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Die Schalterhalle soll nach Wunsch der Sparkasse umgebaut werden.

Innenstadtentwicklung

Bauausschuss lehnt Umbaupläne der Kreissparkasse ab – vorerst

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Der Starnberger Bauauschuss hat den geplanten Umbau des Kreissparkassen-Foyers zunächst zurückgestellt. Es soll erst noch verhandelt werden, um die Belebung der Halle zu erhalten oder besser: wieder zu erhöhen.

Starnberg - Der geplante Umbau des Kreissparkassen-Foyers ist bis auf weiteres zurückgestellt. Der Bauausschuss hat das gemeindliche Einvernehmen zu den Plänen am Donnerstagabend einstimmig nicht erteilt. Stattdessen haben die Stadträte die Verwaltung damit beauftragt, mit dem Kreditinstitut erneut zu verhandeln. Zwei Ziele wollen sie damit erreichen: Die gastronomische Nutzung im Erdgeschoss, wo sich früher das Café Moro befand, soll auch im Außenbereich gesichert – und ein dauerhafter barrierefreier Zugang zur Tiefgarage soll ermöglicht werden. Mit der dauerhaften Stilllegung des Zugangs Ludwigstraße hat sich der Bauausschuss hingegen mehrheitlich abgefunden.

Wie berichtet, will die Kreissparkasse im Erdgeschoss des Gebäudes das Bankgeschäft erweitern. Im Bereich des Zugangs Ludwigstraße sollen vier Beraterarbeitsplätze eingerichtet werden, was die Schließung des Zugangs zur Folge hätte.Dafür soll die gesamte Kundenhalle und die dort befindlichen Automaten künftig rund um die Uhr erreichbar sein.Um das zu gewährleisten, ist eine automatische Glasschiebewand vorgesehen, die den SB- vom gesicherten Bankbereich trennt. Das hätte zur Folge, dass der Zugang zur Tiefgarage ab 23 Uhr nur noch über den offiziellen Nachtzugang am Kirchplatz erfolgt. Schon die Verwaltung steht den Plänen skeptisch gegenüber. In der städtebaulichen Beurteilung ist davon die Rede, dass die Planung „zu einem massiven Verlust an Aufenthaltsqualität und Attraktivität für Besucher und Kunden“ führe. „Wenn sich die Sparkassennutzung weiter verbreitert, wird die Lebendigkeit des Gebäudes geringer“, sagte Stadtbaumeister Stephan Weinl in der Sitzung. „Wir wollen nicht, dass das Gebäude als leblos wahrgenommen wird.“

Auch aus Reihen des Stadtrats kam Kritik an den Plänen. „Das ist nicht nur ein Bankgebäude, sondern ein Mittelpunkt neben dem Kirchplatz“, sagte Gerd Weger (CSU). Zwar könne die Stadt der Sparkasse in gewissen Bereichen entgegenkommen, ein gastronomischer Betrieb sei für die Belebung der Schalterhalle aber unverzichtbar. „Die Sparkasse steht über die Bankgeschäfte hinaus in der Verantwortung“, sagte er und erinnerte an den Durchführungsvertrag von 1999, der im Erdgeschoss des Gebäudes mindestens 1170 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für Läden und Gastronomie vorsieht.

Während Professor Günther Picker (WPS) auf diesem Vertrag bestand, stellte Professor Otto Gaßner (UWG) ein Entgegenkommen in Aussicht. „Ich bin froh über den Erhalt der Kreissparkasse an dieser Stelle – und ich bin für die Belebung des Gebäudes“, sagte er. Der aktuelle Leerstand des früheren Cafés sei zwar „ganz beschissen“, sagte er und forderte Abhilfe, sein Herz hänge aber nicht an der Passage.

Markus Mooser (WPS) ging dagegen weiter und kritisierte das Gesamtkonzept. SB-Bankterminals unmittelbar neben einer Gastronomie hätten „zur Folge, dass ein Café keine Chance mehr hat“. Kritik kam auch von Annette von Czettritz (Grüne), Iris Ziebart (FDP) und Josef Pfister (BMS), der sich zudem Gedanken über die weitere Nutzung des ersten Obergeschosses machte. „Zum OG gibt es bislang keine Aussage“, sagte Bürgermeisterin Eva John.

Die Kreissparkasse zeigte sich am Tag danach gesprächsbereit. „Wir warten jetzt, dass die Stadt auf uns zukommt“, erklärte das stellvertretende Vorstandsmitglied Torsten Koch gegenüber dem Starnberger Merkur und gab sich zuversichtlich:.„Wir gehen davon aus, dass wir eine Einigung erzielen werden.“  ps

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