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„Wir gestalten unsere Stadt“ war das Motto beim Aktionstag – und anderem ging es um Behindertenparkplätze, die Teilnehmer auf einem Bild markierten. 

Aktionstag

Inklusion betrifft alle Menschen

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Ein Aktionstag am Starnberger Kirchplatz machte deutlich, wo beim Thema Inklusion im Landkreis der Schuh drückt.

Starnberg – Noch ist das Plakat einer Straße und Häuserzeile unberührt. Das soll sich ändern. Petra Veronika Seidl nimmt sich ein kleines Symbol für einen Behindertenparkplatz. „Der muss da hin“, sagt die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Behindertenfragen und klebt das Symbol auf. Im Laufe des Aktionstages am Freitag haben Besucher auf dem Starnberger Kirchplatz noch so einige Dinge aufgeklebt, die das Leben in der Stadt inklusiver machen sollen.

Barrierefreiheit in Starnberg: „Sind auf einem guten Weg“

Seidl: „Nicht die Menschen mit Problemen müssen sich anpassen. Wir müssen unser Gemeinwesen so anpassen, dass sie zurechtkommen.“ Es gehe dabei nicht nur um Menschen mit Behinderung. „Barrierefreiheit ist ganz wichtig – aber nicht ausschließlich. Es geht auch darum, wie wir miteinander umgehen.“ Beim Thema Barrierefreiheit sieht Seidl im Kreis Fortschritte. Der Kreistag solle im Juli einen Aktionsplan „Gemeinsam stärker“ beschließen.

Und in der Stadt? „Da sind wir auf einem guten Weg.“ Ganz generell „drückt der Schuh aber im schulischen Bereich und bei den Freizeitmöglichkeiten.“ Menschen mit Behinderung sollten „ganz normal in Vereine gehen können.“ Damit sie Regelschulen besuchen können, müsse sich einiges tun. „Etwa bei der Barrierefreiheit für Blinde und Gehörlose.“

Seniorin beklagt Toiletten-Situation am Bahnhof Nord

Seit vier Wochen merkt Elfriede Schulz (85) ganz genau, wo es in Sachen Barrierefreiheit in Starnberg schwierig ist. Seitdem hat sie einen Gehwagen. Ihr Urteil: „Es hat sich sehr viel verbessert. Man kann mit dem Wagen besser durchfahren, hat weniger Hindernisse.“ Mit Hindernissen meint die Seniorin beispielsweise zu hohe Stufen auf den Gehweg. „Da wird viel getan, das freut mich.“ Schulz übt aber auch Kritik: „Am Bahnhof Nord ist die Toilette zu. Ich verstehe nicht, warum sie da nichts tun. Gerade für ältere Menschen wäre das wichtig.“ Am Bahnhof See ist die Situation ohne Aufzug noch schwieriger. Dann klebt sie ein buntes Glasmosaik auf eine Holzstele – das soll die Vielfalt der Menschen darstellen.

Die Veranstalter hoffen, dass die Stadt einen schönen Standort für die Stele anbieten kann. An die Besucher haben sie auch Blumen verteilt. „Wenn man ein nettes Wort füreinander hat, ist vieles einfacher“, sagt Seidl. Schließlich muss viel über das Thema gesprochen werden.

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