Über einen Bußgeldbescheid der Deutschen Bahn musste sich Alfred Heigl richtig ärgern. Denn der 81-jährige Starnberger bekam ihn in der S-Bahn, ohne dass ihn der Kontrolleur darüber informierte. Die Bahn korrigierte die Ungerechtigkeit erst nach einer Nachfrage des Starnberger Merkur.
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Über einen Bußgeldbescheid der Deutschen Bahn musste sich Alfred Heigl richtig ärgern. Denn der 81-jährige Starnberger bekam ihn in der S-Bahn, ohne dass ihn der Kontrolleur darüber informierte. Die Bahn korrigierte die Ungerechtigkeit erst nach einer Nachfrage des Starnberger Merkur.

Alfred Heigl und sein Ärger mit der Bahn

Fahrgast in Zug vom Bußgeld überrascht: Nun muss er es doch nicht zahlen

Alfred Heigl (81) ärgerte sich maßlos über einen Bußgeld-Bescheid, von dem er zunächst gar nichts wusste. Als der Starnberger Merkur die Bahn mit der Ungerechtigkeit konfrontiert, räumt sie ihren Fehler ein.

Starnberg – Großen Ärger bereitete die Bahn Alfred Heigl in den vergangen Monaten. Ein Kontrolleur hatte ihm ein Bußgeld aufgedrückt, ohne den 81-Jährigen darüber zu informieren. Erst als sich der Starnberger Merkur der Sache annahm, räumte die Bahn ihren Fehler ein. Nun soll Heigl das Geld zurückkriegen.

Der Starnberger stieg am 18. November das erste Mal im Jahr 2020 in die S-Bahn am Bahnhof Nord in Starnberg, um nach München zum Marienplatz zu fahren. Er kaufte sich eine Tageskarte für drei Zonen. Allerdings kam ihm der Preis für die Fahrt zu niedrig vor. Deshalb fragte Heigl seiner Schilderung nach sofort einen Kontrolleur um Rat. Der erklärte ihm freundlich, dass eine Fahrkarte für zwei Zonen mit M (Innenraum München) richtig gewesen wäre. Daraufhin stellte der Kontrolleur ihm eine Fahrkarte für die Weiterfahrt aus – zumindest kam das bei Heigl so an. Der Kontrolleur stieg bei der nächsten Station in Gauting aus, und Heigl stellte fest: „Auf diesem schwer lesbaren Papierstreifen stand, ich müsse eine Strafe von 60 Euro zahlen. Der Kontrolleur hat darüber kein Wort verloren.“

Sehr verärgert beendete Heigl seine Reise an der nächsten Station und fuhr zurück nach Starnberg. Im dortigen DB-Reisezentrum schilderte er sein Erlebnis, und ein Mitarbeiter bestätigte ihm, dass sich sein Kollege nicht korrekt verhalten hatte und Heigls Irrtum leicht hätte korrigieren können. „Wenn er mich umfassender aufgeklärt hätte, wäre es kein Problem für mich gewesen, meine Fahrt einfach zu unterbrechen, um einen Fahrschein für die Zone M zu kaufen“, sagt der Starnberger.

Heigl sieht seinen eigenen Fehler ein - aber nicht den der Bahn

Der Bedienstete riet ihm, sich an die DB Vertrieb GmbH zu wenden. Nach mehreren Anläufen halbierte die Bahn das Bußgeld auf 30 Euro. Das Unternehmen begründete sein Vorgehen damit, dass es in der Eigenverantwortung des Reisenden liege, die richtigen Angaben auf der Fahrkarte zu prüfen. Zudem müsse der Fahrgast eine gültige Fahrkarte für die Gesamtstrecke vorweisen können.

Heigl sieht seinen eigenen Fehler ein. Jedoch empfindet er es als Skandal, dass ihm nicht geholfen wurde und dass die Bahn in ihren Schreiben an ihn nicht darauf einging, dass er zum Kontrollzeitpunkt sehr wohl eine gültige Fahrkarte besaß. Der 81-Jährige sagt: „Am Ende wurde mir alles zu bunt und ich habe gezahlt. Denn ich wollte weitere Diskussionen vermeiden. Mein Wunsch wäre gewesen, dass die Bahn ihren Fehler einsieht und das Bußgeld nicht fällig ist.“

Dieser Wunsch wurde dann doch noch wahr – nachdem sich Heigl an den Starnberger Merkur gewandt hatte. Auf Nachfrage der Redaktion bestätigt ein Bahnsprecher, dass der Starnberger bei der Kontrolle bei Gauting ein Ticket vorweisen konnte und die „Fahrpreisnacherhebung“ hinfällig sei. Er entschuldigt sich: „Wir werden den Fall zum Anlass nehmen, unsere Vorgehensweise zu überprüfen und wo nötig nachzuschärfen.“ Grundsätzlich gelte, dass die Kontrolleure auf ein Bußgeld hinweisen müssen und das weitere Vorgehen erläutern sollten.

Heigl freut sich über den überraschenden Ausgang des Falls. „Ich bin dem Merkur sehr dankbar, aber auch enttäuscht von der Nacherlassungsstelle, dass sie ihren Fehler erst jetzt einräumen. Ich hoffe, die 30 Euro bald zurückzubekommen.“ Sein Appell an andere Fahrgäste lautet: „Aufpassen. Außerdem finde ich den Hinweis wichtig, innerhalb Münchens eine Fahrkarte M zu benötigen. Diese Kernaussage könnte die Bahn größer herausarbeiten.“

Stefanie Pfleger

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