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Pause an der Obstpresse: August Machnik, Peter Kontae und Ralf Maier (v.l.) vom Obst-, Gartenbau- und Imkerverein Aufkirchen haben heuer wesentlich weniger zu tun als nach der Apfelrekordernte von 2018. 

Nachgefragt bei den Obstpressen

Apfelernte verhagelt: Landkreis zehrt noch vom Vorjahr

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Viele Apfelbäume im Landkreis erholen sich noch von der Rekordernte des vergangenen Jahres und tragen nur mäßig Früchte. Der Hagel zu Pfingsten hat das Wachstum auch beeinträchtigt. „Starnberger Land“ arbeitet immer noch die Mengen vom vergangenen Jahr ab.

Landkreis – Zwei Zahlen verdeutlichen den Unterschied zwischen dem Apfeljahr 2018 und dem Apfeljahr 2019: 1260 im Vergleich zu 313. „Vergangenes Jahr war die größte Menge Apfelsaft, die wir an einem Tag gepresst haben, 1260 Liter“, sagtRalf Maier vom Obst-, Gartenbau- und Imkerverein Aufkirchen. „Heuer waren es bisher 313 Liter.“ Die Obstpresse des Vereins in Aufhausen, die im vorigen Jahr wegen der vielen Äpfel schon früher ihren Dienst aufnahm als üblich, sei heuer wesentlich weniger in Betrieb. „Und zwei Drittel der Äpfel sind faul“, sagt Maier. Für den passionierten Gartler ist das kein Wunder. „Nach der Jahrhunderternte im vorigen Jahr ist es ganz natürlich, dass die Bäume eine Pause einlegen“, sagt er.

Aber nicht alle Apfelbäume pausieren, wie Christiane Grötsch aus Machtlfing feststellt. „Manche haben viel, manche wenig“, sagt sie über die Anlieferungen für ihre Obstpresse. Zwar hätten viele Bäume schön geblüht, doch hätten sich die Früchte nicht so gut entwickelt.

Das beobachtet auch Starnberger Land. „Die Ernte ist nicht vergleichbar mit dem vergangenen Jahr“, sagt die Vorsitzende der Solidargemeinschaft, Jana Schmaderer aus Erling. „Da wussten wir gar nicht, wohin mit dem Obst.“ Sie macht auch den Hagel am Pfingstmontag für die schlechte Ernte verantwortlich. „Bei uns in Erling ist die Ernte in Ordnung, bei meiner Tochter in Frieding nicht.“

Der Frohnloher Landwirt Rudolf Heidrich spricht von einem „Hagelstrich durch den Landkreis“. Er selbst sei am Rande betroffen gewesen. Insgesamt wundert er sich, dass die Ernte doch so gut ausgefallen sei und so viele Äpfel gewachsen seien nach dem Hagelschlag. Seine Erklärung: „Während der Blüte gab es keinen Frost, und es sind viele Insekten geflogen.“

2018 gab es Sammeltermine für Streuobst

Starnberger Land ist nicht unbedingt traurig, dass die Apfelernte heuer nicht so üppig ist. Die Solidargemeinschaft arbeitet immer noch die Apfelschwemme von 2018 ab. Vergangenes Jahr wurden Sammeltermine für Streuobst aus Privatgärten sogar abgesagt, insgesamt gab es nur drei. Dennoch reichte die gesammelte Menge weit über den Bedarf hinaus, wie Schmaderer mitteilt.

Und zwar immer noch. All den im vergangenen Jahr produzierten Apfelsaft mit zusätzlichen Produkten wie Apfelessig, Früchtepunsch und Glühmost abzuarbeiten, sei nicht ganz gelungen, sagt die Vorsitzende.

Heuer gibt es im Landkreis Starnberg deshalb nur einen einzigen Sammeltermin für Streuobst: am Samstag, 12. Oktober, von 9 bis 13 Uhr bei Rudolf Heidrich in Frohnloh. Damit will man die Pflege von Streuobstwiesen und die Verwertung von deren Ernte honorieren. „Streuobstwiesen sind der Lebensraum von rund 5000 Tier- und Pflanzenarten“, sagt Schmaderer. „Damit zählen sie zu den artenreichsten Ökosystemen hierzulande.“

Wer Streuobst zum Heidrichhof liefert, darf nur unbehandelte und nicht faulige Früchte liefern. „Ein einziger fauler Apfel kann 2000 Liter Saft verderben“, weiß Schmaderer. 100 Kilogramm Äpfel werden mit 15 Euro vergütet.

Wer seine Äpfel in Aufkirchen verarbeiten lassen will, hat dienstags und freitags Gelegenheit dazu. Anmeldung bei Ralf Maier unter 0 81 71/3 86 47 27. Auch Familie Grötsch in Machtlfing nimmt Anmeldungen für die Obstpresse entgegen: 0 81 57/88 04.

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