Rockavaria kehrt 2018 in München zurück – an einen ganz anderen Ort

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Der bestehende Kreisradwanderweg Richtung Unering müsste nach bisheriger Planung gekappt werden.

Waldkreuzung/Kreisstraße STA 3

Kampf um Fuß-, Reit- und Radweg

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Ausbau der Kreisstraße STA 3: Die Starnberger Stadträte wollen sich mit Kappung der Verbindungen noch nicht zufrieden geben.

Hadorf – Die Pläne zum Ausbau der Waldkreuzung und der Kreisstraße STA 3 bei Mamhofen stoßen im Stadtrat auf viel Widerstand. Jetzt soll noch einmal verhandelt werden.

Die Ausgangslage: Die Westumfahrung Starnbergs soll mit einem so genannten Bypass an die Waldkreuzung angeschlossen werden (wir berichteten). Diese durchgehende Spur verläuft – aus Richtung Gilching/A 96 kommend – am Kreisel vorbei direkt auf die STA 3 in Richtung Hadorf und Westumfahrung. Die Kreisstraße am Gut Mamhofen wird gleichzeitig auf ganzer Länge ausgebaut und auf den Standard einer Staatsstraße gebracht. Erlaubt ist dort künftig durchgängig Tempo 100, kündigte Amtsleiter Michael Kordon an.

Die Besonderheit: Weil im Bereich Mamhofen Fledermäuse leben, muss auf der südlichen Seite der Straße ein Hindernis gebaut werden. Christoph Probst vom Bauamt: „Die Fledermäuse werden durch einen Wall zum Aufsteigen gezwungen, damit sie nicht von vier Meter hohen Lkw getroffen werden.“

Der Zeitplan:„Bei Zustimmung aller Betroffenen ist eine gleichzeitige Verkehrsfreigabe mit der Westumfahrung möglich“, sagte Probst. Die ist für Mitte 2018 geplant. Sollte allerdings ein Beteiligter nicht zustimmen, etwa die Stadt Starnberg, müsse ein mehrere Jahre dauerndes Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. So lange würde auch der Bypass nicht gebaut.

Das Problem: Bestehende Fuß-, Reit- und Radwegeverbindungen müssen für die neue Straßenführung bei Mamhofen gekappt werden. Der Kreisradwanderweg zwischen Hanfeld und Unering zum Beispiel würde künftig nicht mehr über Mamhofen, sondern über Hadorf führen. Eine Unter- oder Überführung ist derzeit nicht geplant, weil die Eigentümerin keine weiteren Flächen zur Verfügung stellen will. Stephanie von Pfuel hatte in einem Leserbrief an den Starnberger Merkur um Verständnis gebeten: „Die in Planung befindliche Verlegung und der Ausbau der STA 3 durchschneidet den Wald in voller Länge (...) Auf eine Vielzahl von Kompromisslösungen bin ich eingegangen, doch weiteren Forderungen, die den lebensfähigen Fortbestand des Gutes Mamhofen als Wohnort und Forstwirtschaftsbetrieb gefährden, werde ich nicht zustimmen.“ Zu Beginn der Stadtratssitzung am Montagabend überreichte die Starnbergerin Renate Richter Bürgermeisterin Eva John eine Liste mit 246 Unterschriften für den Erhalt der bestehenden Wegeverbindungen – „verbunden mit der dringenden Bitte, sich für unser Anliegen einzusetzen“.

Die Kritik:Glücklich war mit der aktuellen Planung im Stadtrat kaum jemand. „Das ist ein ganz beliebtes Wandergebiet, das man jetzt zertrennt“, mahnte BMS-Fraktionschef Josef Pfister. „Wir können Reiter, Radler und Fußgänger doch nicht schlechter stellen als Frosch, Kröte und Fledermaus“, sagte Anton Wiesböck (FDP).

Die Hoffnung: Weitere Verhandlungen mit der Eigentümerin – entweder um eine Unterführung der STA 3 zu erreichen oder wenigstens ein kleines Stück Rad- und Fußweg parallel zum Fledermaus-Wall bis zum bestehenden Weg Richtung Unering, wo dann eine oberirdische Querung möglich wäre. „Es gibt durchaus noch Chancen“, sagte Prof. Otto Gaßner (UWG). Gegen zwei Stimmen der WPS beauftragte der Stadtrat die Bürgermeisterin, umgehend mit Stephanie von Pfuel in Verhandlungen einzutreten.

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