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Die AWISTA-Mitarbeiter stehen hinter der Aktion: Nico Weinstein (Wertstoffhof-Mitarbeiter), Sarah Tschachtli (Fachbereichsleitung Abfallwirtschaft), Driton Bucinca (Leiter Wertstoffhof Starnberg), Veli Alimi (Wertstoffhof-Mitarbeiter) und Sebastian Roth (Unternehmenskommunikation, v.l.).

AWISTA klärt auf

Macht den Bioabfall wirklich bio!

Der AWISTA wirbt verstärkt dafür, dass Landkreisbürger kein Plastik in den Biomüll mischen. Selbst angeblich kompostierbare Plastiktüten schaden der Verwertung. Besonders störend sind die Hemdchentüten. Jeder kann das Problem lösen – und dazu gibt das Kommunalunternehmen Tipps.

Landkreis – „#wirfuerbio: Kein Plastik in der Biotonne!“ ist der Titel einer bundesweiten Aufklärungskampagne, um die Reinheit des Bioabfalls zu erhöhen. Der enthält auch im Landkreis viel zu viele so genannte Störstoffe, also vor allem Plastik. Der Graus jedes Bioabfall-Entsorgers sind die so genannten Hemdchentüten und angeblich kompostierbare Plastiktüten. AWISTA-Vorstand Peter Wiedemann: „Abfallwirtschaft und Klimaschutz gehören untrennbar zusammen, weshalb der Umweltschutz nicht erst zu Hause, sondern schon beim Einkauf beginnt. Durch die saubere Sammlung – frei von Störstoffen – kann jeder Einzelne dazu beitragen, dass der Bioabfall zum Wirtschaftsgut wird und wesentliche Teile davon nicht als Abfall entsorgt werden müssen.“ Das treibt letztlich nur die Abfallgebühren nach oben und schadet der Umwelt.

Derzeit sammelt der AWISTA pro Jahr im Landkreis mehr als 75 Kilogramm Bioabfall pro Kopf oder in der Summe mehr als 10 000 Tonnen. Etwa fünf Prozent davon – das sind rund 500 Tonnen oder rund 35 Kieslaster voll – sind nach Schätzungen Störstoffe. Und die müssen möglichst raus aus dem Bioabfall, zumindest muss deren Anteil auf unter zwei Prozent gedrückt werden. Warum? Der Bioabfall aus dem Landkreis wird vergärt – vordringlich zur Energiegewinnung. „Aus den verbleibenden Gärresten wird Kompost erzeugt, der zur Bodenverbesserung und im Ackerbau eingesetzt wird. Diesen Prozess stören die Kunststoffteile erheblich und dürfen deshalb nicht in die Biotonne gegeben werden“, erklärt der AWISTA in einer Mitteilung.

Bioabfall: Hemdchentüten machen Probleme

Schon eine Hemdchentüte, wie sie in Märkten für Obst und Gemüse als Behältnis angeboten wird, kann eine Ladung für die Ausbringung in der Natur unbrauchbar machen. Sie gehört daher in den Gelben Sack. Ähnliches gilt für angeblich kompostierbare Tüten. Die Aussage ist im Prinzip nicht falsch, nur dauert es sehr lange und erfolgt nur unter bestimmten Bedingungen, die es in der Bioabfallentsorgung nicht gibt. Damit sind diese Tüten im Landkreis faktisch nicht verwertbar. Probleme bereiten auch Tüten aus Bäckereien, wie Wiedemann erklärt – jene, in denen ein Plastiksichtfenster eingelassen ist. Diese Tüten gehören keinesfalls in den Bioabfall, auch wenn dort Papiertüten durchaus verwendet werden können. Das Kunststofffenster macht die Bäckereitüte aber unkompostierbar. Diese Tüten, rät Wiedemann, sollten in die Papiertonne, behelfsweise in den Gelben Sack. Bei der Aufbereitung des Altpapiers aus den Tonnen können Papier und Plastik relativ einfach getrennt werden.

Seit Januar beteiligt sich das Kommunalunternehmen AWISTA an der bundesweit geführten Umweltkampagne zur Verbesserung der Bioabfallqualität. Mit der Informations- und Aufklärungskampagne „#wirfuerbio: Kein Plastik in der Biotonne!“ sollen die Landkreisbürger informiert, sensibilisiert und wiederholt aufgeklärt werden, welche Abfälle in die Biotonne gehören und welche nicht. „Die gedankenlose Entsorgung von Plastiktüten über die Biotonne stört einen eigentlich zu 100 Prozent biologisch Kreislauf und erhöht maßgeblich den technischen Aufwand, die Kunststoffanteile aus dem Rohkompost wieder auszusortieren“, heißt es in einer Mitteilung. Wiedemann dazu: „Kosten, die nicht entstehen müssten und zuletzt auch für die im Januar durchgeführte Gebührenerhöhung von rund sechs Prozent mitverantwortlich sind.“

Tipps für den richtigen Umgang mit Bioabfall

Und wie geht es denn nun richtig? Der AWISTA dazu: „Einfach und praktikabel ist, der Bioabfall in dafür geeignete Papiertüten oder Küchenkrepp eingewickelt in die Biotonne zu geben. Was in die Biotonne gehört, zeigt die Trennliste aus dem Leitfaden ,Biomüll richtig entsorgen’, das durch den AWISTA herausgegeben wird und an allen 17 Wertstoffhöfen oder in der Geschäftsstelle erhältlich ist.“ Das Faltblatt ist auch auch auf der Internetseite des AWISTA unter www.awista-starnberg.de/downloadcenter herunterladbar.

Insbesondere im Winter sollten alle besonderes Augenmerk auf den Bioabfall legen. Damit Abfälle, insbesondere feuchte oder nasse Bioabfälle, in der Tonne nicht festfrieren und diese dann nicht vollständig geleert werden kann, gibt es einfache Tipps von den Abfall-Profis:

  • Feuchte Abfälle zusätzlich in Küchenkrepp einwickeln; möglichst nicht in Zeitungspapier und gar nicht in grafisches Hochglanzpapier.
  • Bioabfälle nicht verpressen, sondern auf eine möglichst lockere Befüllung achten.
  • Strauchwerk, Äste oder ähnliche „luftige Materialien“ am Boden der Biotonne einlegen.
  •  Wer die Möglichkeit besitzt, sollte die Biotonne vor der Leerung in einem frostsicheren Ort, beispielsweise in der Garage, abstellen.

Bleibt die Frage, wie man den Bioabfalleimer in seinem Haushalt auskleidet. Zeitungspapier ist am besten geeignet, ungeeignet sind Hochglanzdrucke wie Prospekte. Deren Farben enthalten Schwermetalle, die im Bioabfall nichts verloren haben. Papiertüten, wie sie in Supermärkten als Ersatz für die nicht mehr verwendeten Plastiktüten angeboten werden, könne man auch nehmen. Aber nicht nach der ersten Benutzung, sagt Peter Wiedemann. Denn: Die Herstellung dieser Papier-Einkauftaschen erfordere Rohstoffe und Energie. Man sollte sie daher mehrfach nutzen und erst für Bioabfall verwenden, wenn sie für Einkäufe nicht mehr taugen.

Mehr Infos gibt es auf www.wirfuerbio.de/starnberg oder www.awista-starnberg.de. Wiedemann hofft, das viele sich zu Herzen nehmen, um was es geht und „einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt und unserer natürlichen Ressourcen leisten“.

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