Chaos-Morgen bei der S-Bahn: Zahlreiche „witterungsbedingte“ Störungen

Chaos-Morgen bei der S-Bahn: Zahlreiche „witterungsbedingte“ Störungen
+
So soll nach Vorstellungen des Planers das Wohngebiet aussehen. Die Reihenhäuser liegen im Inneren.

Einheimischenmodell Am Wiesengrund

51 Reihenhäuser in drei Varianten

  • schließen

Das Einheimischenmodell Am Wiesengrund macht Fortschritte. Ab Sommer sollen Bewerbungen für die 125 Wohnungen und Reihenhäuser möglich sein. Der Bauausschuss billigte am Donnerstag die rechtlichen Grundlagen – die Zufahrt bereitet einigen Stadträten Sorgen.

Starnberg – Die Eckdaten des Einheimischenmodells Am Wiesengrund im Süden Starnbergs stehen fest. Der Bauausschuss des Stadtrates befürwortete den Entwurf des Bebauungsplanes. Die Erschließung könnte nach Ansicht mehrerer Stadträte besser sein, zumal die Fachbehörden die Forderung des Stadtrates nach einem direkten Anschluss an die B 2 (Weilheimer Straße) ablehnen.

125 Wohneinheiten sollen nach dem Siegerentwurf des Büros AKFU auf dem Areal entstehen. Die Fläche ist in vier Bereiche unterteilt: Drei anger-artige Stichstraßen, an denen links und rechts Reihenhäuser vorgegebener Typen stehen und am Ende jeweils zwei größere Gebäude als Geschosswohnungsbau, die auf einer gemeinsamen Tiefgarage stehen. Der vierte Bereich sind zwei viergeschossige Komplexe aus je zwei Gebäuden mit gemeinsamer Tiefgarage im Südosten der Fläche, in einem soll eine Kindereinrichtung entstehen.

Gegenüber dem Entwurf aus dem Wettbewerb haben die Planer um Sandra Urbaniak größere Wendeflächen am Ende der Stichstraßen vorgesehen und damit auch eine Forderung beispielsweise des AWISTA erfüllt. Alle Verkehrswege sollen verkehrsberuhigt sein, die Zufahrt erfolgt über die Jahnstraße. Richtung Süden ist ein Ausbau der Straße so vorgesehen, dass eine Zufahrt auch von dort später noch machbar wäre.

Die Reihenhäuser sind in mehrere Typen unterteilt, sie können zwei- oder dreigeschossig sein. Es gibt Modelle mit einer abgesenkten Doppelgarage (neun Stück), Modelle mit einer Art Carport unter dem vorgeschobenen Oberschoss (und dadurch eine Dachterrasse auf der anderen Seite, 20 Stück) und Modelle ohne Stellplatz (22 Stück). Die Parkplätze für diese Typen befinden sich an der Straße vor dem Haus und auf zentralen Parkplätzen jeweils an der Stirnseite der Reihenhauszeilen bzw. daneben. Sandra Urbaniak betonte im Ausschuss, diese Aufteilung spreche unterschiedliche Bevölkerungsgruppen an – davon geht auch Bürgermeisterin Eva John aus. Jeder könne für sich das Richtige heraussichen, sagte sie nach der Sitzung. Sollte ein Haustyp gefragter sein oder einer fast gar nicht, will sie eine Umplanung nicht ausschließen.

Zwischen den drei Baubereichen entlang der Stichstraßen sind zwei Versickerungsmulden eingeplant. Der namenlose Bach, der derzeit quer durch das Gelände fließt, muss verlegt werden. Aus den Mulden, die im Normalfall nach Angaben von Bürgermeisterin Eva John wie eine Grünfläche aussehen, soll Niederschlagswasser kontrolliert abgeleitet werden. Ob das nicht ein Paradies für Mücken wäre, fragte Gerd Weger (CSU). Peter Meinert vom Stadtbauamt sieht diese Gefahr nicht: Die Mulden würden sich binnen etwas mehr als eines Tages entleeren.

