Bauarbeiten

Acht Birken gefällt

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Bei Bauarbeiten für ein neues Handels- und Dienstleistungszentrum an der Gautinger Straße sind acht Bäume auf einem städtischen Nachbargrundstück so beschädigt worden, dass sie gefällt werden mussten.

Starnberg – Die Bewohner des Mehrfamilienhauses am Seilerweg 8 hatten schon seit Tagen ein mulmiges Gefühl. Die Baustelle auf dem Nachbargrundstück war so nahe an den eigenen Garten gerückt, dass der Bauzaun direkt neben den acht stattlichen Birken stand. Am Mittwoch wurde aus dem mulmigen Gefühl Gewissheit: Eine Birke neigte sich bedenklich – am Ende des Tages waren alle acht Bäume gefällt.

Auf dem Nachbargrundstück, der Gautinger Straße 1, haben vor knapp zwei Monaten die Arbeiten für ein neues Handels- und Dienstleistungszentrum begonnen. Auf dem 3700 Quadratmeter großen Grundstück neben dem Rewe-Markt baut der Projektentwickler Ehret & Klein ein zwei- bis viergeschossiges Gebäude, in das spätestens im zweiten Quartal 2019 die ersten Mieter einziehen sollen.

Die Baustelle ist aber nicht ganz leicht abzuwickeln. So ist das Grundwasser eine Herausforderung, wie Projektverantwortlicher Sebastian Merz vor rund acht Wochen dem Starnberger Merkur erklärte. Spundwände sind erforderlich – und bei deren Einbau ist in den zurückliegenden Tagen irgendetwas schief gelaufen. Ganz offenbar wurden sie zu dicht an die Birken auf dem städtischen Grundstück Seilerweg 8 gesetzt.

„Der Wurzelbereich wurde dabei so verletzt, dass sich ein Baum bereits geneigt hat“, erklärte Bürgermeisterin Eva John gestern auf Anfrage. Die Arbeiter hätten daraufhin am Mittwoch die Arbeiten eingestellt sowie Stadt und Feuerwehr informiert. „Uns war wichtig, dass wir sofort etwas unternehmen. Nicht, dass der Baum unkontrolliert umstürzt“, sagte Ehret-&-Klein-Sprecherin Anke Witzel dem Starnberger Merkur.

Die Stadt schaltete unverzüglich einen Sachverständigen ein, der noch am Mittwoch nach einer Begutachtung zu dem Schluss kam: Die 17 bis 19 Meter hohen und rund fünfzig Jahre alten Birken sind nicht mehr standsicher und müssen aus Sicherheitsgründen sofort gefällt werden – Rettung ausgeschlossen. Bis in den Abend hinein wurde dann eine nach der anderen umgelegt. Bereits am Donnerstag war außer den Baumstümpfen nichts mehr von den Birken übrig.

Warum es soweit gekommen ist, war gestern unklar. Die Spundwände seien laut Baugenehmigung gesetzt worden, sagte Anke Witzel. Mehr lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Der Projektentwickler wartet nun auf das schriftliche Gutachten des Sachverständigen.

Das liegt auch im Rathaus noch nicht vor. Allerdings machte Eva John bereits klar, dass die Birken „in geeigneter Weise ersetzt“ werden müssten. Die Bürgermeisterin: „Da müssen wir uns mit dem Entwickler noch mal besprechen. Aber man wird sich sicherlich einigen.“ Für die Bewohner des Mehrfamilienhauses ein schwacher Trost. Bis dort wieder so prächtige Bäume stehen und Schatten spenden, dürften Jahre vergehen.

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