B 2-Tunnel

Symbolischer Spatenstich auf Schlossberg

Der heutige Montag ist ein besonderer Tag für Starnberg: Die ersten Arbeiten für den Entlastungstunnel beginnen, und nicht nur auf dem Papier. Es wird sogar einen ersten Spatenstich geben.

Starnberg – Beim Staatlichen Bauamt Weilheim liest sich der Baubeginn für eine Löschwasserzisterne auf dem Schlossberg behördlich-nüchtern: „Die ersten Vorarbeiten für den Tunnel Starnberg beginnen.“ Der Verein Umweltbewusste Verkehrsentlastung, der seit jeher den Tunnel als Kernstück der Verkehrsentlastung sieht, ist da deutlich überschwänglicher: Er wird heute gegen 17.30 Uhr einen symbolischen Spatenstich vornehmen und mit seiner Begleitung des Tunnelbaus beginnen.

Heute rückten die Bautrupps an, Vorarbeiten hatte es bereits am Freitag gegeben: Rodungen in geringem Umfang und eine Absperrung der Baufläche. Das rund 15 mal drei mal drei Meter große Becken wird direkt an der Mauer des Schlossgartens gebaut, wenige Meter vom Turm am Südende des Gartens entfernt. Bisher befanden sich dort Parkplätze. „Bis Ende 2017 werden die Baugrube hergestellt und das Löschwasserbecken betoniert, wenn die die Witterung mitspielt. Anschließend wird das Bauwerk überschüttet, und danach werden die Straße und das öffentliche Grün im Frühjahr kommenden Jahres wieder hergestellt“, erklärt Christian Probst, Abteilungsleiter für den Landkreis Starnberg. Um die Baugrube herum werden zunächst Pfähle in die Erde gebohrt, dann wird ausgebaggert. Hauptarbeitsgerät ist also ein großes Bohrgerät. Im Vorfeld waren bereits Gebäude im Umfeld untersucht worden, falls durch die Arbeiten Schäden entstehen sollten.

Die 157 Kubikmeter fassende Zisterne ist nötig, weil die jetzige in vielleicht zwei, wahrscheinlich eher drei bis vier Jahren einem unterirdischen Gebäude für die Lüftungstechnik weichen muss. Die Schlossbergstraße bleibt befahrbar, allerdings gilt ein Halteverbot bis April 2018. Besucherparkplätze fürs Finanzamt im Schloss sind weiter nutzbar. Für die Schlossbergstraße wird auf Höhe der neuen Zisterne für die Bauzeit eine kurze Verschwenkung der Fahrbahn gebaut. Das Löschwasserbecken kostet rund 450 000 Euro.

Zeigen, dass es „wirklich losgeht“

Für den Verein sind mit dem Baustart mehrere wichtige Signale verbunden, wie dessen zweiter Vorsitzender Stefan Frey sagt. Zum einen handele es sich um einen regulären Baubeginn, weswegen die Gefahr eines Verfalls der Tunnel-Baugenehmigung (Planfeststellungsbeschluss) nicht mehr bestehe. Zum anderen zeige der Bau, „jetzt geht’s wirklich los“. Der Verein werde daher symbolisch einen Spatenstich setzen, seine Positionen klarmachen und mit einer Reihe von Aktionen beginnen, die den Tunnelbau begleiten werden. Deutlich soll auch werden, „dass das Projekt nicht mehr aufzuhalten ist“, sagte Frey unter Bezug auf Innenminister Joachim Herrmann. Der zuständige Minister hatte vor drei Wochen in Andechs klargestellt, der Tunnel werde sicher gebaut. Der Spatenstich sei aber nicht mit jenem der BI Pro Umfahrung vergleichbar, die vor zweieinhalb Jahren einen solchen für die Westumfahrung organisiert hatte.

Offiziell wird auch mit Grabgerät hantiert für den B 2-Tunnel, allerdings nicht so bald. Vermutlich wird es im nächsten Frühjahr einen offiziellen Termin geben, wenn mit Bauarbeiten an der Zulaufstrecke an der München Straße direkt vor dem Landratsamt begonnen wird. Erste Baustelle nach bisherigen Plänen wird die Südseite zwischen Strandbadstraße und Tankstelle sein inklusive Umbau der Einmündung der Perchastraße. Diese Bauarbeiten sollen im April 2018 beginnen, in zwei Jahren soll die Zulaufstrecke fertig sein. Der B 2-Tunnel selbst für mindestens 162 Millionen Euro soll bis zum Jahr 2025 fertig werden.

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