Rund um die gesamte Anlage sollen Grünflächen entstehen, park-artige Flächen hat Grünplanerin Olga Ulanovskaya vom Büro Hinnenthal-Schaar im Norden zur Jahnstraße hin und im Südwesten vorgesehen – dort soll auch ein Spielplatz entstehen, zudem eine Noteinfahrt für Rettungskräfte.

Über Grundstückspreise und mögliche Baukosten und damit über die Kosten für die Bewerber gab es im Bauausschuss noch keine Aussagen – aber Befürchtungen. Prof. Otto Gaßner (UWG) schätzte die Baukosten je Quadratmeter auf 2000 Euro, damit könnten Hauspreise von 500 000 Euro entstehen. Daher sei die Frage, ob die Stadt die Erschließungskosten durchreiche oder nicht. Die Planer ebenso wie John ließen sich dazu auf keine Debatte ein – die Planer nicht, weil sich Aussagen zu Baupreisen auch nach der Ausstattung eines Hauses richteten, und die Bürgermeisterin nicht, weil sich der Stadtrat erst im kommenden Monat mit den Preisen und einer möglichen Subventionierung befassen werde.

Über die Zufahrt machen sich die Stadträte aber weiter Gedanken. Staatliches Bauamt und Untere Verkehrsbehörde am Landratsamt lehnen eine direkte Zufahrt zur B 2 ab, auch nicht über den Oberen Seeweg. Dessen Einmündung in die B 2 sei am Limit und unfallträchtig. Somit steht derzeit nur die Zufahrt über Waldspielplatz und Jahnstraße zur Verfügung. „Es wäre schön, wenn man das Gebiet an den Kreisel anschließen könnte“, sinnierte Gaßner, und auch Weger regte neue Gespräche mit Pöcking an. Schließlich habe Starnberg auf eine Klage gegen das Gewerbegebiet Schmalzhof verzichtet. Die Chancen dafür sind jedoch schlecht: Meinert zufolge scheide eine Anbindung an den Schmalzhof wegen Biotopen aus. Ein Anschluss über den Wirtschaftsweg neben der B 2 zwischen Oberem Seeweg und Kreisel sei im Pöckinger Bebauungsplan nicht vorgesehen. Gaßner erwartet aber auch kein Entgegenkommen aus der Nachbargemeinde, weil so ein „stiller Seeabstieg“ entstehen könnte – eine Verbindung zwischen B 2 und Seeuferstraße, wie sie die Gemeinde Pöcking stets abgelehnt hatte. Ganz aufgeben will die Stadt die Idee nicht.

Der Bebauungsplan wurde einstimmig befürwortet und geht nun ins Verfahren. Das heißt: Er wird mehrere Wochen öffentlich ausgelegt, wahrscheinlich ab Monatsende. Vermutlich im Juni, schätzt Eva John, sollte das Verfahren abgeschlossen und der Plan beschlossen sein. Dann könne man mit dem Bewerberverfahren beginnen. Die Erschließung des Areals soll im nächsten Jahr erfolgen, vor dem Jahr 2020 wird dort wohl niemand wohnen können.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Himmel schließt nach 70 Jahren
Ende eines Traditionsgeschäfts: Norbert und Nicole Himmel schließen ihren Tutzinger Laden und beenden damit eine 70-jährige Firmengeschichte. Die Himmels ziehen die …
Himmel schließt nach 70 Jahren
Junger Metzger übernimmt Traditionsgeschäft
Er ist neu im Gilchinger Altdorf: Alexander Siebenhütter hat die Metzgerei Jakob übernommen. Jetzt heißt sie „Zur Oberen Mühle“.
Junger Metzger übernimmt Traditionsgeschäft
Ehrung für Dunja Hayali
Journalistin Dunja Hayali erhält Lob für ihre antirassistische Haltung - und einen Preis der Evangelischen Akademie Tutzing.
Ehrung für Dunja Hayali
Großer Aufwand  für kleine  Elsbeere
Die seltene Elsbeere wird von Hand geerntet. Sie zählt zu den wertvollsten und seltensten Bäumen in Deutschland. 
Großer Aufwand  für kleine  Elsbeere

Kommentare