Mausoleum Prinz Karl Söcking
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Schon der Blick auf die Stufen zeigt, dass am Mausoleum in Söcking Sanierungsbedarf besteht. Wie groß der insgesamt ist, sollen Voruntersuchungen zeigen, die der Bauausschuss nun beauftragt hat.

Das könnte teuer werden

Bei Prinz Karl bröckelt’s: In die Jahre gekommenes Mausoleum muss saniert werden

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Ein Kleinod in Söcking muss saniert werden. Das Mausoleum des Prinzen Karl weist erhebliche Schäden auf. Allein die Voruntersuchungen kosten bis zu 70 000 Euro.

Söcking – Es ist ein liebliches Fleckchen Erde, oberhalb von Söcking. Starnberg und der See liegen einem zu Füßen, Vögel zwitschern, der Wind rauscht durch die Bäume. Mittendrin erhebt sich das Mausoleum des Prinzen Karl (1795-1875). Der jüngere Bruder von König Ludwig I. ist dort beigesetzt, ebenso seine erste Frau Marie-Anne-Sophie Petin und seine zweite Frau Henriette Schoeller von Frankenburg. Bloß: Die letzte Ruhe muss in nicht allzuferner Zukunft von Baustellen-Lärm unterbrochen werden. Denn das Mausoleum ist dringend sanierungsbedürftig.

Ein Architekt hat sich die 1838 erbaute Rotunde bereits angeschaut und gleich eine ganze Liste von Mängeln festgestellt. Die Sockelzone weist Schäden an den Fassaden und im Innenraum auf. Unter anderem löst sich die Stuckmarmoroberfläche großflächig vom Mauerwerk ab. Die Eingangstreppe aus Naturstein ist so stark verwittert, dass beim Betreten Unfallgefahr herrscht.

Die Verfugungen des Natursteinmauerwerks sind undicht, sodass Wasser ins Mauerwerk eintritt und zu Versalzungen, Abplatzungen und dergleichen führt. Zudem müssen Fenster und Lüftungsgitter wieder hergestellt werden. In der Raumschale und am Portal lösen sich Farbschichten und Vergoldungen. Noch unklar ist der Zustand des Blechdaches und inwieweit auch dort große Instandsetzungen notwendig sind. „Der Substanzverlust ist jetzt schon festzustellen“, sagte Christina Frei aus dem städtischen Bauamt, als sie jüngst im Bauausschuss des Stadtrats die Situation darstellte. Und Nichtstun dürfte den Bestand weiter verschlechtern.

Wie teuer die Sanierung einmal werden wird, steht noch völlig in den Sternen. Allein für die Voruntersuchungen rechnet der Architekt mit Kosten von gut 64 000 Euro. Dafür gibt es eine genau Einschätzung der Schäden und einen Kostenvoranschlag für die eigentlichen Renovierungsarbeiten. Immerhin: Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat einen Zuschuss von maximal 32 200 Euro bereits zugesagt. Allerdings muss dessen Auszahlung bis Mai 2021 beantragt sein.

Für die Stadt als Eigentümerin des Mausoleums kommt eine mögliche Sanierung zur Unzeit, da aufgrund der angespannten Haushaltslage sämtliche Ausgaben auf dem Prüfstand stehen. Ludwig Jägerhuber (CSU) empfahl dennoch, die Voruntersuchung zu beauftragen. „Wenn wir nichts machen, verfällt das Mausoleum weiter und es wird noch teurer“, sagte er. Nach der Voruntersuchung wisse die Stadt wenigstens, woran sie sei, und könne dann entscheiden, wie es weitergeht. Jägerhuber erinnerte zugleich an die moralische Verpflichtung Starnbergs, das Gebäude zu erhalten. Und er regte bereits an, an den Wittelsbacher Ausgleichsfonds heranzutreten, der ebenfalls ein Interesse am Erhalt des Mausoleums haben sollte.

„Das dürfte dem Ausgleichsfonds etwas wert sein“, sagte auch Dr. Franz Sengl (Grüne). Professor Otto Gaßner (UWG) erinnerte zudem an die gesetzliche Verpflichtung des Eigentümers, ein Denkmal zu erhalten. Einstimmig gab der Ausschuss maximal 70 000 Euro für die Voruntersuchung frei. Der Zuschuss des Denkmalamtes wird davon abgezogen.

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