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Krawalle vor Starnberger Polizeistation: 5 Angeklagte und 21 Zeugen

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Von: Peter Schiebel

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Starnberg im Juli 2019: Ein Großaufgebot der Polizei riegelte am 25. Juli die Wache an der Rheinlandstraße ab.
Starnberg im Juli 2019: Ein Großaufgebot der Polizei riegelte am 25. Juli die Wache an der Rheinlandstraße ab. © ike

Die Krawalle vor der Starnberger Polizeistation werden von kommender Woche an vor dem Starnberger Amtsgericht verhandelt. In einem ersten Verfahren müssen fünf junge Leute auf der Anklagebank Platz nehmen.

Starnberg – Was geschah wirklich am 25. Juli 2019 vor der Starnberger Polizeistation? Diese Frage steht im Mittelpunkt, wenn am kommenden Donnerstag, 17. September, um 9.15 Uhr vor dem Starnberger Amtsgericht der Prozess gegen fünf junge Leute beginnt. Es ist das erste Verfahren um die Krawallnacht von Starnberg. Ein zweites wird folgen, dann gegen sechs weitere Beschuldigte.

Die Staatsanwaltschaft München II wirft den elf jungen Leuten tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte, Widerstandshandlungen, Körperverletzungsdelikte, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Beleidigung und versuchte Gefangenenbefreiung vor. Aus Reihen der Verteidiger war bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Anklagen Ende Mai teils deutliche Kritik an der Version der Staatsanwaltschaft laut geworden, wonach aus einer Gruppe von 40 bis 50 Personen heraus Schläge, Tritte und Schubsen gegen Polizeibeamte erfolgt sein sollen (wir berichteten). Alle Beschuldigten waren zum Tatzeitpunkt zwischen 15 und 19 Jahren alt.

Lesen Sie dazu: Vier Jugendliche sind angeklagt, im Prozess um die Krawallnacht in Starnberg. Im Juli 2019 hatten sie sich eine Prügelei mit den Beamten geliefert. Jetzt zeigen sie Reue - äußern aber auch Kritik.

Ein eingeschlagenes Fenster der Polizeiinspektion als stummer Zeuge der Krawallnacht. 
Ein eingeschlagenes Fenster der Polizeiinspektion als stummer Zeuge der Krawallnacht.  © Schuldt/dpa

Vor Gericht sitzen zunächst vier Jugendliche und ein Heranwachsender, der heute 20 Jahre alt ist. Jeder hat einen eigenen Rechtsanwalt benannt, weswegen es allein von daher schon eng wird im Sitzungssaal 125 des Amtsgerichts. Da einige Plätze für Pressevertreter reserviert sind, werde der Öffentlichkeit nur „eine sehr begrenzte Anzahl“ an Plätzen zur Verfügung stehen, sagte der Pressesprecher des Amtsgerichts, Franz von Hunoltstein, am Freitag gegenüber dem Starnberger Merkur.

Mit dem Seefelder Rechtsanwalt Georg Heilmeier kommt einer der Verteidiger aus dem Landkreis Starnberg. Er hält sich mit seinen Aussagen zum jetzigen Zeitpunkt aber noch bedeckt. Er sei selbst gespannt, wie die Sache ausgehe, sagte er auf Anfrage. Licht ins Dunkel sollen 21 Zeugen bringen, die das Gericht benannt hat. Drei Verhandlungstage sind bislang angesetzt. Nach dem vorliegenden Sitzungsplan könnten am Donnerstag, 24. September, die Urteile gesprochen werden. Die Verhandlung leitet Richter Ralf Jehle. Ihm sitzen zwei Laienrichter als Schöffen zur Seite. Der Termin für das zweite Verfahren mit insgesamt sechs minderjährigen Angeklagten ist nicht bekannt.

Am 25. Juli 2019 war die Situation am Rande des Sommerfestes des Gymnasiums Starnberg eskaliert. Auf dem Gehweg unweit der Schule hatten mehrere Jugendliche privat gefeiert. Ein damals 15-Jähriger aus dieser Gruppe soll einen Sicherheitsmitarbeiter am Gymnasium mehrfach nach Drogen gefragt haben. Daraufhin rief der Mitarbeiter die Polizei, die den 15-Jährigen schließlich in Gewahrsam nahm. Aus Reihen der jungen Leute wurde dann der Versuch unternommen, den 15-Jährigen zu befreien. Steine und Flaschen flogen, es kam zu Handgreiflichkeiten. Auch Vorwürfe gegen eingesetzte Polizisten wurden laut. „Das Verfahren in Richtung der Polizeibeamten wurde mangels Tatnachweises eingestellt“, hatte die Staatsanwaltschaft im Mai erklärt.

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