bernried/Starnberg – Der Abwasserverband Starnberger See erhöht zum 1. Juli dieses Jahres seine Gebühren. Die Schmutzwassergebühr steigt von 2,64 auf 3,26 Euro pro Kubikmeter Abwasser, die Niederschlagswassergebühr von 0,67 auf 0,99 Euro pro Quadratmeter versiegelter Fläche. Eine Person verursacht etwa 50 Kubikmeter Abwasser im Jahr. Das bedeutet für eine vierköpfige Familie zusätzliche Kosten von rund 120 Euro im Jahr.

Die Verbandsversammlung in Bernried segnete gestern die Gebührenerhöhung gegen drei Stimmen aus Starnberg und Münsing ab. Damit die Gebühren nicht noch schneller steigen, will der Verband weniger Kanaluntersuchungen durchführen, weniger Aufgaben an externe Firmen vergeben und mehr auf eigene Mitarbeiter setzen. „Es hört sich paradox an, aber wir wollen mit mehr eigenen Mitarbeitern und eigenen Fahrzeugen die Kosten senken“, sagte Geschäftsführer Norbert Impelmann gegenüber dem Starnberger Merkur.

Die Gründe für die Gebührensteigerung nannte Impelmann in der Verbandsversammlung: die so genannte Fremdwasserbekämpfung, bei der der Verband die Ursache für fremdes Wasser im Kanal sucht, die Bestandsaufnahme aller Kanalnetze, die immer noch nicht abgeschlossen ist, und mehr Kanalbauprojekte durch eine verstärkte Bautätigkeit rund um den See. Zudem wurden die notwendigen Kanaluntersuchungen wesentlich teurer als erwartet. „Wir hatten zum Teil Kostensteigerungen um 300 Prozent bei der Ausschreibung der Untersuchung der Privatgrundstücke“, berichtete Impelmann.

Deshalb wolle man zwar in diesem Jahr noch mit externen Ingenieurbüros arbeiten, aber 2019 mit eigenem Personal, vor allem Techniker und Kanalinspekteuren, die Aufgaben des Verbands erledigen. Dafür braucht es mehr Personal, das der Verband dank eines Wechsels in einen anderen Tarifvertrag im öffentlichen Dienst auch zu finden hofft.

Geld sparen will der Verband, indem er die Aktivitäten auf den Privatgrundstücken reduziert. Bisher war das Ziel, die Kanäle auf 600 privaten Grundstücken zu untersuchen – auch wegen des hohen Fremdwassereintrags. „Jetzt werden es 300 bis 450 Privatgrundstücke im Jahr werden“, sagte Impelmann.

Den Haushalt für 2018 segnete die Verbandsversammlung ebenfalls ab. Größter Posten bei den Ausgaben sind der Unterhalt für die Kläranlage, den Kanal und die Grundstücksuntersuchungen mit 5,1 Millionen Euro. Die Personalkosten liegen bei knapp 4 Millionen Euro. Der Verband erwartet 12 Millionen Euro Einnahmen aus der Schmutzwassergebühr und 3,1 Millionen aus der Niederschlagswassergebühr. Die Schulden erhöhen sich voraussichtlich um 4,4 auf 54 Millionen Euro.  edl

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