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Sauberkeit und Sicherheit sind für die Seenschifffahrt oberstes Gebot. Maschinist Uwe Frank reinigt deswegen kurz vor dem Saisonstart an Ostern die Dampfer in Starnberg sehr gründlich.

Bayerische Seenschifffahrt

Alles bereit für den Start auf den Seen

Bei der Bayerischen Seenschifffahrt wird letzte Hand angelegt, bevor die Flotte zu Saisonbeginn am Sonntag wieder in die beiden Seen im Landkreis sticht. Alle Dampfer sollen schließlich blitzblank sein. Ein Schiff wurde im Winter einer gründlicheren Überholung unterzogen.

Starnberg/Stegen – Die weiß-blaue Flotte startet am kommenden Ostersonntag auf Starnberger und Ammersee in die neue Saison, wenn auch zunächst mit einem reduzierten Fahrplan. Kurz vor dem ersten Auslaufen waren die Mitarbeiter der Seenschifffahrt schwer beschäftigt.

Pünktlich am Ostersonntag, 1. April, müssen die Schiffe einsatzbereit sein. Auf dem Ammersee starten täglich von 1. bis 27. April die Linie A um 10.25 Uhr in Stegen und um 11.45 Uhr in Herrsching, sowie die Linie C um 11.05 Uhr in Stegen und um 12.25 Uhr in Herrsching. Am Starnberger See können Fahrgäste mit der Linie G von Starnberg aus um 10.30 Uhr, um 13 Uhr und um 15 Uhr sowie ab Tutzing um 11.32 Uhr, 14.02 Uhr und 16:32 Uhr über den See fahren. Damit der Saisonstart reibungslos über die Bühne geht, hatten die Mitarbeiter um Geschäftsführer Michael Grießer in der Winterpause einiges zu tun.

An den vier Schiffen der Ammersee-Flotte und den sechs Dampfern der Starnberger Flotte waren in den Wintermonaten Routinearbeiten notwendig. In die Jahre gekommene Bänke und Inneneinrichtungen wurden ausgetauscht, und an manchen Stellen besserte ein Maler den Anstrich aus. „Das ist aber alles nichts Besonderes. Solche Arbeiten sind jeden Winter nötig“, sagt Grießer. Dadurch würden die Schiffe zum Saisonstart wieder in neuem Glanz erstrahlen.

Am Raddampfer Diessen, der zur Ammersee-Flotte gehört, musste mehr restauriert werden, denn das Schiff benötigte einen neuen Holzboden. Das komplette Vorderdeck wurde den Winter über mit dem neuen Bodenbelag bedeckt. „Nun verschrauben wir noch die letzten Elemente“, sagt Grießer. Das Schiff musste sich außerdem einer so genannten Landuntersuchung unterziehen und wurde aus dem See gehoben. „Das ist wie ein TÜV beim Auto. Man schaut unten rein, ob alles passt“, erklärt Grießer. Alle fünf Jahre werde diese Überprüfung bei jedem Schiff durchgeführt. Das sei notwendig, um die Betriebserlaubnis zu erhalten. „Der Raddampfer hat diesen Test ohne Probleme bestanden“, freut sich Grießer.

Sicherheit hat oberste Priorität

Und weil das Schiff schon einmal aus dem Wasser draußen war, wurden noch ein paar andere Dinge erledigt – unter anderem eine Messung der Stahldicke. Diese sei wichtig, um eine gefahrlose Schifffahrt zu gewährleisten. „Die Sicherheit der Fahrgäste ist unser oberstes Gebot“, betont Grießer.

Anfang April laufen jedoch noch nicht alle Dampfer aus. Auch der Raddampfer Diessen muss noch gut einen Monat warten, bis er zur Hauptsaison ablegen kann. Ab Ende April oder Anfang Mai nimmt der Raddampfer Herrsching seine Fahrten auf. Zum Start sind die Motorschiffe Utting und Augsburg im Einsatz. In Starnberg werden am Ostersonntag die MS Seeshaupt und die MS Bernried auslaufen. Erst zum Beginn der Hauptsaison werden dann alle Schiffe auf dem Ammersee und dem Starnberger See unterwegs sein.

Am Fahrplan ändert sich auf beiden Seen nichts. Das gilt jedoch nicht für die Fahrpreise. Diese würden sich in der kommenden Saison sowohl für den Ammer- als auch für den Starnberger See durchschnittlich um etwas mehr als zwei Prozent erhöhen, sagt Grießer. So kostet die große Rundfahrt auf dem Ammer- und Starnberger See ab dieser Saison 18,50 Euro statt wie bisher 18 Euro. Gründe für die Preissteigerung seien höhere Mitarbeitergehälter und mehr Materialkosten, erklärt Grießer.

Nach einem Passagierrekord im Jahr 2016 mit mehr als 300 000 Fahrgästen am Ammer- und mehr als 250 000 Passagieren am Starnberger See gingen die Fahrgastzahlen 2017 um durchschnittlich drei Prozent zurück. Mit knapp 300 000 Fahrgästen am Ammersee und knapp 240 000 Passagieren am Starnberger See hätte die Bayerische Seenschifffahrt aber auch im vorigen Jahr wieder sehr gute Ergebnisse erzielt, betont Grießer. Der leichte Rückgang der Zahlen liege vor allem am Wetter. Besonders im September wären die Fahrgastzahlen eingebrochen – vor allem an den Wochenenden. „Die Schifffahrt ist tendenziell ein Ausflug, der bei schönem Wetter gemacht wird“, sagt Grießer.

Für 2018 erhofft sich Schifffahrtschef ein normales Jahr. Es gibt heuer aber einen Anlass, der die Seenschifffahrt bremsen könnte: „Ich hoffe, dass die Leute trotz Fußballweltmeisterschaft nicht nur vorm Fernseher sitzen, sondern immer noch Schifferl fahren wollen.“

Mehr Infos über Abfahrtszeiten, Fahrpläne, Ticketpreise und Angaben, wann welches Schiff welche Route fährt, finden Interessierte auf der Internetseite www.seenschifffahrt.de.

Von Alicia Schmidbauer

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