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Strahlendes Gewinner-Quartett (v.l.): Maximilian Hibler, Raoul Heraeus, Leopold Lindner und Julian Autenrieth holten für den Bayerischen Yacht-Club den Sieg am Bodensee. 

1. Segel-Bundesliga

„Ein glorreicher Tag“ für den BYC

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Riesenfreude beim Bayerischen Yacht-Club: Die Starnberger Segler haben den Bundesliga-Spieltag am Bodensee gewonnen. Der DTYC Tutzing wurde Fünfter, der Münchner Yacht-Club Zehnter.

Starnberg/Tutzing– Als die Entscheidung gefallen war, bewies Tobias Schadewald menschliche Größe. Der Steuermann des Norddeutschen Regatta Vereins verneigte sich vor der Crew des Bayerischen Yacht-Clubs, die ihn auf den letzten Drücker noch den Sieg beim zweiten Bundesliga-Spieltag in Lindau entrissen hatte. „Ihr ward besser als wir.“ Zum ersten Mal nach dem Wiederaufstieg vor einem Jahr stand der Traditionsclub vom Starnberger See wieder dort, wo er sich selber gerne sieht: Ganz oben.

„Das ist ein besonders genialer Tag.“ Ilja Wolf strahlte mit der Sonne um die Wette, die drei Tage lang traumhaftes Segeln auf dem Bodensee ermöglicht hatte. Der Teammanager des BYC war vom Erfolg seiner Crew selbst überrascht. Nach dem zwölften Platz zum Saisonstart in Prien am Chiemsee hatte er reagieren und seine Mannschaft umbauen müssen. „Wir haben darüber gesprochen, woran es lag.“ Für Andreas Achterberg und Faidon Kounas kamen Julian Autenrieth und Raoul Heraeus an Bord, während Maximilian Hibler weiter steuerte und Leopold Lindner den Job des Vorschotens übernahm.

Die Entscheidung war nicht einfach zu moderieren, schließlich bauen die Bayern auf eingespielte Teams, die sich an den jeweiligen Spieltagen abwechseln sollen. Dass der Manager nun von der selbst ausgegebenen Linie abwich, lag jedoch im allgemeinen Interesse. „So eine Entscheidung treffe ich immer mit dem Team zusammen.“

Das neu formierte Quartett brauchte nicht lange, um sich aufeinander einzuspielen. Schon am ersten Tag steuerte Maximilian Hibler zweimal seine Crew als Erster über die Ziellinie. Diesen Schwung nahmen die Bayern in die weiteren zehn der insgesamt 16 Flights mit. Noch in fünf weiteren Rennen ließen sie sämtliche Konkurrenten hinter sich und fingen mit dieser Bilanz noch den NRV ab. Wolf sprach danach von einem „glorreichen Tag“, wie ihn sein Club schon seit einigen Jahren nicht mehr erlebt hatte. „Wir haben alle in Grund und Boden gesegelt.“

Beim Münchner Yacht-Club löste der Erfolg des Nachbarn überschwängliche Freude aus. „Dass sie es können, wissen wir“, fühlte sich Micki Liebl in seiner Meinung bestätigt. Schließlich trainieren die beiden Starnberger Clubs öfters gemeinsam. Aber mehr als über den Regattasieg der Bayern schwärmte der Teammanager des MYC über den 10. Platz seiner eigenen Mannschaft: „Eine Punktlandung.“ Auch die Münchner hatten ihr Team umgebaut und mit Max Adami für Kay Niederfahrenhorst einen neuen Steuermann aufgeboten. Der zeigte sich nach anfänglichen Problemen zusammen mit Caro Heine, Fabian Wunderle und Bastian Henning den Herausforderungen gewachsen. Ein Punkt weniger, und der MYC hätte sogar die von Liebl erträumte einstellige Platzierung erreicht. Meckern wollte er aber trotzdem nicht: „Das Experiment ist geglückt.“

Nach einem sechsten Rang in Prien und dem zehnten von Lindau sind die Münchner nun Achter im Gesamtklassement und haben satte elf Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. „Jetzt gehen wir konsequent diesen Weg weiter“, kündigte Liebl an, auch in Zukunft sein Personal zu variieren.

Während die beiden Nordlichter vom Starnberger See kräftig funkelten, machte sich beim Deutschen Touring Yacht-Club leichte Nachdenklichkeit breit, obwohl das Team mit einem sechsten Rang erneut ein starkes Ergebnis erreichte. Wieder war der Deutsche Meister mit Maximilian Weiss, Sebastian Bühler, Jonas Voigt und Tobias Bolduan hervorragend aufgestellt, aber irgendwie schafft er es momentan nicht, sein Potenzial voll auszu-schöpfen. Nach einem vierten Rang zum Auftakt wurden die Tutzinger nun Sechste.

„Wir haben schon die Bürde des Titelverteidigers“, räumte Michael Tarabochia ein, dass seinen Seglern zurzeit die Lockerheit der vergangenen Jahre fehlt. Der Teammanager des DTYC haderte damit, dass seine Crew an den beiden ersten Tagen „ein paar Punkte liegen ließ“. Es fehlte nicht an ersten Plätzen (3), die jedoch durch einen fünften und sechsten Platz wieder aufgehoben wurden. Auffällig war jedoch, dass der Titelverteidiger zehnmal als Dritter (6) und Vierter (4) ins Ziel kam. Für den Klassenprimus war das eher Durchschnitt.

Die aktuelle Tabelle

nach dem 2. Spieltag

1. SMC Überlingen

5

2. DTYC Tutzing

10

3. Nordd. Regatta Verein

12

4. Lindauer Segler-Club

12

5. Bayerischer Yacht-Club

13

6. Berliner Yacht-Club

13

7. WV Hemelingen

15

8. Münchner Yacht-Club

16

9. Chiemsee Yacht Club

17

10. Württemb. Yacht-Club

17

11. SK „Wappen von Bremen“

20

12. Klub am Rupenhorn

22

13. Hamburger Segel-Club

22

14. VS am Wannsee

23

15. Düsseldorfer Yacht-Club

27

16. Lübecker Yacht-Club

31

17. Potsdamer Yacht Club

31

18. Schweriner Yacht-Club

36

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