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IHK-Vorsitzender Martin Eickelschulte (r.) und sein Vize Ingo Schwarz (l.) mit Gastredner Professor Marco Gercke im großen Saal der Schlossberghalle. 

250 Gäste in der Schlossberghalle

Ausbildung, künstliche Intelligenz und Industrie 4.0.: Ein spannender Blick in die Zukunft

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Der Einladung zum IHK-Jahresempfang sind am Dienstagabend etwa 250 Vertreter von Wirtschaft und Politik in die Schlossberghalle gefolgt. Im Mittelpunkt standen diesmal die Themen Ausbildung, künstliche Intelligenz und Industrie 4.0.

Starnberg – Wie finden junge Menschen den richtigen Ausbildungsberuf? Was können Unternehmen tun, um dem Fachkräftemangel zu begegnen? Und wie kann die Politik Arbeitgeber und Arbeitnehmer dabei unterstützen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen? Das sind ganz handfeste Fragen, die viele Unternehmer im Landkreis Starnberg aktuell beschäftigen. Neben diesen Herausforderungen der Gegenwart gibt es aber auch schon die der Zukunft. Künstliche Intelligenz und Robotik sind dabei nur zwei der Schlagwörter. Der IHK-Regionalausschuss Starnberg mit dem Vorsitzenden Martin Eickelschulte an der Spitze führte beim Jahresempfang am Dienstagabend in der Schlossberghalle beides zusammen.

Etwa 250 Gäste waren gekommen, darunter Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig, Vizelandrat Georg Scheitz, Starnbergs Bürgermeisterin Eva John und Kreishandwerksmeister Ludwig Gansneder. War in den vergangenen Jahren bezahlbarer Wohnraum eines der beherrschenden Themen, lenkte Eickelschule den Blick diesmal in Richtung Ausbildung. „Dort tut sich am meisten“, sagte er. Als Beispiel präsentierte Annette von Nordeck von der Wirtschaftsfördergesellschaft gwt den „Ausbildungskompass“, der heuer erstmals erscheint. 50 Firmen würden sich zum Preis von jeweils 60 Euro bereits beteiligen, sagte von Nordeck.

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Michael Padberg, Vorsitzender des Starnberger Unternehmerverbandes (UWS), warb für eine Klimaschutz-Initiative, die der Verband ins Leben rufen wolle. „Das sind wir den nachfolgenden Generationen schuldig“, sagte er. Noch im Frühjahr solle das Konzept stehen. Auch Netzwerkveranstaltungen oder Zukunftsprogramme, zum Beispiel zur Gewinnung von Mitarbeitern, empfahl er den Zuhörern.

Der Brexit gehörte zu den Themen, die IHK-Vize Ingo Schwarz und die CSU-Politikerin Eiling-Hütig ansprachen. „Der 29. März ist ein Kündigungstermin“, sagte Schwarz mit Blick auf den EU-Ausstieg der Briten und empfahl Unternehmen mit Beziehungen zur Insel, äußerst aufmerksam zu sein. Der Brexit zeige auch, wie ernst jeder die bevorstehende Europawahl am 26. Mai nehmen solle. Populisten seien nämlich keine Europafreunde, sondern wollten Europa auseinanderdividieren – „das kann aus wirtschaftlicher Sicht aber nicht unser Ziel sein“, sagte Schwarz. „Europa ist für uns alternativlos“, sagte auch Eiling-Hütig. Um dem Bevölkerungswachstum rund um München zu begegnen, sei es wichtig, Wohnraum zu schaffen, Bauland zur Verfügung zu stellen und Verfahren zu beschleunigen.

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Dann war es an Professor Marco Gercke, von den Themen der Gegenwart aus den Blick in die Zukunft schweifen zu lassen. „Künstliche Intelligenz und Arbeit 4.0“ hatte der Direktor des Cybercrime Research Institute mit Sitz in Köln seinen Vortrag überschrieben – und zog damit die Zuhörer schnell in seien Bann.

Gercke berichtete von Tumorforschung anhand von Big Data, also dem Auswerten schier grenzenloser Datenmengen. Er zeigte Videos von Robotern, die in Amazon-Lagern die Regale bewegen und zu den Mitarbeitern fahren. Er beleuchtete das Internet der Dinge anhand vernetzter Häuser. Er warnte davor, die künstliche Intelligenz auch jenseits von Schachcomputern herausfordern zu wollen: „Versuchen Sie nicht, in Konkurrenz zu einer Maschine zu treten. Das wird nicht funktionieren.“ Er stellte Quantencomputer vor, die noch komplexere Berechnungen vornehmen können. Und er erklärte anhand von OP-Techniken, warum der künftige Mobilfunkstandard 5G erforderlich sein wird.

„In allen Bereichen sind die Entwicklungen bereits deutlich weiter, als Sie sich das vorstellen können“, sagte Gercke. Welche Berufe es in 10, 15 oder 20 Jahren noch geben wird? „Ich traue es mir nicht zu, diese Frage zu beantworten.“

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