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„Ah, wie schön, ein Stück Heimat“, sagte Kira Weidle gestern nach dem Abschlusstraining zur Damenabfahrt, als Andre Siems sie im Zielraum interviewte. Die beiden Starnberger treffen sich immer wieder mal.

Olympische Winterspiele

Zwei Starnberger in Pyeongchang

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Noch bis Sonntag laufen die Olympischen Winterspiele in Südkorea. Zwei Starnberger sind in Pyeongchang dabei: Skirennläuferin Kira Weidle und BR-Radioreporter Andre Siems. Wie der Sportkommentator die Spiele erlebt, erzählt er exklusiv dem Starnberger Merkur.

Starnberg– Seit zwei Wochen ist Andre Siems nun schon in Pyeongchang. Der 42-jährige Starnberger kommentiert für den Bayerischen Hörfunk seine vierten Olympischen Winterspiele. In Südkorea ist er für die alpinen Ski- und die Freeski Slopestylewettbewerbe zuständig. Und auch die Schlussfeier am Sonntag wird Siems kommentieren, ehe es wieder nach Hause geht. Und dann „freue ich mich wieder auf einen schönen deftigen Schweinsbraten mit Knödel oder eine Leberknödelsuppe in Starnberg. Und natürlich auf Schwarzbrot, schön mit frischer Kruste. Das lernt man alles erst hier so richtig schätzen“, sagt der Sportkommentator im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Das riesige Hotel, in dem auch Kira Weidle mit Vicky Rebensburg wohnt, droht nach den Spielen zur Bauruine zu verkommen.

Denn kulinarisch kann Siems dem Land in Ostasien nur wenig Positives abgewinnen. „Mir wurden Haifischaugen angeboten, dazu ein Schnaps, angeblich gut für die Potenz. Ich habe dankend abgelehnt. Es gibt hier auch sehr furchtbare Restaurants, die wirklich Hundefleisch als Delikatesse anbieten“, erzählt er. Und zu jeder Mahlzeit gibt es „kleine Fische mit Kopf, die dich gefühlt immer anschauen“. Sein tägliches Frühstück verwöhnt den europäischen Gaumen auch nicht gerade: „Scharfe Algensuppe mit Tofu, dazu eine Mandarine und Banane, fertig.“

Andre Siems’ tägliches Frühstück: scharfe Algensuppe mit Tofu.

Doch abgesehen vom Essen ist Siems positiv überrascht. „Korea hat mich beeindruckt. Alles ist sehr gut organisiert. Die Menschen sind toll und hilfsbereit.“ Und auch die Begeisterung der Leute für die verschiedenen Sportarten sei allmählich gewachsen. „Die Tribünen sind schon viel voller geworden, die Koreaner haben im Laufe der Spiele viel ausprobiert, das ist toll“, sagt Siems, der natürlich auch die Starnberger Skirennläuferin regelmäßig trifft. „Das ist immer schön, wenn ich die Kira sehe.“ Gestern nach dem Abschlusstraining für die Abfahrt hat sie ihn mit den Worten begrüßt: „Ah, wie schön, ein Stück Heimat!“

Als negativ empfindet Siems, der in einem Motel wohnt, das am Wochenende als Tageshotel für Pärchen genutzt wird („Das geht dann schon mal bis 3 Uhr früh, und man kann leider durch die dünnen Wände fast alles hören“), den Umgang der Koreaner mit der Umwelt. Für die Skirennstrecke in Jeongseon „ist der Wald und der Berg komplett zerstört worden“, empört sich der 42-Jährige. Und was aus dem riesigen Hotel werden wird, in dem auch Kira Weidle und Viktoria Rebensburg untergebracht sind, steht in den Sternen. Schließlich werden die kompletten Gondel- und Sesselliftanlagen nach den Spielen wieder abgebaut. „Unfassbar“, sagt Siems.

Seine bisherigen Höhepunkte? „Ich war beim Gold von Kombinierer Erik Frenzel live dabei, bei den Biathleten beim Massenstart, und auch die Freestyle-Wettbewerbe sind einfach beeindruckend.“ Und: Nach Marcel Hirschers Riesenslalom-Gold war Siems ins Österreicherhaus eingeladen. „Das war der Hammer. Es gab frisches Schwarzbrot und zur späteren Stunde nach der ein oder anderen Marille noch eine Brettljause.“

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