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Der frühe Fahrer bekommt den Parkplatz: Das Parkdeck am Bahnhof Nord ist in der Regel schon morgens überfüllt. Die Aufstockung jedoch ist noch nicht in Sicht – aus Kapazitätsgründen im Rathaus.

Bahnhof Nord

Parkdeck-Aufstockung ruht seit Jahren

Die Aufstockung des Parkdecks am Bahnhof Nord ruht – und das seit Jahren. Grund sind laut Stadt Kapazitätsprobleme in der Verwaltung. Einige Stadträte wollen dem Vorhaben wieder Schwung verleihen.

Starnberg – Rund um den Bahnhof Nord fehlen Parkplätze. Keine neue Erkenntnis, schließlich quillt das Parkdeck am Hans-Zellner-Weg schon morgens über. Edeka nebenan sieht sich gezwungen, Strafzettel zu verteilen, um seinen Kundenparkplatz möglichst frei von Dauerparkern zu halten. Eigentlich gab es dafür eine Lösung: Eine Aufstockung des Parkdecks, die bereits vor fünf Jahren beschlossen wurde. Nur: Passiert ist nichts, und es wird auch so bald nichts passieren.

Im April 2013 folgte der Bauausschuss einem Antrag von Iris Ziebart (FDP), das Parkdeck aufzustocken. In Programmen vieler Starnberger Parteien und Gruppierungen taucht die Aufstockung auf, um dem Stellplatzmangel für Pendler ein Ende zu machen. Vor fünf Jahren gab es sogar konkrete Angaben: Auf allen drei Bauteilen sei ein weiteres Geschoss als Stahlkonstruktion möglich, sagte seinerzeit ein Planer. Allerdings, so hieß es 2013, sei das Parkdeck wohl anders gebaut worden als geplant, mit einer anderen Betonschicht und damit statisch nicht so belastbar wie erwartet. Deswegen schloss der Planer seinerzeit eine Abstützung der unteren Etagen nicht aus. Die Kostenschätzungen reichten netto von 900 000 bis 1,2 Millionen Euro. Es sollten so 165 weitere Stellplätze geschaffen werden, aktuell sind es rund 330. Beschlossen wurde im Juni 2013, einen Auftrag für die Planung zu erteilen.

Das ist laut Bürgermeisterin Eva John, seinerzeit eine große Befürworterin der Aufstockung, aber nie passiert. Grund seien ihres Wissens nach Kapazitätsprobleme gewesen, sagte sie auf Anfrage des Starnberger Merkur. Sie selbst war damals noch Stadträtin, nicht Bürgermeisterin. Seither habe es auch keine Kapazitäten im Hochbaubereich gegeben, die Sanierung des Wasserparks binde fast alle, sagte sie zur aktuellen Lage. Ein Faktor war wohl auch die geplante und vom Stadtrat auch beschlossene Verlagerung der Regionalzughalts an den Bahnhof Nord. Der hätte einen Umbau mit Verlängerung der Bahnsteige bedeutet, wurde aber bisher nicht weiterverfolgt. Vermutlich ist er auch Thema der laufenden Mediation der Stadt mit der Bahn. Womöglich war die Finanzlage der Stadt der Grund, weswegen wenig voranging. Für 2014 waren nur Planungskosten eingestellt, von einer Realisierung war frühestens 2015 oder 2016 die Rede. Seither jedoch steht bei Posten 6810.9400 „Hochbaumaßnahme, Aufstockung Parkdeck“ eine 0.

Johns Vorgänger Ferdinand Pfaffinger (UWG) erinnert sich an eine hohe personelle Belastung: „Eng war es im Bauamt immer“, sagt er. Dass seinerzeit das der Grund war, warum der Auftrag nicht vergeben wurde ist, sei also möglich. Auch er sieht eine Verbindung zum Regionalzughalt. Knapp neun Monate später schied Pfaffinger aus dem Amt.

Iris Ziebart wie anderen Stadträten ist der Nicht-Fortschritt durchaus aufgefallen. Es gab mehrfach Nachfragen im Lauf der Jahre. Sie will sich demnächst wieder nach dem Stand erkundigen, sagte sie dem Starnberger Merkur. „Ich halte das schon für dringend.“ Dem Kapazitätsargument kann sie folgen – ein Projekt wie der Wasserpark binde enorm viel Arbeitskraft. Auch andere Stadträte haben die Aufstockung wieder auf der Liste, etwa für die Haushaltsberatungen.

Das Parkdeck war anfangs eher ein Problemkind, denn es wurde nach der Freigabe nur wenig angenommen. Inzwischen muss man aber schon vor 8 Uhr dort sein, um noch einen Parkplatz zu ergattern. Einige haben den Eindruck, es werde von Dauerparkern als Garage genutzt – etwa der Starnberger Stadtrat Dr. Klaus Huber (WPS), der diesen Umstand am Rand einer Hauptausschusssitzung kritisierte. Man erkenne das derzeit auf dem oberen Deck an den Schneeschichten auf den Autos. Das Parkdeck, seinerzeit gefördert, ist ausschließlich für Nutzer der S-Bahn.

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