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Auf eine gute Zusammenarbeit (v.l.): Gertraud Küchler, Hannelore Wiedemann (beide Pfarrgemeinderat Perchting-Hadorf), die Kirchenpfleger Dr. Richard Leopold (Starnberg) und Wolfgang Wittmann (Söcking), Pfarrer Dr. Andreas Jall, Bürgermeisterin Eva John und Birgit Dischner (Pfarrgemeinderat Starnberg).

Pfarreiengemeinschaft Starnberg

Applaus für den neuen Starnberger Stadtpfarrer

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Der neue Stadtpfarrer Dr. Andreas Jall ist mit einem zweistündigen Festgottesdienst in St. Maria offiziell in sein Amt eingeführt worden. Von den mehr als 600 Gläubigen gab es noch während der Messe lautstarken Applaus für die Predigt des 41-Jährigen.

Starnberg – Einen solchen Gottesdienst hat die Stadtpfarrkirche St. Maria lange nicht mehr erlebt. Mehr als 600 Gläubige, gut und gerne 50 Ministranten und 20 Priester, dazu Fahnenabordnungen von knapp zehn Vereinen, Kirchenchor, Bläser und Geläut – noch festlicher als am frühen Sonntagabend geht es kaum. Es war die offizielle Amtseinführung des neuen Stadtpfarrers Dr. Andreas Jall – und es könnte gleichzeitig der Beginn einer neuen Zeitrechnung für die rund 8000 Katholiken der Pfarrgemeinde St. Maria gewesen sein.

In seiner Predigt machte Jall klar, dass die Kirche elementarer Bestandteil der Gesellschaft ist. „Gott ist kein Beiwerk und keine Zutat“, sagte er. „Wenn Gott vergessen wird, wird auch der Mensch in Vergessenheit geraten.“ Von daher sei der Glaube auch immer politisch. Jall: „Es geht um das Menschliche und dass wir es uns bewahren.“

Blick nach oben: Stadtpfarrer Dr. Andreas Jall (l.) während des Festgottesdienstes, den Dekan Anton Brandstetter (2.v.r.) in weiten Teilen zelebrierte. Im Hintergrund die evangelischen Pfarrer Dr. Stefan Koch (2.v.l.) und Hans Martin Schroeder.

In dem Zusammenhang reichte der Nachfolger von Werner Haas als Stadtpfarrer den evangelischen Christen und den Muslimen die Hand. „Was uns trennt, ist viel kleiner als das, was uns eint“, sagte er in Richtung der Protestanten. „Gehen wir gemeinsam hinaus, denn alleine schaffen wir es nicht.“ Dass es der 41-Jährige mit seinem Bekenntnis zur Ökumene ernst meint, zeigte die Anwesenheit der evangelischen Pfarrer Birgit Reichenbacher, Dr. Stefan Koch und Hans Martin Schroeder – die sich auf ausdrücklichen Wunsch Jalls lutherische Talare angezogen hatten. Auch mit den Muslimen will Jall gute Kontakte pflegen. „Ohne die Heiligen, die wir beide verehren, verliert auch der Mensch seine Heiligkeit, seine Unantastbarkeit.“

Am Ende seiner Predigt zollten die Gottesdienstbesucher Jall lautstarken Applaus. Unter den Gästen waren auffallend viele Familien mit Kindern in Tracht, aber auch zahlreiche Repräsentanten des öffentlichen Lebens wie Landrat Karl Roth und sein Vorgänger Heinrich Frey oder Bürgermeisterin Eva John und die Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger und Heribert Thallmair.

Viele Vorschusslorbeeren in den Grußworten

In den Grußworten wurde Jall mit viel Vorschusslorbeeren bedacht. „Starnberg war meine erste Liebe“, zitierte die stellvertretende Pastoralratsvorsitzende Birgit Dischner eine Aussage des Pfarrers. „Wir hoffen, dass sie nie vergeht. Und wir sind froh und dankbar, dass Sie zurückgekehrt sind.“ In den Jahren 2005 und 2006 war Jall bereits Kaplan in Starnberg.

Die evangelische Pfarrerin Reichenbacher nahm Jalls ausgestreckte Hand an: „Wir sind bereit für die große Fahrt“, sagte sie mit Blick auf ökumenische Projekte wie gemeinsame Gottesdienste an Buß- und Bettag sowie Volkstrauertag. Jall möge sich „seine Freundlichkeit, seine Fröhlichkeit und sein Gottvertrauen“ bewahren. „Wir begrüßen Sie mit offenen Armen und offenen Herzen“, sagte Bürgermeisterin John. „Ich freue mich auf Sie als neuen Stadtpfarrer, als neuen Bürger und als Mensch.“

Jall zeigte sich bereits am Sonntag, aber auch noch am Tag danach „überwältigt“, wie er dem Starnberger Merkur sagte. Der Applaus für die Predigt habe ihn „sehr überrascht und sehr berührt“. Auch dass viele Gemeindemitglieder nach dem zweistündigen Gottesdienst noch bis 22.30 Uhr beim Stehempfang im Pfarrzentrum gewesen seien, habe ihn gefreut. Einen besonderen Dank zollte er der Kirchenmusik unter der Leitung von Bernard Texier für die Gestaltung der Messe, Mesner Hans Raphael für den Blumenschmuck in Rot und Weiß und den vielen Ministranten – „aus Starnberg und aus Söcking“.

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