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Vereinfachte Skizze des Abluftkamins im Tunnel.

B 2-Tunnel

Der Kamin bleibt

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Der Lüftungskamin für den B 2-Tunnel wird nicht verändert. Das teilte das Staatliche Bauamt Weilheim gestern unter Berufung auf ein Immissionsgutachten mit.

Starnberg – Braucht der B 2-Tunnel überhaupt noch einen Abluftkamin am Schlossberg, wenn er 2026 in Betrieb geht und die Fahrzeuge bis dahin weniger Schadstoffe ausstoßen als bisher? Diese Frage hatte Starnbergs FDP-Vize Dr. Wolfgang Ziebart öffentlich aufgeworfen (wir berichteten). Und auch die Verantwortlichen beim Staatlichen Bauamt in Weilheim haben sich diese Frage gestellt. Gestern gab Projektmanager Heiner Ludwig die Antwort: „Der Lüftungskamin am Schlossberg ist in der bisher geplanten Form auch in Zukunft unverzichtbar.“

Zu diesem Ergebnis sei ein externes Fachbüro gekommen, dass das Immissionsgutachten für den Tunnel aktualisiert habe, sagte Ludwig dem Starnberger Merkur. Damit bleibt es also bei der Mittelabsaugung der Schadstoffe. Mittels Turbinen wird an den Portalen Frischluft angesaugt und die Abluft über den Kamin oberhalb von Starnberg wieder rausgeblasen. Das Umfeld an den Tunnelportalen soll so vor übermäßigen Schadstoffeinträgen geschützt werden. Das Gutachten kommt Ludwig zufolge zu drei zentralen Ergebnissen. In der Erklärung des Bauamts dazu heißt es wörtlich:

-„Die abgesaugten Schadstoffe werden mittels Abluftkamin effektiv verdünnt. Die Immissionsbelastung im Umfeld des Abluftkamins bleibt dabei nahezu unverändert, die Erhöhung liegt sogar außerhalb des messbaren Bereichs, bei gleichzeitig deutlicher Entlastung im Bereich des Nordportals und ohne Verschlechterung am Südportal.“

-„Ein alternatives System mit durchgehender Längslüftung würde hingegen im Wesentlichen die Abluft aus dem Tunnel lediglich auf die beiden Portale verteilen.“

-„Für eine effektive Reduzierung der Abgaskonzentration und damit zum Schutz der Anwohner in der Umgebung des Abluftkamins sind die geplanten Abmessungen des Kamins unabhängig von dessen Betriebsumfang auch in Zukunft erforderlich. Somit kann der Kamin am Schlossberg nicht verkleinert werden.“

Während Tunnelgegner auch den Kamin aus vielerlei Gründen ablehnen, ist Ludwig froh über das Ergebnis des Gutachtens. Schließlich sei das geplante Lüftungssystem das bestmögliche – „der Porsche unter den Lüftungssystemen“, wie er scherzhaft sagte. Zwar sei es für Einzelheiten der Betriebsprogrammierung viel zu früh, einen 24-Stunden-Dauerbetrieb an sieben Tage in der Woche werde es aber nicht geben. „Solche Systeme springen meistens stundenweise an.“ Und sollten die Prognosen eintreffen, was den sinkenden Schadstoffausstoß der Fahrzeugflotte betrifft, werde es vermutlich auch seltener laufen, sagte Ludwig.

Nähere Einzelheiten wollte er gestern nicht nennen. Allerdings werde das Bauamt das Immissionsgutachten im weiteren Verlauf der Öffentlichkeit zugänglich machen. „Es gibt keine Geheimnisse.“ Weitere Infos werde es auch bei einer Bürgerversammlung geben, die noch heuer geplant ist.

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