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Mobilfunk

Ausbau einer Sendeanlage gestoppt

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Bürgermeisterin Eva John hat im Zuge einer Eilentscheidung den Ausbau einer bestehenden Mobilfunkanlage in Söcking gestoppt. Unabhängig davon machen Anlieger gegen eine beschlossene neue Sendeanlage am Höhenweg mobil.

Söcking – Die Angelegenheit erlaubte keinen Aufschub. In der vergangenen Woche ging im Rathaus ein Antrag eines Mobilfunkunternehmens ein, eine bestehende Sendeanlage auf einem Privathaus an der Riedeselstraße aufzurüsten. Die Anlage sollte künftig auch LTE-tauglich sein, was einen deutlich höheren Datentransfer erlaubt als bei älteren Anlagen. Geplanter Baubeginn hätte bereits kommende Woche sein sollen. Dem hat Bürgermeisterin Eva John nun einen Riegel vorgeschoben.

Sie hat eine Veränderungssperre für sechs Grundstücke zwischen Riedeselstraße und Friedhofstraße erlassen und darüber hinaus einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst mit dem Ziel, die Zulässigkeit von Mobilfunkanlagen in dem Gebiet auszuschließen. Außerdem sei ein Fachanwalt damit beauftragt, mit dem Mobilfunkbetreiber ins Gespräch zu kommen.

Den Bauausschuss des Stadtrats will die Bürgermeisterin in dessen Sitzung an diesem Donnerstag darüber informieren, bereits am Mittwoch wird der Bebauungsplan im Amtsblatt veröffentlicht. Die städtischen Gremien früher einzubinden, sei aufgrund der Kürze der Zeit nicht möglich gewesen, sagt John im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „So lange konnten wir nicht warten.“ Der Baubeginn war für den 23. April vorgesehen, die Aufrüstung hätte einen Fortbestand der Anlage auf dem Grundstück an der Riedeselstraße für weitere drei bis fünf Jahre bedeutet. Und damit widerspricht dieses Vorhaben des Mobilfunkanbieters komplett der Strategie der Stadt, Sendeanlagen aus bewohntem Gebiet herauszubekommen und stattdessen an den Ortsrand zu verlegen.

Genau dieses Ziel verfolgt die Stadt auch in Söcking. Dort sind bekanntlich zwei zentrale Sendemasten geplant: am Höhenweg westlich des Kinderhauses sowie in der Nähe des Friedhofs. Für die 40 Meter hohe Beton-Anlage am Höhenweg hat die DFMG Deutsche Funkturm GmbH einen Antrag eingereicht, den der Bauausschuss Ende Januar mit einer 9:4-Mehrheit angenommen hat. Aktuell liegt die Angelegenheit beim Landratsamt, das eine Befreiung erteilen muss, weil der Mast im Landschaftsschutzgebiet entstehen soll. „Die Sache wird derzeit geprüft“, sagte ein Sprecher der Behörde gestern.

Genau gegen diese Anlage machen jetzt Anwohner mobil. Klaus Urbasch lädt unter dem Absender „Bürgerinitiative Anti-Funkturm Söcking“ für den morgigen Mittwoch, 18. April, zu einer Veranstaltung ein. Diese beginnt um 19 Uhr im Gasthof Georg Ludwig in Maising (Ortsstraße 16). „Ein Mobilfunkturm dieser Größe neben Kindergarten und Sportplatz widerspricht Bürgerinteresse, und die betroffenen Einfamilienhäuser verlieren an Wert“, schreibt Urbasch in der Einladung. Als Referent hat er Dieter Kugler aus Bad Heilbrunn eingeladen, der einen Geologischen Beratungsdienst betreibt.

Die Standorte am Höhenweg und am Friedhof gehen auf ein Gutachten des Umweltinstituts München zurück, das insgesamt zwölf potenzielle Flächen untersucht und schließlich diese beiden als am besten geeignet eingestuft hatte. Dabei hatten die Fachleute sowohl die Versorgungssicherheit für Mobilfunkbetreiber und -benutzer im Blick, als auch die größtmögliche Minimierung der Strahlenbelastung für die Anlieger. Im Bauausschuss im Januar hatten Bürgermeisterin John und Stadtbaumeister Stephan Weinl darauf hingewiesen, dass das Kinderhaus „im grünen Bereich“ liege, also in dem mit geringster Belastung, und der Mast aufgrund seiner Höhe über die direkte Umgebung hinwegstrahle.

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