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Die VR-Bank Fürstenfeldbruck führt Negativzinsen für Tages- und Festgeld ein.

Nach Premiere in Brucker VR-Bank 

Landkreis-Banken vergeben Strafzinsen nur dosiert - vorerst

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Die VR-Bank Fürstenfeldbruck verlangt von Neukunden auf Tages- und Festgeldkonten 0,5 Prozent Verwahrentgelt. Die Negativzinsen gelten ab dem ersten Euro. Eine deutschlandweite Premiere, die Bank-Vertreter im Landkreis Starnberg gut nachvollziehen können.

Landkreis – In gleicher Art nachziehen werden sie aber vorerst nicht. Stammkunden bleiben – wie in Fürstenfeldbruck – noch von Gebühren verschont. Ein Grundproblem: Viele große Banken verlangen bereits Negativzinsen. „Die Kunden suchen sich dann kleinere Banken, bei denen sie keine Gebühren bezahlen und schütten sie mit Geld zu“, sagt Wolfgang Schneider, einer der Vorstände der Raiffeisenbank Gilching. Um diese Summen bei Zentralbanken zu parken, müssen die Geschäftsbanken selbst meist 0,5 Prozent Zinsen zahlen. „Wir haben keine Wiederanlagemöglichkeit“, so Schneider. „Jeder Cent kostet uns was.“ Das Gilchinger Geldinstitut habe seit Mai aber nur mit einigen Gewerbekunden, darunter auch Gemeindeverwaltungen, Strafzinsvereinbarungen getroffen. „Es soll kein Bestandskunde bestraft werden.“

„Welcher Kaufmann zahlt freiwillig drauf?“

Auch für Johann Oberhofer, Sprecher der VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg, ist der Brucker Schritt logisch. „Welcher Kaufmann geht ein Geschäft ein, bei dem er von Anfang an draufzahlt?“, fragt er ironisch. „Zwei Hände voll individueller Lösungen“ habe die hiesige VR-Bank vereinbart. „Der Marktdruck ist groß. Und wenn er noch größer wird, müssen auch wir uns was überlegen.“ Stammkunden müssten sich aber derzeit keine Sorgen machen.

Sehr genau beobachten die Landkreisbanken Privatkunden mit hohen Summen auf neuen Konten. Ist da vielleicht doch ein gewerblicher Hintergrund? „Das ist nicht einfach zu prüfen. Aber wir hinterfragen das und reden mit den Leuten“, sagt Schneider. So auch bei der Kreissparkasse: Torsten Koch, stellvertretendes Vorstandsmitglied, schreibt: „Wir müssen uns vor einem starken Zufluss neuer kurzfristiger Einlagen schützen können. Deshalb behalten wir uns die Vereinbarung von Verwahrentgelten mit Privatkunden mit höheren Guthaben für die Zukunft immer vor.“

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