Urkunde und Herbstblumen: Heinrich Frey erhält von Nachfolger Karl Roth das Dokument, das ihn zum Tragen des Titels Alt-Landrat ermächtigt. Ehefrau Barbara freut’s. Foto: Jaksch

Das Feierbiest und ein schriller Sketch

Starnberg - Steif war es wirklich nicht, als Heinrich Frey, Landrat a.D., in einem Festakt zum Alt-Landrat ernannt wurde. Die Ernennung hatte der Kreistag einstimmig beschlossen.

Zwar stand der Geehrte, wie er es formulierte, „einer edlen Versammlung“ gegenüber mit all den Kreisräten, Bürgermeistern und Weggefährten, aber auch Verwaltungsbeamte verstehen es, eine lockere Atmosphäre zu schaffen, wenn es darum geht, Heinrich Frey zu feiern. Er hatte seine gesamte Familie mitgebracht, seine Frau Barbara und die vier gemeinsamen Söhne nebst Ehepartnern und Enkelkindern. Die Hochberghauser Tanzlmusi spielte auf, eine launige Fotoschau flimmerte über die Leinwand, mit viel Liebe von den ehemaligen Mitarbeitern zusammengestellt, und honorige Persönlichkeiten ließen es sich nicht nehmen, unter Regie von Gisela Forster einen schrillen Sketch einzuüben.

Die Behörde hat ihren ehemaligen Chef ins Herz geschlossen, schließlich ging Heinrich Frey mit allen Gruppierungen im Landkreis auf Tuchfühlung und er feierte auch gerne mit ihnen. Karl Roth würdigte aber auch die Verdienste seines Vorgängers in dessen zwölfjähriger Amtszeit, die Umstrukturierung des Klinikums, die Etablierung der innoSTA, die Gründung des Wirtschaftsforums, die Erweiterung der Fünfseen- und der Berufsschule, Auslobung eines Wirtschafts- und Kulturpreises, sein Mitwirken bei der Gründung des Caritasverbandes, die Etablierung des Landratsamtes als Dienstleistungsbehörde, seinen Einsatz für Sportler. Und auch für Schüler. Seine wichtigste Tat, sagte Roth augenzwinkernd, war, wegen Schneekatastrophe schulfrei zu geben und das ganz ohne rechtliche Handhabe. Er ist eben ein „Mensch mit klarer Linie, gradlinig, natürlich und sachlich“, einer, „der sein Amt immer als Dienst für die Menschen verstanden hat“.

Bilder vom Festakt für Alt-Landrat Frey

Bilder vom Festakt für Alt-Landrat Frey

Ob er nun zu einem Alt-Fall, einer Alt-Last, zum Alt-Eisen oder zum Alt-Meister geworden ist, fragte sich Heinrich Frey in seiner Dankesrede. Er habe bei der Bezeichnung Alt-Landrat gemischte Gefühle. „Nun, ich werde mit dem Titel jetzt in Starnberg herumwandern, die Bürde oder Würde wird mich aber nicht dazu veranlassen, gebeugt herumzugehen, sondern aufrecht und mit Interesse für die Stadt“, deren Bürger „aufgeschlossen, intelligent und kritikfähig“ seien. „Es soll aber nicht so weit gehen, dass sie nicht mehr konsens- und teamfähig sind.“ Die Ermahnung galt, wenn auch unausgesprochen, den Mitgliedern des derzeitigen Stadtrats. Da kochten just zu dieser Stunde gerade die Gemüter hoch. Bürgermeisterin Eva John war beim Festakt nicht zu sehen.

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