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Autobahndreieck Starnberg

Brückenarbeiten: Hier brauchen Autofahrer mehr Zeit

Starnberg - An der maroden Brücke am Autobahndreieck Starnberg sind sofortige Arbeiten nötig. Für Jahre müssen Autofahrer mehr Zeit einplanen.

Bauarbeiten, Temporeduzierung, verengte Fahrbahnen: Für Autobahnfahrer klingt die Ankündigung der Autobahndirektion Südbayern fast wie eine Drohung. Die 1965 erbaute Brücke am Autobahndreieck Starnberg muss wegen ihres schlechten Zustands mit vier Betonpfeilern gestützt und die Fahrbahnen verengt werden (wir berichteten). Damit die Pfeiler ab 21. März aufgebaut werden können, gibt es ab heute auf der Rampe von Starnberg nach München nur noch eine statt zwei Fahrbahnen. Auf der Zufahrt der A 95 von Garmisch-Partenkirchen Richtung Starnberg ist der Standstreifen gesperrt.

Brücke bei bestimmten Lasten "nicht mehr auf gewünschtem Niveau"

Ist die Brücke gar einsturzgefährdet? „Das bedeutet es noch lange nicht“, versichert Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern. Im kommenden Jahr soll die Brücke nach Ostern ohnehin neu gebaut werden. Bei statischen Nachberechnungen für den Brückenabriss fiel auf, dass diese derzeit nicht den Sicherheitsstandards entspricht. „Die Statiker sind dieser Meinung. Wir intern sind alle der Meinung, es passiert nichts“, betont Seebacher. 

Die allgemeine Sicherheit von Bauwerken halte man weiterhin ein, es gehe um Extremfälle. Etwa, wenn ein Schwertransporter ganz außen fährt, auf der Gegenfahrbahn keine Autos fahren und ungünstiger Wind hinzukommt. Bei solch einer Lasten-Berechnung sei die Brücke „nicht mehr auf gewünschtem Niveau.“ Wegen ihrer „ungewöhnlichen Konstruktion“ als Rampenbrücke mit Bogen bestehe die Gefahr, dass „sie sich seitlich wegdreht.“ 

Sicherheitsmaßnahmen kosten etwa 100 000 Euro

Um dies auszuschließen, werden auf jeder Seite 30 Zentimeter der beiden Fahrbahnen eingeengt: „Damit die Leute in der Mitte fahren.“ Außerdem wird die Geschwindigkeit auf Tempo 80 reduziert. „Das ruft den größten Unmut hervor“, ahnt Seebacher. Erhöhen die Maßnahmen die Staugefahr? „Auf der Autobahnbrücke nicht“, glaubt Seebacher. „Der Engpass ist immer die Ortsdurchfahrt Starnberg. Von Percha kommend, kann es in der Morgenspitze zwicken.“

Etwa 100 000 Euro kosten die Sicherheitsmaßnahmen. Die Verkehrsführung auf der Autobahn für ein Jahr einzuhalten und stetig zu kontrollieren, verursache den Großteilt der Kosten. Letztlich habe eine Kombination die Maßnahmen notwendig gemacht: Ausgebliebene Sanierung und erhöhte Sicherheitsstandards. Vor etwa zehn Jahren hätte eine Generalinstandsetzung angestanden. „Das hat sich aber nicht gelohnt, da hätte man sehr, sehr viel Geld reinstecken müssen.“ Die Investitionen blieben aus, nun muss vor dem Neubau doch noch Geld in die Brücke gesteckt werden. „Sicher ist sie, aber der Bund will bei Autobahnen kein Risiko eingehen“, erklärt Seebacher. Deshalb brauche es diese „provisorische Lösung bis zum Brückenabriss.“

Brücken-Neubau: Bis 2018 für fünf Millionen Euro

Der Neubau soll bis 2018 stehen und etwa fünf Millionen Euro kosten. Diese Zahl sei aber nur vorläufig. Noch würden die Möglichkeiten geprüft, wie der Verkehr nach dem Abriss laufen kann. Vorstellbar sei eine Behelfsbrücke oder eine Rampe. Zwei Jahre lang dauern die Bauarbeiten, „weil immer nur eine Seite erneuert wird. Da sind wir noch am Knobeln.“ Bis die neue Brücke steht, werden die Autobahnfahrer Einschränkungen erdulden müssen.

Von Sebastian Raviol

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