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Anna Pertl von der Munich International School mit Teilnehmerinnen ihres Projekts „One Woman One Garden“ – jede Frau in Burkina Faso soll also möglichst einen eigenen Garten haben, in dem sie Lebensmittel anpflanzt. 

Annas Kampf gegen den Hunger in Afrika

Anna Pertl ist Schülerin an der MIS in Starnberg. Mit ihrem Hilfsprojekt unterstützt sie bereits etwa 5000 Frauen in Burkina Faso - und wurde dafür nun mit einem wichtigen Preis geehrt. 

Starnberg – Großer Auftritt mehr als 4000 Kilometer Luftlinie von zu Hause entfernt: In Koudougou, der drittgrößten Stadt des westafrikanischen Burkina Faso, dreht sich am Samstag wahrscheinlich nicht alles, aber ziemlich viel um eine Schülerin der Munich International School aus Starnberg. Die 17 Jahre alte Anna Pertl bekommt dort die „Médaille de l’Ordre du Mérite National“ verliehen, eine wichtige Auszeichnung des Landes. Damit ehrt Burkina Faso den Einsatz der jungen Frau im Kampf gegen den Hunger in einem Land, in dem mehr als 90 Prozent der Einwohner weniger als 5 Euro pro Tag zur Verfügung haben und zwei von drei Einwohnern nicht lesen und schreiben können.

So beachtlich diese Meldung ist, so beachtlich ist auch Annas Engagement. Vor vier Jahren war sie erstmals in Burkina Faso. Ihre Eltern engagieren sich dort schon seit längerem, arbeiten mit an dem Traum, das Gymnasium in Koudougou zur besten Schule des Landes zu machen. Anna unterstützte sie, gab zum Beispiel Englischunterricht. Vor zwei Jahren startete sie dann ihr eigenes Projekt. „Nach Besuchen in den umliegenden Dörfern der Schule war ich komplett überrascht, dass tatsächlich vor keiner Hütte oder keinem Haus ein kleiner Gemüsegarten war, obwohl es so viel Platz gibt“, erzählt sie dem Starnberger Merkur. „Große Landstriche hatten keinen einzigen Garten.“

Ihr Projekt nennt sich „One Woman One Garden“

Annas Idee: ein Gemüsegarten für jede Familie oder zumindest jede Frau. „One Woman One Garden“, nannte sie das Projekt, mit dem sie als Neuntklässlerin der MIS anfing und das auch Teil ihres Internationalen Abiturs ist. 80 Frauen aus dem Umfeld der Schule waren die ersten Teilnehmerinnen. „Ein Lehrer bringt den Frauen bei, wie man gärtnert“, erklärt Anna das Prinzip. „Dann bekommen die Frauen eine Anleitung samt Merkzettel mit wichtigen Informationen.“ Nun kann es losgehen mit dem Anbau von Salat und Gemüse. Allein gelassen werden die Frauen dabei nicht. „Die Lehrer besuchen sie, um Probleme und Erfolge zu besprechen und Fragen zu beantworten“, erzählt Anna. Ganze vier Euro kostet die Erstausstattung eines Gartens inklusive Samen und Dünger.

Das Programm funktioniert und „breitet sich jetzt in Burkina Faso aus“, berichtet die Schülerin. Nach Angaben der MIS haben mittlerweile 5000 Frauen daran teilgenommen. Auch große Gemeinschaftsgärten wurden angelegt, dazu Brunnen gebohrt. Annas Ziel ist es, jedes Jahr mehrere tausend Frauen zusätzlich für „One Woman One Garden“ zu begeistern.

Beteiligt sind auch Mitarbeiter eines Alphabetisierungsprogramms

Natürlich hat die 17-Jährige Unterstützer in dem westafrikanischen Land, mit denen sie zusammenarbeitet. Darunter sind auch Mitarbeiter eines Alphabetisierungsprogramms. Dazu kommen Sponsoren, Spender und die Hilfe von zu Hause. „Meine Mutter unterstützt mich inhaltlich und emotional sehr“, sagt sie. Die Eltern sind auch mit in Koudougou. Auch ihre Schwester und ihr Bruder waren schon mehrfach in Burkina Faso.

Einen Berufswunsch hat die junge Frau, die in ihrer Freizeit gerne liest, Sport treibt, mit ihrer Familie zusammen ist und natürlich reist, auch schon – und der hat zunächst gar nichts mit Entwicklungshilfe zu tun: „Ich möchte nächstes Jahr Biochemie studieren“, sagt sie.

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