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Bei TV-Arbeiten zusammengebrochen: SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot

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Eine Reitanlage sorgt in Starnberg für Diskussionen.
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Eine Reitanlage sorgt in Starnberg für Diskussionen.

Aufschrei gegen Reitanlage

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Der Bauausschuss des Stadtrats hat die geplante Erweiterung eines Pferdebetriebs am Ortseingang von Hadorf einstimmig abgelehnt. Die Stadträte stören sich an den Maßen des Großprojekts, befürchten aber, von übergeordneten Behörden überstimmt zu werden.

Hadorf – Die Meinung im Starnberger Bauausschuss am Donnerstagabend war eindeutig. „Unglaublich massiv“, fand Christiane Falk (SPD) die Pläne. „Das sollte man nicht zulassen“, empfahl Franz Heidinger (BLS). Und Stadtbaumeister Stephan Weinl sprach von „fast industriehaftem Charakter“, bei dem ihm gar das Herz blute. Es ging um die Pläne zur Erweiterung eines bestehenden landwirtschaftlichen Pferdebetriebs an der Dorfstraße am südlichen Ortseingang von Hadorf.

Dort gibt es bislang einen Pferdehof mit Wohnungen, Stallungen, einer Reithalle, Lagerräumen und Büroräumen, auch eine Pferdeführanlage und ein Springplatz sind angelegt. Nun hat der Eigentümer große Pläne. Zwischen der bestehenden Anlage und der Landstraße nach Perchting plant er eine 95 Meter lange und 32 Meter breite neue Reithalle – dreimal größer als die bisherige Halle. Zur Straße hin sind vier Stallungen angefügt, davor sieben Ausläufe für Pferde geplant. Im nördlichen und südlichen Bereich des Hauptgebäudes sind zehn Mitarbeiterwohnungen vorgesehen. Zwölf Meter ist die Halle nach den vorliegenden Plänen hoch.

Südlich davon sind zwei weitere Neubauten vorgesehen, ein landwirtschaftliches Betriebsgebäude und eine Führanlage samt Mistlege. Zwischen diesen Neubauten und dem bestehenden Reiterhof sollen ein 50 mal 100 Meter großer Springplatz und ein Longierzirkel mit 18 Metern Durchmesser das Areal komplettieren. Die verkehrliche Erschließung ist nach Angaben Weinls über eine Stichstraße geplant, die von der Kreisstraße Richtung Perchting abzweigt.

Dass dort bislang Tempo 100 gefahren werden darf und eine Einmündung zu Schwierigkeiten führen könnte, spielte am Donnerstag nur eine untergeordnete Rolle. Auch dass die Stadtverwaltung die Erschließung hinsichtlich Schmutzwasser, Niederschlagswasser und Löschwasserversorgung als nicht gesichert ansieht, beschäftigte die Stadträte kaum. Sie waren von den schieren Ausmaßen der Planung erschrocken.

Ludwig Jägerhuber (CSU) erinnerte daran, dass der Bestand bereits in den 1990er Jahren nicht unumstritten gewesen sei. Die aktuellen Pläne halte er aus Sicht des Antragstellers zwar für nachvollziehbar, aber: „Wir haben abzuwägen, ob das an der Stelle passt.“

Einstimmig verweigerte der Ausschuss das gemeindliche Einvernehmen zu dem Vorhaben – wohlwissend, dass er das Projekt damit womöglich nicht verhindern kann. Entscheidend für Vorhaben dieser Art ist nämlich der Nachweis der Privilegierung, also beispielsweise ob es sich um einen landwirtschaftlichen Betrieb handelt und der Antragsteller die erforderlichen Qualifikationen dafür vorweisen kann.

Grünen-Stadtrat Dr. Franz Sengl schwante bereits Böses. „Wir wissen alle, dass die Privilegierung erteilt wird“, sagte er und erinnerte an ähnliche Vorhaben in Percha und Leutstetten. „Der Staat zeigt nicht mal ein Fünkchen Gefühl vor solcher Landschaftsverschandelung.“ Seine einzige Hoffnung: „Wir sollten einen Bebauungsplan drüber legen, um wenigstens das Schlimmste zu verhindern.“

Auch Ludwig Jägerhuber sah einen Bebauungsplan als „letzten Rettungsanker“. Ein solches Verfahren seien Stadtrat und Verwaltung auch den Hadorfer Bürgern schuldig, um ihnen so eine Mitwirkung zu ermöglichen. „Ein solcher Eingriff sollte nicht ohne Bauleitplanung möglich sein, selbst wenn die Privilegierung vorliegt“, sagte auch Professor Otto Gaßner (UWG). Wie es an der Dorfstraße weitergeht, ist nun offen.

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