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Deutschlands beste 420er-Segler kommen vom Starnberger See (v.l.): Theresa Steinlein, Lina Plattner, Philipp Hall und Kristian Lenkmann vom Bayerischen Yacht-Club haben sich für die Weltmeisterschaft und die Youth Sailing Worlds qualifiziert, die vom 14. bis 21. Juli in Corpus Christi/Texas ausgesegelt werden. 

Segeln 

BYC Deutschlands erfolgreichstes 420er-Team

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Das ist ein sensationelles Ergebnis: Die 420er-Flotte des Bayerischen Yacht-Clubs hat bei der EM- und WM-Ausscheidung in Warnemünde alles abgeräumt, was es abzuräumen gab. Der BYC stellt das erfolgreichste Team Deutschlands.

Starnberg – Als sich dann auch noch das letzte der fünf Segelteams eines der begehrten Ticket schnappte, schwebten Ilja Wolf und seine 420er auf Wolke sieben. „Es war ein Gefühl der Glückseligkeit, als wir einander umarmten“, schwärmte der Manager des Bayerischen Yacht-Clubs von einem magischen Moment. Bei der finalen Ausscheidung zur Welt- und Europameisterschaft in Warnemünde räumte die Flotte vom Starnberger Nepomukweg alles ab, was in diesem Jahr für sie abzuräumen war.

Kristian Lenkmann und Philipp Hall sowie Theresa Steinlein und Lina Plettner vertreten als einzige Teams Deutschland bei den Youth Sailing Worlds in Corpus Christi/Texas (14. bis 21. Juli). Zehn Tage nach den inoffiziellen Jugendspielen im Segeln treffen sie ihre Teamkollegen Felix Kaiser und Jonas Royla sowie Sophie Steinlein und Arianna Forelli bei der Weltmeisterschaft der 420er in Newport. Für Steinlein/Forelli springt außerdem noch ein Start bei der Jugend-Europameisterschaft in Portugal heraus, für die sich auf den letzten Drücker auch Julian Sensch und Leopold Laböck qualifiziert haben.

Mit seinem Full House hatte Wolf am Ende einer langen Serie das beste Blatt in der Hand. „Wir sind der mit Abstand erfolgreichste Segelclub in Deutschland“, huldigte er seiner Trainingsgruppe. Und nicht nur das. Selbst die Landesverbände konnten keine Erfolge in dieser Dichte herzeigen.

Schon in der Vergangenheit hatte der BYC immer wieder breite Kontingente zu den Großereignissen. 2010 waren es allein fünf Mannschaften, die zur WM an den Gardasee fuhren. Dass die Bayern heuer wieder einen ganz besonderen Jahrgang präsentieren, liegt an mehreren Faktoren. Zum einen sind es die Motivation und der Trainingswille des gesamten Teams. Vier Tage bevor die Quali begann, trainierten die Bayern schon an der Ostsee, um für Wind, Welle und Strömung das nötige Gefühl zu entwickeln. „Man braucht vier, fünf Tage, um sich auf ein Revier einzustellen“, weiß Wolf aus Erfahrung. Seine Planung sah allerdings seit vergangenem Herbst auch zahlreiche Trainingseinheiten auf dem Gardasee vor. Bei ihnen kristallisierten sich je nach Windbedingungen einzelne Spezialisten heraus. Die setzen für die anderen die Maßstäbe. Wolf spricht von einem positiven internen Konkurrenzkampf: „Jeder muss versuchen, sich zu verbessern.“ Rivalitäten gibt es keine. Die Flotte versteht sich als Einheit, die sich gemeinsam weiterentwickelt. „Es gibt keine Geheimnisse im Trimm“, sagt Wolf, alle Informationen zirkulieren. So ist das allgemeine Niveau stets hoch.

Kaiser und Royla benötigten deshalb vor Warnemünde nicht einmal ihre Idealbedingungen. „Wenn es durchgängig gehämmert hätte, hätten sie alles abgezockt“, war sich der Coach sicher. So begnügten sie sich mit Rang sieben. Die Gruppe profitiert aber auch von perfekten Startvoraussetzungen. „Der BYC hat ein super, super Förderprogramm bei den Jugendlichen“, lobt Wolf die über Jahre geschaffene Infrastruktur. Als Übungsleiter ist er selbst ein Teil davon.

Das Vertrauen, das die Jugendlichen in ihren Trainer haben, ist genauso grenzenlos wie sein Zutrauen in die Fähigkeiten seiner Segler. „Die müssen bei mir nicht mit dem Segelbuch unter dem Kopfkissen schlafen gehen“, stellt Wolf klar, „aber sie wissen, was sie zu tun haben.“ Und wenn sie es einmal vergessen, wie zwischenzeitlich Lenkmann und Hall, haben sie ja noch ihren lieben Meisterhäuptling, der sie sofort auf den Pfad des Erfolges zurückbringt. „Wenn ihr das wollt, müsst ihr alles umsetzen, was ich euch sage.“

Das war nicht immer leicht. Eine Quali bedeutet für Wolf „Vollspannung“. Die Platzierungen seines Teams und die der Konkurrenz muss er stets im Kopf haben und dabei mögliche Streichresultate berücksichtigen. Als ihm sein Schweriner Kollege zur Leistung von Steinlein/Plettner beglückwünschte, war auch er damit gemeint. Aber das wusste Wolf. „Was wir da abgeliefert haben, war großes Kino.“

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