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Freizeitort See: Der vergangene Super-Sommer hat durch mehr Sonnentage auch zu mehr Betrieb auf dem Wasser geführt. Auch deswegen sind die Unfallzahlen gestiegen. 

Bade- und Bootssaison

Mehr Sonne, mehr Badegäste, mehr Opfer

Die Bade- und Bootssaison auf den Seen im Landkreis neigt sich dem Ende zu. Die vielen Sonnenstunden hatten eine Schattenseite: Es gab mehr Unfälle, auch tödliche. 

Landkreis– Der Super-Sommer hat so viele Badegäste und Wassersportler an und auf die Seen gebracht wie wohl seit Jahrzehnten nicht. Das wirkte sich auch auf die Unfallbilanz aus: Neun Menschen kamen bei Bade-, Tauch- und Bootsunfällen ums Leben, so viele wie lange nicht. Der Betrieb auf den Seen nimmt ungeachtet der Sonnenstunden immer weiter zu.

Die Bilanz der Starnberger Wasserschutzpolizei weist für die Zeit bis Anfang Oktober fast nur Steigerungen aus, was aber auch auf eine verstärkte Streifentätigkeit zurückzuführen ist. Die Zahl der Tauchunfälle an der Steilwand hat sich von 2017 auf 2018 verdoppelt – von zwei auf vier. Zwei Taucher wurden verletzt, zwei kamen ums Leben. Im Vorjahr starb nur ein Taucher. Zwei tödliche Badeunfälle weist die Statistik von Kai Motschmann von der Wasserschutzpolizei Starnberg aus, im Vorjahr gab es ein Todesopfer. 

30 Fischereiverstöße am Ammersee

Deutlich gestiegen sind Verstöße gegen die Schifffahrtsordnung, etwa die Einhaltung des Mindestabstands zum Ufer oder der unzulässige Einsatz so genannter Flautenschieber an Segelbooten. 52 waren es 2017, 83 in diesem Jahr bisher. Die Ahndung solcher Vergehen obliegt dem Landratsamt. Fälle für die Staatsanwaltschaft gab es heuer nur drei nach sechs im Vorjahr. Dazu gehörte auch der auswärtige Segler, der nach einer Kontrolle den Beamten „Sieg heil“ zurief. Bootsunfälle sind trotz voller Seen eher die Ausnahme: Dreimal musste die Polizei deswegen tätig werden.

„Deutlich nach oben“ ist die Zahl der Vergehen auf dem Ammersee – auch dort war die Polizei an den vielen Sommertagen öfter unterwegs als in anderen Sommern – die Zahl hat sich vervierfacht auf bisher 36. Von null auf 30 stieg die Zahl der Fischereiverstöße, erklärte Dießens stellvertretender Inspektionsleiter Boris Netschajew auf Anfrage. Und der tragische Teil der Bilanz: Im Ammersee starben dieses Jahr drei Menschen, ein Schwimmer und zwei Segler. Letztere wurden an einem Tag Opfer eines Unwetters.

DLRG: „Das Jahr war nicht besonders gefährlich“

Unfallfrei verlief der Sommer auch auf den kleineren Seen nicht. Im Pilsensee ertrank ein Angler, der aus seinem Boot gestürzt war. Im Wörthsee kam eine chinesische Touristin ums Leben, die als Nichtschwimmerin mit einem SUP unterwegs war. Die Herrschinger Polizei nimmt an diesen beiden Seen die Wasserschutzpolizei-Aufgabe wahr und fährt regelmäßig auf dem Wörthsee Streife. Sie wird wie die Kollegen auf den großen Seen auch mit der Rücksichtslosigkeit von Wassersportlern konfrontiert. Trotz Bojen und Hinweisschildern fuhren vier heuer in Schutzzonen an der Mausinsel, erklärt Joachim Stähle von der Herrsching Inspektion. Das hat immer ein Verfahren zur Folge. Am Starnberger See gab es 23 solcher Fälle.

Stähle muss sich mit einem Phänomen nicht herumärgern: Badenden an Dampferstegen. Am Starnberger See beispielsweise fuhr die Wasserschutzpolizei 107-mal Stege zur Kontrolle an, um zumeist jugendliche Übermütige zu vertreiben. Am Ammersee zählt die Polizei die Kontrollen nicht, hat Netschajew zufolge aber immer mit Anzeigen deswegen zu tun. Die Zahl der Beschwerden sei heuer aber zurückgegangen.

Viele Einsätze verzeichneten auch die Wasserretter von DLRG und Wasserwachten. Die Steigerung sei wohl nicht dramatisch, sagt Walter Kohlenz von der DLRG; die Statistik werde jedoch erst am Jahresende erstellt. „Das Jahr war nicht besonders gefährlich“, meint er, wegen des Wetters kamen nur sehr viel mehr Menschen an die Seen. Dass dann auch mehr passiert, ist nicht überraschend.

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