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CSU-Stadtrat Rudolf Zirngibl findet manche Verkehrsschilder, wie hier auf der Hanfelder Straße, überflüssig und verwirrend. Eine Verkehrsschau soll Abhilfe schaffen.

Irreführend und überflüssig?

Ausschuss will Situation neu bewerten: Überflüssige Schilder sollen weg

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität will zusammen mit Fahrlehrer Schubert Situation auf Starnbergs Straßen bewerten. Verschwinden dann vielleicht einige Verkehrszeichen aus dem Stadtbild?

Starnberg – Die Stadt Starnberg will Sinnhaftigkeit und Zweckmäßigkeit der Verkehrsschilder im Stadtgebiet von Fachleuten prüfen lassen. Einen entsprechenden Antrag von CSU-Stadtrat Rudolf Zirngibl hat der Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität am Montagabend einstimmig angenommen.

„Es regt sich doch jeder über den Schilderwald auf“, sagte Zirngibl. Ihm sind unter anderem die vielen Verkehrszeichen auf der Hanfelder Straße ein Dorn im Auge, wo auch der Sitz seines Bestattungsunternehmens ist. „Ich kenne mich teilweise nicht mehr aus“, sagte Zirngibl über die Situation in der Stadt. Unterstützung bekam er vor allem von Anke Henniger (FDP). „Ich habe mich schon gefragt, ob wir einen Vertrag mit einer Schilderfirma haben“, sagte sie. Die Zeichen seien „teilweise verwirrend“. Michael Mignoli (BLS) hatte eine mögliche Ursache ausgemacht: Er habe das Gefühl, dass die Schilderflut erst begonnen habe, als das Wohngebiet und Schulviertel zwischen Hanfelder Straße und Bahnlinie umgestaltet worden sei, sagte er. Seit mehr als zwei Jahren gelten dort Tempo 30 und „Anlieger frei“.

Verkehrsschau mit Fachpersonal soll Abhilfe schaffen

Der Ausschuss hat nun eine Verkehrsschau beschlossen, die sich mit dem Thema beschäftigen soll und an der die Fachstellen beteiligt werden sollen. Grundlage dieser Schau soll eine Auflistung von Fahrlehrer Thomas Schubert sein, der jeden Tag mit dem Fahrzeug in der Stadt unterwegs ist. Was dabei herauskommt, konnte Schubert am Mittwoch im Gespräch mit dem Starnberger Merkur noch nicht vorhersagen. „Es gibt noch keine fertigen Pläne“, sagte er. Zunächst wolle er sich mit dem Verkehrssachbearbeiter der Starnberger Polizei, Oliver Jauch, in Verbindung setzen.

Die Hoffnung auf einen großen Kahlschlag eines möglichen Schilderwaldes wollte Schubert jedenfalls nicht nähren. „So viele unnötige Schilder gibt es gar nicht mehr“, sagte er und erinnerte an die Aktion „Licht in den Schilderwald“ des Freistaats vor einigen Jahren. „Es gibt aber auf jeden Fall einige Situationen, die man verbessern kann.“ Dazu gehört für Schubert zum Beispiel der Seufzerberg, wo er sich eine deutlichere Markierung vorstellen kann. „Und auch am Schulviertel kann man nachbessern“, sagte er.

Situation habe sich dank neuer Regeln verbessert

Dr. Charlotte Meyer-Bülow (CSU) warnte am Montag jedoch schon vor grundlegenden Veränderungen in dem Gebiet. Durch die neuen Regeln sei die Verkehrsbelastung für Anlieger und Schulkinder „sehr viel besser geworden“, sagte sie. „Wir werden weiterhin dafür werben, dass es so bleibt“, betonte sie und erinnerte an eine Unterschriftensammlung von 400 Bürgern, die sich einst für die Verkehrsberuhigung ausgesprochen hätten.

Eva John (BMS) hatte sich als Bürgermeisterin vehement für die neuen Regeln im Schulviertel eingesetzt. Sie erinnerte am Montag daran, dass Fahrlehrer Schubert bereits 2015/16 die Verkehrssituation in Starnberg bewertet habe. „Ich finde es gut, wenn er es jetzt noch mal macht“, sagte sie. Das Ergebnis der Verkehrsschau will Bürgermeister Patrick Janik dem Ausschuss im Anschluss vorstellen. 

Lesen Sie auch: Das tut sich verkehrsmäßig in der Starnberger Innenstadt.

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