Kampfkunst II: Die Schule für Europäische Schwertkunst zeigte, wie man mit historischen Langschwertern kämpft.

Starnberg Bewegt

Eine Stadt turnt sich warm

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Man kann nicht jedes Mal Glück mit dem Wetter haben: Die siebte Auflage von „Starnberg bewegt“ litt am Sonntag unter Eiseskälte und fiesen Schauern. Dem Elan der Aktiven tat das allerdings keinen Abbruch.

Starnberg – „Ich habe gerade fünf Minuten Badminton gespielt und schon ist mir warm für den ganzen Nachmittag“ – Starnbergs Bürgermeisterin Eva John nahm es mit Humor, als sie gestern „Starnberg bewegt“ auf dem Kirchplatz offiziell eröffnete. Kräftige Windböen wirbelten die – zugegeben etwas funktionslosen – Sonnenschirme über den Platz, wer da war, verkroch sich in seiner wasserfesten Funktionskleidung. Das Wetter, ja, es hätte schon besser sein können.

Veranstalter warteten das Ende der Wiesn ab

„Aber wenn man sich die Veranstaltungen der letzten Jahre betrachtet, da hatten wir meistens Glück mit dem Oktobertermin für ,Starnberg bewegt‘“, meinte Sarah Buckel vom Stadtmarketing, die das Fest organisiert hatte. Aber warum denn ausgerechnet im Oktober? „Wir veranstalten parallel einen Marktsonntag, bei dem zahlreiche Geschäfte in der Starnberger Innenstadt geöffnet haben“, erklärte sie. Und damit sich das für die Ladenbesitzer auch lohnt, wartete man in Starnberg ab, bis die Wiesn in München vorbei ist.

Das Wagnis, es ging schlussendlich auf. Nicht nur, weil sich das Wetter im Laufe des Nachmittags nicht nur beruhigte, sondern ab und an sogar die Sonne durch die Wolkendecke blinzelte. Es waren wieder einmal die mehr als 20 Vereine, die das Fest mit ihren Ständen und der Einladung zum Mitmachen bereicherten und schlussendlich auch die Leute in die Stadt lockten.

Auch das Technische Hilfswerk warb um Interesse

Neben den klassischen Sportvereinen, die nebenbei auch noch Teile der Versorgung übernahmen, und den Fitnessstudios und Wellnesstempeln sah man, wo überall Bewegung drinsteckt in Starnberg. Da waren die Rettungs- und Hilfsorganisationen. Die Freiwillige Feuerwehr zeigte, dass neben modernster Einsatztechnik nach wie vor auch topfitte Ehrenamtliche gefragt sind, wenn es darum geht, Leben zu retten. Das Technische Hilfswerk gleich nebendran warb ebenfalls um Interesse und personelle Verstärkung. Das Team der Wasserwacht Starnberg hatte mit seinem Rettungsboot gleich den Brunnen auf dem Kirchplatz geentert und lockte mit einer Tombola.

„Das Boot ist normalerweise oben auf dem Anhänger befestigt und kommt rund 15 Mal im Jahr zum Einsatz“, erklärte die Jugendleiterin der Kreiswasserwacht, Sarah Schweighofer. Das viel bestaunte Wasserfahrzeug kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Retter zu Gewässern wie dem Maisinger See gerufen werden, wo keine Technik vorgehalten wird.

Ein paar Schritte weiter kamen die Zuschauer derweil aus dem Staunen nicht mehr heraus, als Alexander Hollinger und seine Helfer von der Schule für Europäische Schwertkunst mit Langschwertern aufeinander losgingen. „Vor rund 30 Jahren wurde diese weithin vergessene Kampfkunst des Mittelalters wiederentdeckt“, berichtete Hollinger im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

60 Geschäftsinhaber öffneten am Sonntag

Jeden Dienstag kommen die neuzeitlichen Ritter in der Turnhalle des Gymnasiums zusammen und üben sich in dieser besonderen Form des Kampfes. Zwischen 18 und 19.30 Uhr die Jüngeren, von 20 bis 22 Uhr dann die Erwachsenen. „Die Kämpfer schätzen dabei auch die meditative Auswirkung des Kampfes“, so Hollinger weiter. Wer seinen Gegner intensiv beobachtet, den nächsten Angriff erahnen und blitzschnell reagieren möchte, der vergisst automatisch den Alltagsärger.

Und so warben die Vereine und Verbände dafür, sich in der Gemeinschaft körperlich zu betätigen. Und auch die Mitglieder des Faschingsvereins Perchalla zeigten, dass ihre aufwändigen Tanzchoreografien absoluter Hochleistungssport sind.

Alles in allem war also auch die siebente Auflage von „Starnberg bewegt“ ein voller Erfolg. Auch die rund 60 Geschäftsinhaber, die die Gelegenheit nutzten, an diesem Sonntag zu öffnen, waren durchaus zufrieden mit dem Kundeninteresse. Allerdings blieben auch dieses Mal wieder zahlreiche Geschäfte in der Innenstadt geschlossen.

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