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An der Gleistrasse der S 8 zwischen Hechendorf und Herrsching lieferten Kieslaster gestern bereits Material an. Der eine oder andere blieb dabei gleich im tiefen Boden stec ken und musste herausgezogen werden. Am Freitag beginnt die Bahn mit den Gleiserneuerungen. 

Gleisbauarbeiten an der S 8

Für Pendler wird es mühsam

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Planierte Flächen und ein gesperrter Parkplatz entlang der Gleise der S 8: Die DB Netz AG beginnt in diesen Tagen mit Gleiserneuerungsarbeiten zwischen Gilching und Herrsching. Auch an der Trasse der S 6 wird gearbeitet. Betroffen sind davon, natürlich, auch die Pendler.

Landkreis– Ein Kieslaster nach dem anderen rollte gestern durch Hechendorf in Richtung Herrsching. In dem Wald zwischen den Ortschaften haben Bagger vergangene Woche eine große Wiese planiert. „Vor einiger Zeit hat die Bahn für Flächen anfragen lassen“, berichtet Herrschings Bauamtsleiter Guido Finster und hat auch gleich die Telefonnummer von Matthias Vesper parat, Flächenmanager beim Unternehmen Sand-Körner aus Erlangen. Vesper hat über Wochen hinweg die Gemeinden und zuständigen Behörden abgeklappert, um für die Bahn Grundstücke zu finden, auf denen während der nächsten zwei, drei Monate das Material gelagert werden kann. Diese Flächen befinden sich in Herrsching, am Ortseingang von Weßling, in Gilching und Steinebach. Am dortigen S-Bahnhof bleiben Teile des Parkplatzes vorerst gesperrt, wie Wörthsees Bürgermeisterin Christel Muggenthal bestätigt.

22 358 Meter neue Schienen

Denn die DB Netz AG hat Großes vor: Sie wird von diesem Freitag an bis 15. April auf den insgesamt 11 179 Meter langen Gleisabschnitten 22 358 Meter Schienen sowie 37 164 Schwellen neu verlegen – und dafür 562 Tonnen Sand und 20 900 Tonnen Schotter austauschen. Zugleich wird der S-Bahnhof Gilching-Argelsried ausgebaut und barrierefrei. Dessen Fertigstellung ist Ende 2018 vorgesehen, die Kosten belaufen sich auf voraussichtlich 8,1 Millionen Euro (wir berichteten).

Um Anwohner und Pendler auf die Großbaustelle vorzubereiten, wurden in den vergangenen Tagen an die Haushalte entlang der S 8 Flugzettel verteilt. Darin macht die DB Netz AG Werbung für die Arbeiten. Nach dem Ende der Baustelle seien die Bahnanlagen modernisiert, was gewährleisten soll, „dass die Züge künftig sicher und reibungslos verkehren“, so die Bahn. Sie spricht von insgesamt 50 Einzelprojekten, mit denen sie die Infrastruktur in der Region rund um die Landeshauptstadt an die Anforderungen „des modernen Eisenbahnverkehrs“ anpassen will. Kernstück dazu ist die zweite Stammstrecke.

Lärm- und Staubbelästigung

Aber es gibt auch eine Kehrseite: Nämlich Lärm- und Staubbelästigungen, ganz abgesehen vom Schienenersatzverkehr (siehe nebenstehenden Kasten). Die Arbeiten sollen täglich zwischen 22 und 6 Uhr durchgeführt werden, während der Osterfeiertage zwischen 30. März und 2. April werden sie auf ein Minimum beschränkt. Außerdem verzichtet die Bahn auf eine akustische Warnanlage.

Die planierten Flächen sollen nach Ende der Bauarbeiten zurückgebaut werden, versichert Vesper. In der Gemeinde Seefeld betreffen die Arbeiten auch die Fußgänger: Wie die Kommune gestern mitteilte, bleibt in Hechendorf der Fußgänger-Bahnüberweg am Badeweg in von Freitag, 23. März, 20 Uhr, bis Montag, 16. April, 8 Uhr, gesperrt.

Arbeiten auch an der S6

Auch an der S 6 zwischen Pasing und Tutzing wird gearbeitet, wenngleich nicht in dem Umfang wie an der S 8. Schienenschleifarbeiten sowie Brückenbauarbeiten in Feldafing haben dort in den kommenden Wochen ebenfalls Schienenersatzverkehr zur Folge. So gilt in der Nacht auf Freitag, 23. März, von 23 bis 2.30 Uhr zwischen Tutzing und Pasing der 40-Minuten-Takt. Von Samstag, 31. März, bis Montag, 2. April, sowie von Samstag, 7. April, 10 Uhr, bis Montag, 9. April, 4.40 Uhr, fahren zwischen Tutzing und Starnberg nur Busse.

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