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Der Anbau des Landratsamts soll innerhalb von zwei Jahren fertiggestellt sein (im Bild eine Animation des Anbaues). Doch zuvor muss das Projekt beschlossen werden.

Schock für Kreisräte

Kostenexplosion im Landratsamt

Starnberg - Die Kosten für den Anbau am Landratsamt sollen plötzlich 14,65 Millionen Euro statt 6,5 Millionen betragen. Das stößt bei den Kreisräten auf Kritik. Mit verschiedenen Ansätzen wollen sie die Mehrkosten umgehen.

Der Anbau an das Starnberger Landratsamt ist nötig. Auch darüber, dass dieser nach Vorbild des preisgekrönten Bestands errichtet werden soll, gibt es große Zustimmung im Kreistag. Doch dass das Projekt nun statt den bisher kalkulierten 6,5 Millionen Euro ganze 14,65 Millionen kosten soll, stieß bei der Sitzung des Kreis- und des Bauausschusses gestern parteiübergreifend auf harte Kritik. 

Kreisrat sauer: "Ganz schwache Leistung vom Architekturbüro"

So gab es keine Entscheidung, dem Planungskonzept mit einer Kostenexplosion von 125 Prozent zuzustimmen. Der Bauausschuss soll sich nun in einer weiteren Sitzung mit dem Architekten beraten. „Eine ganz schwache Leistung vom Architekturbüro, uns mit 6,5 Millionen Euro den Mund wässrig zu machen“, kritisierte Bernhard Sontheim (Freie Wähler). 

Architekt Dominik Fahr geriet in Erklärungsnot: „Wir haben damals schon hingewiesen, dass es eine Zahl mit großer Unsicherheit ist.“ So hätten sich notwendige bauliche Eingriffe in das bisher bestehende Gebäude erst ergeben. Zudem sei das Volumen des geplanten Anbaus um 15 Prozent angewachsen. Wohlgemerkt, ohne neue Flächen für Büroräume zu generieren.

Mehr als zwei Stockwerke soll es nicht geben

 Bei den nun veranschlagten Kosten ist etwaiges Mobiliar noch nicht inbegriffen. Manche Möbel können dem bisherigen Gebäude entnommen werden, aber: „Es wird noch Bedarf geben“, kündigte Fahr an. Trotz der neuen Lage betonte Sontheim: „Wir müssen anbauen, das ist Priorität eins.“ Dafür müsse man andere Projekte hinten anstellen. Auch andere Vorschläge gab es, wie man mit der Kostenexplosion umgehen könnte. 

Dr. Oswald Gasser (FDP) schlug vor, eine Alternative zu suchen, die „kostenmäßig zeitgemäßer ist“. So sei es ein Bau, „den man 2016 wohl nicht mehr machen kann.“ Doch Landrat Karl Roth schloss eine alternative Gebäudeart aus: „Höher können wir nicht, tiefer können wir nicht.“ Mehr als zwei Stockwerke könnte es auch nicht geben. 

Das Projekt an sich soll also nicht kippen – könnte aber günstiger werden? Für Martin Frey (CSU) wäre „eine Steigerung von 30 Prozent akzeptabel gewesen“. Er hinterfragte, ob es nicht mittels Einsparungen möglich sei, „dass wir in die Nähe von acht Millionen Euro rutschen“. Landrat Roth bezeichnete das als „unrealistisch“. Kreiskämmerer Stefan Pilgram betonte: „Wir haben schon deutliche Einsparungen vorgenommen.“ 

Steigen die Kosten nochmal? "Berechnung ist sehr präzise"

Wenn der Anbau nicht günstiger wird, könnte man zum Einsparen auch Teile des Landratsamts auslagern, wie Albert Luppart (Freie Wähler) vorschlug und begründete: „Wir wissen, dass es kein Zweckbau, sondern ein schöner Bau ist. Aber in Schönheit sterben möchte ich auch nicht.“ Das Landratsamt bewegt sich „auf 500 Beschäftigte zu“, wie Roth anmahnte. Auch er wisse, „dass wir uns auf 100 Millionen Euro Schulden zubewegen“. Darüber hinaus erwarten den Landkreis, etwa mit Flüchtlingen, Fachoberschule (FOS) oder dem Seefelder Krankenhaus weitere kostenintensive Themen. 

Wie dabei mit der Kostenexplosion des Anbaus umgegangen werden soll, sollen nun Beratungen klären. Eine weitere Kostensteigerung soll es laut Fahr nicht geben: „Die Kostenberechnung basiert auf Bauteilen und ist sehr präzise.“ Ein Thema hingegen scheint bereits gelöst: Die Anforderung von 25 Stellplätzen werde man mit 27 „übererfüllen“, so Fahr.

Von Sebastian Raviol

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