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Eine Treppe als Hindernis: Der Aufgang am Centrum sollte vor mehr als drei Jahren mit einem Aufzugsturm überbrückt werden. Dies wurde von einer Ratsmehrheit damals abgelehnt.

Nach Scheitern vor mehr als drei Jahren

Am Centrum in Starnberg: Stadt startet neuen Anlauf für Barrierefreiheit

Die Stadt Starnberg will einen neuen Anlauf unternehmen, Schlossberghalle und Rathaus barrierefrei erreichbar zu machen. Ein Aufzugturm am Centrum wie vor fast vier Jahren wird es wohl nicht werden. Die Frage wird aber Thema im Bauausschuss diese Woche sein.

Starnberg – Die steile Treppe vom Vorplatz der Bücherei hinauf zum Vorplatz von Schlossberghalle und Rathaus ist seit Jahren für mobilitätseingeschränkte Menschen und Senioren ein kaum zu überwindendes Hindernis. Seit Lifte im Centrum daneben nicht mehr in Betrieb sind, hat sich die Lage verschärft. Nun will die Stadt die Gelegenheit nutzen, da das Gebäude Hauptstraße 12 (derzeit als Kunstwerk verkleidet) neu gebaut wird und Flächen eventuell nutzbar sind. Vor mehr als einem Jahr hatte der Bauausschuss beschlossen, eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen. Ergebnisse der Gespräche mit Grundstückseigentümern soll in der Sitzung am Donnerstag, 5. Dezember, ab 19 Uhr (später als normal wegen Christikindlmarkt-Eröffnung) vorgelegt werden.

Der anstehende Neubau des Wohn- und Geschäftshauses bietet nach Einschätzung der Stadtverwaltung die Möglichkeit, Schloss, Stadtbücherei und Rathaus barrierefrei zu erschließen. Untersucht werden Punkte wie die Gestaltung des Platzes als Bindeglied zwischen Innenstadt und Schlossberg, Verbesserungen der Aufenthaltsqualität, die barrierefreie Verbindung der Stadtebenen, der Stadtbücherei und des Rathauses, die Optimierung der vorhandenen Bushaltestelle und – für die Zukunft – die Einbeziehung der Hauptstraße. „Als Modellkommune ,Bayern barrierefrei 2023‘ ist es der Stadt ein großes Anliegen das Projekt, das auch im Rahmen der Ideenwerkstatt 2017 empfohlen wurde, im Zusammenhang mit der Neubebauung auf dem Nachbargrundstück umzusetzen“, erklärte Amtschefin Sarah Buckel auf Anfrage.

Schon vor mehr als drei Jahren wurde über einen Aufzugsturm am Centrum diskutiert.

Noch ist unklar, ob ein Aufzugsturm infrage kommt

Ob ein Aufzugsturm wie 2016 dabei eine Option ist, wird sich zeigen. Der Plan hatte seinerzeit für Wirbel gesorgt, weil mit dem damaligen Centrum-Eigentümer Dr. Michael Krenn niemand geredet hatte. Diesmal wird mit Krenn niemand reden müssen: Er hat inzwischen alle Teile des Centrum verkauft, auch das so genannte Literatencafé, das Teil der Stadtbücherei ist. Das habe ein Privatmann erworben, da die Stadt ihr Vorkaufsrecht nicht ausgeübt habe, sagte Krenn auf Anfrage. Zwar habe er einen achtstelligen Betrag aus den Verkäufen der Wohnungen, Gewerberäume und der Tiefgarage erzielt, dennoch hätte er sich gewünscht, die Zusammenarbeit mit der Stadt hätte seinerzeit geklappt. Krenn hatte das Centrum als Sitz für Volkshochschule und andere Einrichtungen angeboten. Die neuen Eigentümer der Teilbereiche bilden nun eine Eigentümergemeinschaft, Krenns Firma Alte Post Flensburg widmet sich anderen Projekten.

Auch nach dem Verkauf hat sich am Leerstand im Centrum wenig geändert. Chinesische Investoren, die die Ladenpassagen gekauft haben, wollten sich auf Anfrage derzeit nicht zu Plänen äußern. Der Stadt liegen seitens der neuen Eigentümer auch keine Anfragen oder Anträge für Nutzungsänderungen vor.     

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