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In guten Händen: Foxi (l.) und Basti fühlen sich bei Andrea Neumeier und Jörg Feurich vom Tierheim wohl.

Ausgesetzte Welpen

„Einen Tag später wären sie tot gewesen“

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Starnberg – Zwei Welpen wurden in einem Karton an einem Starnberger Wald zurückgelassen und nur durch Zufall gefunden. Sie sind dem Tod nur knapp entgangen.

Einen solch grausamen Fall hat Christine Hermann noch nicht erlebt. Doch die Leiterin des Starnberger Tierheims kann über ein glückliches Ende berichten. Zwei Welpen wurden am Waldrand auf der Max-Josefs-Höhe in Starnberg Ende April ausgesetzt – zusammengepfercht in einem fest verschnürten Karton. „Einen Tag später wären sie tot gewesen“, sagt Hermann fassungslos. Eine Spaziergängerin fand die beiden Welpen. „Sie waren nicht besonders gut ernährt, struppig und glanzlos – aber nicht ausgemergelt“, beschreibt Hermann. 

Noch kein Hinweis: "Ich hätte den Halter angezeigt"

Das Grausame: Dem Halter war es offenbar egal, was aus den Tieren wird. „Die Kiste war richtig zugemacht und stand auf dem Wegrand am Wald. Nicht so, dass man sie leicht findet.“ Der Zustand der Welpen sei zwar nicht kritisch gewesen, aber „sie waren panisch und menschenscheu“. Ein Hinweis darauf, unter welchen Bedingungen sie zuvor gelebt hatten? „Sie waren nicht lange bei ihrer Mama, sind vielleicht irgendwo in einem Keller aufgewachsen“, vermutet Hermann. Außerdem „waren sie bestimmt nicht viel draußen. Richtig toll wurden sie nicht gehalten“. 

Doch die Tage im Tierheim haben Foxi und Basti, wie sie genannt wurden, gut getan: „Sie haben sich relativ schnell gut erholt und sich an Menschen gewöhnt.“ Aber wie konnte es dazu überhaupt kommen? „Vielleicht kamen sie über eine Internetbestellung, einen illegalen Transport von Mischlingen. Es gibt viele illegale Geschichten, die unter dem Tierschutzmantel ablaufen“, sagt Hermann. Vielleicht sei der Halter dann überfordert gewesen. Doch anstatt sie im Tierheim abzugeben (siehe Kasten), nahm der Halter ihren Tod mutwillig in Kauf. „Ich hätte den Halter angezeigt. Leider haben wir noch keinen Hinweis.“

Bericht des Tierheims auf Facebook über 400 Mal geteilt

Solche Fälle sind keine Seltenheit. Hermann berichtet von einem an den Zaun gebundenen Hund, den man morgens entdeckt habe. Kleintiere würden des öfteren am Waldrand ausgesetzt. Auch sei einmal ein Karton mit 27 Meerschweinchen vor dem Tierheim abgestellt worden – viele seien gestorben. Die Täter erwarten harte Strafen, wie Dienstgruppenleiter Oliver Jauch von der Starnberger Polizei erklärt: „Bei einer Straftat können es bis zu drei Jahre Haft sein, bei einer Ordnungswidrigkeit bis zu 250 000 Euro Geldbuße.“ In diesem Fall liege eher eine Ordnungswidrigkeit vor. Eine Straftat setze erhebliche Schmerzen oder den Tod des Tieres voraus – was glücklicherweise in diesem Fall nicht zutrifft. 

Über 400 Menschen teilten den Bericht des Starnberger Tierheims auf Facebook. Mit Erfolg. Zwei Familien haben Basti und Foxi aufgenommen. „Raus wollen sie noch nicht“, berichtet Hermann. Aber sie ist zuversichtlich: „Eine Hundetrainerin unseres Tierheims unterstützt die Familien.“ Den Welpen müsse man „die Angst nehmen und Vertrauen aufbauen. Sie sind neugierig. Wenn sie Vertrauen haben, haben sie super Chancen, ganz tolle Hunde zu werden."

Tierheimleiterin: Wie man Tiere bei uns abgibt

„Der Halter soll sich die Mühe machen und herkommen“, erklärt Tierheimleiterin Christine Hermann den Ablauf einer Tierabgabe. „Dafür sind wir da, dass wir helfen.“ Das Tierheim bittet um einen vorherigen Anruf – dann kann der Halter das Tier vorbeibringen. „Wir helfen in so einem Fall immer“, sagt Hermann. 

Dem Tierheim geholfen werden kann mit einer Spende unter: Kreissparkasse München Starnberg, BIC: BYLADEM1KMS und IBAN: DE25702501500430056762. 

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