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Ab Montag wird zurückgebaut: Das Doppelhaus Münchner Straße 29/31 wird abgerissen, um den Durchstich von der Petersbrunner Straße zur Bundesstraße zu ermöglichen.

Arbeiten für B2-Tunnel in Starnberg

Weg mit dem Haus, her mit der Kreuzung

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Die Bauarbeiten für die Zulaufstrecke zum Starnberger Tunnel schreiten voran. Am heutigen Montag sollen die Abbrucharbeiten eines Doppelhauses an der Münchner Straße für den Durchstich zur Petersbrunner Straße starten. Dessen Bewohner haben inzwischen woanders eine neue Heimat gefunden.

Starnberg – Das Doppelhaus Münchner Straße 29/31 ist einer der tragischen Punkte in der Geschichte des B 2-Tunnels. Es steht im Weg – und am heutigen Montag starten die Abbrucharbeiten, rund ein halbes Jahr später als ursprünglich geplant. Bis Ende Januar sollen das Haus und seine Nebengebäude verschwunden sein. Damit soll im Zuge der Bauarbeiten für den Starnberger Tunnel der Durchstich zur Petersbrunner Straße möglich werden. Die früheren Bewohner des Doppelhauses seien glücklich in einem neuen Zuhause, teilt das Staatliche Bauamt mit.

Laut dem Staatlichen Bauamt fällt dem Durchstich der Petersbrunner Straße zur B 2 eine Schlüsselrolle zu. Denn über die Petersbrunner Straße wird künftig das Starnberger Gewerbegebiet erschlossen. Wenn der Tunnel einmal in Betrieb ist, können Autofahrer nicht mehr von der Gautinger Straße nach links Richtung München fahren – auch deshalb ist der Durchstich so wichtig. „Der Planfeststellungsbeschluss für den Tunnel Starnberg sieht konkret vor, dass an der Kreuzung B 2/Gautinger Straße/Uhdestraße eine Mittelinsel das Linksein- und -abbiegen verhindert und zusätzlich zur Kreuzung Moosstraße in größerem Abstand zum späteren Tunnelportal eine neue Anbindung an die B 2 durch Verlängerung der Petersbrunner Straße zur B 2 geschaffen wird“, erklärt das Staatliche Bauamt in einer Pressemitteilung. Damit sollen auch während der Stoßzeiten fließender Verkehr und eine ausreichende Leistungsfähigkeit der B 2 erreicht werden.

Am heutigen Montag geht es also mit dem Gebäuderückbau los, wie das Bauamt im Beamtendeutsch den Abbruch bezeichnet. Es gehe um zwei Wohnhäuser, vier Nebengebäude inklusive einer Werkstatt, eine Fertiggarage, einen Bremsenprüfstand und einen unterirdischen Benzinabscheider, heißt es in der Pressemitteilung der Behörde. Die Hauptgebäude sind 70 Jahre alt, die Nebengebäude entstanden um 1950.

Der erste Schritt zum Abriss sei der Schutz der angrenzenden öffentlichen Verkehrsflächen. Danach sollen die Gebäude entkernt werden, und zwar zum größten Teil in Handarbeit. Für den dritten Schritt rückt ein Greifbagger an und reißt den Rest nieder und entfernt die Fundamente. Mit einer Beeinträchtigung des Verkehrs auf der Münchner Straße rechnet das Staatliche Bauamt nicht.

In seiner Pressemitteilung erwähnt das Staatliche Bauamt auch die „menschliche Seite“ dieser Maßnahmen: Die beiden betroffenen Familien verließen Mitte des Jahres ihr Zuhause, die Autowerkstatt ist umgezogen. „Für die beiden Familien sowie die Inhaber einer Autowerkstatt bedeutet der Tunnel Starnberg eine Zäsur in ihrem Wohn-, Lebens- und Arbeitsumfeld“, heißt es in der Mitteilung. „In zahlreichen Gesprächen mit den Beteiligten konnten zufriedenstellende Lösungen für die Betroffenen gefunden werden.“ Und die Lösungen seien dauerhaft. Das habe eine Nachfrage der Behörde bei den beiden betroffenen Familien und dem Werkstattbetreiber ergeben.

Eine Familie wohne nun in einem Haus am südlichen Stadtrand von Starnberg, in dem sie vieles selbst renoviert habe. Sie sei dort zufrieden, so die Mitteilung der Behörde. „Es sei alles gut abgelaufen“, so das Bauamt. Die andere Familie, ein Ehepaar mit drei kleinen Kindern, habe ebenfalls wieder eine Heimat. Ihr früheres Haus an der Münchner Straße war für vier Generationen der Familie das Zuhause. Vor allem für die Mutter des bisherigen Eigentümers sei die Situation emotional besonders schwerwiegend gewesen. „Unter immensem Einsatz aller Beteiligten und nach langer Zeit der Unsicherheit konnte nun eine akzeptable Lösung gefunden werden“, schreibt das Bauamt. Mittlerweile habe die Familie gelernt, mit der neuen Situation umzugehen und blicke zuversichtlich in die Zukunft.

Die Autowerkstatt hat rund 600 Meter Luftlinie entfernt vom alten Standort neue Räumlichkeiten gefunden. Sie habe sich inzwischen gut etabliert.

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