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Behinderte wie Sarah Thomas sind auf die Unterstützung ihrer Angehörigen - hier Mutter Uschi Thomas - und große Parkflächen angewiesen.

Parkplätze

Klinikum Starnberg: Kein Platz für Behinderte

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Starnberg – Die Behindertenparkplätze am Klinikum sind permanent blockiert. Meistens von Fahrern ohne Behindertenausweis. Die Klinikchefs schweigen.

Uschi Thomas pustet tief durch und nimmt Anlauf. Der Rollstuhl, in dem ihre Tochter Sarah sitzt, muss über die Rampe ins Heck ihres Autos geschoben werden. Die beiden sind routiniert, in Windeseile hat alles geklappt. „Kein Problem“, schnauft Uschi Thomas, „man braucht nur a bisserl Platz“.

Und genau das ist oftmals das Problem. Familie Thomas hat Glück gehabt. Als sie auf dem Klinikgelände in Starnberg ankam, war noch ein Behindertenparkplatz frei. Das ist längst nicht immer so, meint Adolf Riedel, der daneben aus seinem Auto steigt. Gut sichtbar deponiert er seinen Schwerbeschädigtenausweis hinter der Windschutzscheibe. „Schauen Sie selbst“, meint er und zeigt auf die Autos, die daneben parken. Siehe da, von sechs Fahrzeugen auf dem Behindertenparkplatz in der Nähe des Eingangs haben drei keine Sonderparkgenehmigung.

„Dabei geht es heute noch“, meint Riedel. Er kann schlecht gehen, ist auf eine Krücke angewiesen. „Aber wenn hier wieder alles voll ist und es kommt jemand mit dem Rollstuhl, dann fahre ich weg und laufe das Stück“, berichtet der ehemalige Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Er kann nicht verstehen, dass nicht stärker kontrolliert wird. „Ich habe die Politesse schon angesprochen. Die meinte, sie dürfe hier nicht einschreiten“, erzürnt er sich.

Wir sind vor Ort, weil uns ein Leser aus Gauting angerufen hat. Er muss häufig ins Krankenhause nach Starnberg, erzählt er. Immer wieder seien da die Behindertenparkplätze blockiert. Alle würden dort parken – selbst Ärzte sollen da schon ihre Wagen abgestellt haben. Und die Stadt Starnberg, sie unternehme nichts dagegen.

Kann sie auch nicht, sagt die Erste Bürgermeisterin Eva John. „Der Krankenhausparkplatz ist nicht öffentlich gewidmet. Daher überwachen wir diesen Parkraum auch nicht.“ Das Klinikum Starnberg betreibe die Parkflächen, die dem Landkreis gehören. Lediglich die Parkflächen auf der Oßwaldstraße würden regelmäßig vom Ordnungsamt kontrolliert.

„Dabei achten wir besonders darauf, dass die Behindertenparkplätze nur von den dafür Berechtigten genutzt werden“, sagt John. Das gehe auf eine Anregung des Inklusionsbeirats zurück. Allerdings könne man auch nicht jeden Tag den ganzen Tag auf der Oßwaldstraße patroullieren. Das sieht man: Auf dem Behindertenparkplatz an der Oßwaldstraße stand gestern am frühen Nachmittag ein Möbellaster, der gerade auslieferte.

Sarah und Uschi Thomas sind derartiges bereits gewöhnt: „Was mich ärgert, sind die Antworten derjenigen, die die Behindertenparkplätze blockieren. ,Wir haben nur ein paar Minuten etwas zu erledigen, sind gleich wieder da. Warten’s halt’, höre ich immer wieder. Dann sage ich: Seien Sie froh, dass Sie nicht auf solche Parkplätze angewiesen sind.“

Und was sagt das Klinikum Starnberg zu der Problematik? Geschäftsführer Dr. Thomas Weiler war trotz wiederholter Nachfrage für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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